Übers Laufen und was sonst so draußen passiert.

Kategorie: Lesestoff (Seite 2 von 4)

Laufend suchen und finden: The Summit Seeker

Da Upt­o­the­top wärms­tens die Lek­tü­re von The Sum­mit See­ker emp­foh­len hat, mach­te ich mich mal ans Lesen. The Sum­mit See­ker ist der sehr per­sön­li­che Bericht über das Trail-Ultra-Lau­fen, vor allem aber über des­sen posi­ti­ve Wir­kun­gen auf Psy­che und Phy­sis der Läu­fe­rin Vanes­sa, die unter vanes​sar​uns​.com auch bloggt.

Das ist ein schlicht geschrie­be­nes selbst ver­leg­tes Büch­lein, aber mit dem – ich möch­te sagen: typisch ame­ri­ka­ni­schen – Pathos der Ultra­l­äu­fer, vor allem der bekehr­ten: (zum Lau­fen natür­lich, das ger­ne auch als (Ersatz-)Religion dient …). Das Lau­fen ist nie ein­fach nur Lau­fen, son­dern immer gleich so etwas wie der Sinn des Lebens, die Hei­lung, die Ret­tung von den Schick­sals­schlä­gen des Lebens oder so: „Home is the trails I run.“ (19)

Gleich zu Anfang stellt sie klar:

If you’re after a book about how to run fas­ter, how to reach a new PR, or how to train for next race, this is the wrong place to look.
My book is about run­ning, but it doesn’t tell you what to do. And it’s a memoir, but not about some­bo­dy famous. (xvii)

Und das stimmt auch, für mei­nen Geschmack sogar fast zu sehr. Mich hät­ten zusam­men­hän­gen­de­re Berich­te vom Lau­fen selbst durch­aus auch noch inter­es­siert, da gibt die Autorin aber lei­der meist nur kur­ze Ein­bli­cke in beson­de­re Momen­te. Denn es geht eigent­lich um etwas ande­re, um die Lei­den­schaft für die Bewe­gung drau­ßen, abseits der „Zivi­li­sa­ti­on“. Und das wird schnell und immer wie­der grund­sätz­lich: Lau­fen, um zu (über-)leben. Ich bin da ja immer etwas rest-skep­tisch, bei sol­chen Schil­de­run­gen von Erwe­ckungs- und Erlö­sungs­er­leb­nis­sen: Das kann funk­tio­nie­ren, kann aber auch voll­kom­men fal­sche Erwar­tun­gen wecken. Z. B. wenn sie schreibt:

Today, when I run, regard­less of what I’m going through, all is well. My life sorts its­elf out. Ide­as are born, and I find the tools to make them rea­li­ty. My mind races, yes I feel calm. My legs move quick­ly, yet I am still. (9)

Mir ist das alles zu auf­ge­la­den, zu über­höht: Ja, das Lau­fen – egal in wel­cher Manier und wel­cher Län­ge – lie­fert wun­der­ba­re Erleb­nis­se und ver­än­dert natür­lich nicht nur die Phy­sis, son­dern auch die Psy­che des Läu­fers und der Läu­fe­rin. Aber des­halb ist es nocht nicht die Lösung für alles, und schon gar nicht die Essenz des Lebens – das deckt sich ein­fach nicht mit mei­nen Erfah­run­gen und Beob­ach­tun­gen. Viel­leicht bin ich da aber auch ein­fach zu ratio­na­lis­tisch ver­an­lagt …

Mich nervt jeden­falls – bei­lei­be nicht nur hier, auch Dean Kar­na­zes z.B. ist ein sol­cher Fall – die Ver­klä­rung und Über­hö­hung der (durch das Lau­fen gewon­ne­nen und erleb­ten) Stär­ke immer etwas. Natür­lich (nun ja, ganz natür­lich ist es nicht) wächst man am Lau­fen, wird kör­per­lich und auch men­tal stär­ker. Aber das soll­te man nicht so ver­klä­ren – genau­so kann man auch sit­zend wach­sen ;-). Von die­sen Mäke­lei­en mal abge­se­hen, bleibt aber trotz­dem noch eine gar nicht so unin­ter­es­san­te epi­so­den­haft-the­ma­tisch erzähl­te Geschich­ten­samm­lung eines sehr beweg­ten und bewe­gen­den Lebens, das auf jeden Fall eine Lek­tü­re wert ist.

Vanes­sa Rodri­guez: The Sum­mit See­ker. Ama­zon 2013. ISBN 978−1−48250293016−8. Sei­ten + Vor­wort von Gor­don Ains­leigh. Ca. 10 Euro.

Die Laufsau

Lauf, du Sau! (Cover)

Lauf, du Sau! (Cover)

„Geschich­ten vom Lau­fen“ ver­spricht Marc Bisch­off in sei­nem Büch­lein „Lauf, du Sau!“. Geschich­ten sind es aber lei­der nur sel­ten, in der Regel belässt er es bei Anek­do­ten – für eine Geschich­te fehlt im offen­bar die Aus­dau­er … Und dabei bringt er es nicht über sich, an irgend einem Läu­fer-Kli­schee vor­bei­zu­ge­hen: Die stin­ken­den Kla­mot­ten, die her­um­lie­gen­den Schu­he (wobei ich über fünf Paa­re ja nur müde lächeln kann), die Orga­ni­sa­ti­ons­auf­ga­be, das Lau­fen im Tages­ab­lauf unter­zu­brin­gen, die heroi­schen Ver­zich­te im Trai­ning (oder auch nicht) und das hel­den­haf­te Gefühl nach dem ers­ten Mara­thon.

Der Ver­lag hat nicht ganz unrecht, wenn er auf der Buch­rück­sei­te anpreist: „Wer Achim Achil­les mag, wird die Lauf­sau lie­ben.“ Nun ja. Schon mit AA ist das ja so eine Sache. Und die „Lauf­sau“ ist eigent­lich – so habe ich den Ein­druck – nur eine etwas der­be­re Vari­an­te davon. Das sind eben doch immer die sel­ben The­men, die immer­glei­chen ver­meint­lich lus­ti­gen Bege­ben­hei­tung, die wit­zeln­den Anek­döt­chen … Da kann man mal (hin und wie­der) nett drü­ber schmun­zeln. Aber so rich­tig lus­tig fand ich das meis­te dann doch wie­der nicht, in der Regel war es mir vor allem viel zu vor­her­seh­bar und zu wenig ori­gi­nell.

Marc Bisch­off: Lauf, du Sau! Geschich­te vom Lau­fen. Göt­tin­gen: Agon Sport­ver­lag 2009. 166 Sei­ten. ISBN 978−3−89784−363−9. 9,90 Euro.

I want to run!

Es gibt ja so Läu­fe, die auch für einen Lang­stre­cken­läu­fer unglaub­lich und unwirk­lich blei­ben. Der Trans­eu­ro­pa­l­auf ist so eine Ver­an­stal­tung: Da lau­fen ein paar dut­zend Läu­fer über 60 Tage lang ein­fach mal so quer durch Euro­pa – in West-Ost- oder Süd-Nord-Rich­tung. Zur zwei­ten Auf­la­ge die­ses wahn­sin­ni­gen Unter­neh­mes 2009 gibt es einen Kino­film: I want to run (übri­gens ein Zitat der japa­ni­schen Läu­fe­rin, die nach ca. 23 der Stre­cke ver­letzt auf­ge­ben muss­te …). „Das här­tes­te Ren­nen der Welt“ heißt der Film im Unter­ti­tel – davon gibt es ja inzwi­schen eini­ge Vari­an­ten, von den „här­tes­ten“ Rennen/​Wettkämpfen/​Veranstaltungen. Aber zum Glück geht es dar­um eigent­lich gar nicht. Ganz im Gegen­teil: Der Film von Achim Micha­el Hasen­berg ist rich­tig schön: Ehr­furchts­voll und ent­spannt zugleich, gemüt­lich und fas­zi­nie­rend. Schö­ne Bil­der und inter­es­san­te Gesprä­che wech­seln sich, immer wie­der lässt er sich viel Zeit, um ein­fach die Teil­neh­mer bei dem zu zei­gen, was sie den gan­zen Tag trei­ben: Lau­fen.

Und eines gelingt Hasen­berg und sei­nem Kamer­mann Chris­toph Rose ganz beson­ders gut: Ihre eige­ne Fas­zi­na­ti­on ange­sichts der Läu­fer, des Laufs und des Lau­fens zu zei­gen und wei­ter­zu­ge­ben, zu ver­mit­teln, dass das nicht ein­fach Ver­rück­te sind, son­dern eigent­lich ganz nor­ma­le Men­schen, die nur ein biss­chen län­ger und wei­ter lau­fen als ande­re … Wie sich mit fort­schrei­ten­der Kilo­me­ter­zahl die Ver­let­zun­gen häu­fen, die Pro­ble­me meh­ren, die Tapes und Ver­bän­de immer mehr wer­den – und die Ver­rück­ten trotz­dem ein­fach immer wei­ter lau­fen, das ist nicht nur bewun­ders­wert, son­dern mit die­sen Bil­dern auch inspi­rie­rend: Da will man doch gleich wie­der selbst los­lau­fen. Auch wenn’s kei­ne 80 Kilo­me­ter sind. Und auch mor­gen oder über­mor­gen nicht sein wer­den.

Achim Micha­el Hasen­berg: I want to run. Das här­tes­te Ren­nen der Welt. 89 Minu­ten. 2012.

Finish

Tom McN­abs ers­tes Buch über den ers­ten ame­ri­ka­ni­schen Trans­kon­ti­nen­tall­auf (Trans-Ame­ri­ka) habe ich mit gro­ßem Ver­gnü­gen gele­sen. Gespannt war ich daher auf sei­nen zwei­ten Roman, der sich auch wie­der um das Lau­fen und die Läu­fer dreht: Finish. So ist zumin­dest (para­dox) der deut­sche Titel, im ori­gi­nal heißt das tref­fen­der The Fast Men. Von den „Schnel­len Läu­fern“ (auch im Text mit gro­ßem S) ist immer wie­der die Rede – die Män­ner (Frau­en lau­fen hier nicht, sie unter­stüt­zen nur mehr oder weni­ger brav ihre Hel­den), die es über­al­le, in jeder Stadt, jedem Gebiet, jedem Staat, jedem Land gibt: Män­ner, die schnel­ler lau­fen als die ande­ren.

Ange­sie­delt in der zwei­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts, im Wil­den Wes­ten Ame­ri­kas, dreht sich McN­abs Zweit­ling um eigent­lich ein Trio von Läu­fern: Mori­ar­ty, schon etwas älter, mit Sport­ler­herz, aber immer noch mit Herz­blut Läu­fer, Bil­ly Joe Speed und Buck Mil­ler. Die trei­ben sich mit ihren Frau­en bzw. Freun­din­nen über­all in Ame­ri­ka und Eng­land her­um, wo es etwas zu gewin­nen gibt. Und das gibt McN­ab reich­lich Stoff für vie­le wil­de Epi­so­den. Denn genau das ist die­ser Roman: Eine lan­ge Rei­he von lose ver­knüpf­ten Epi­so­den, die sich lose um das Lau­fen dre­hen. Aber eigent­lich gar nicht in ers­ter Linie. In der Haupt­sa­che geht es um Aben­teu­er, um Rast­lo­sig­keit – und um Wet­ten. Gewet­tet wird auf alles und jeden, und ins­be­son­de­re Mori­ar­ty ist Meis­ter im Mani­pu­lie­ren von Wet­ten. Die Läu­fer, die prak­ti­scher­wei­se auch Schau­spie­ler sind, die­nen als Anlass. Und wenn sie nicht gegen­ein­an­der lau­fen, dann sprin­gen sie eben. Oder besie­gen ein Pferd. Oder India­ner. Oder es geht um eine Art Box­kampf. Jeden­falls geht es nicht so sehr ums Lau­fen, um die Bewe­gung, um den Sport, son­dern viel­mehr dar­um, ein Bild einer Gesell­schaft zu ver­mit­teln, die als ange­nehm frei von Regeln und Zwän­gen dar­ge­stellt wird. Natür­lich sind die Prot­ago­nis­ten um Moria­try kei­ne Böse­wich­te, obwohl sie ahnungs­lo­sen Mitt­wet­tern mit üblen Tricks das Geld aus der Tasche zie­hen. Natür­lich ist es irgend­wie erstre­bens­wert, so bin­dungs­los durchs Land zu zie­hen – auch wenn am Ende die bra­ve Ein­glie­de­rung in Hei­rat und Sess­haf­tig­keit steht: Aber eben erst nach der Pha­se des Aben­teu­ers, des wah­ren Mann-Seins.

Der deut­sche Titel, Finish – also „Schluss“ -, bezieht sich übri­gens auf den letz­ten Lauf, den das Trio unter­nimmt, bevor es die Sport- bzw. Wett­kar­rie­re an den Nagel hängt. Das ist ein kom­pli­zier­tes Wett­ren­nen mit drei Läu­fern und einem Pferd pro Mann­schaft, das zwei Teams mehr oder weni­ger pro­fes­sio­nel­ler Läu­fer als Stell­ver­tre­ter für Grund­be­sit­zer aus­tra­gen und das bestim­men soll, wer die Was­ser­rech­te an einer Quel­le bekommt/​behält (die bei­den Vieh­züch­ter eini­gen sich dann aller­dings doch unab­hän­gig vom Aus­gang des Ren­nens …), mit dem der Roman dann auch reich­lich unver­mit­telt abbricht – der Epi­log bzw. der gesam­te Schluss ist eine arg durch­sich­ti­ge, auf­ge­setz­te Kon­struk­ti­on, um ein Ende zu fin­den (fast so etwas wie ein lie­to fine, auch inhalt­lich …).

Egal: Als Lauf­buch ist das lang­wei­lig, als Roman fand ich es auch nicht beson­ders span­nend und mit­rei­ßend. Tom McN­ab gelingt es nicht – was für so einen Epi­so­den­ro­man zen­tral wäre – glaub­wür­di­ge, leben­di­ge Cha­rak­te­re zu ent­wer­fen, die Form hat ent­schei­de­ne Kon­struk­ti­ons­schwä­chen und die sprach­li­che Gestalt kann da nicht hin­über weg tra­gen. Da gibt es bes­se­re Bei­spie­le (und des­we­gen gebe ich mein Exem­plar auch ger­ne wie­der her …). Und sein Erst­ling Trans-Ame­ri­ka gehört dazu …

Tom McN­ab: Finish. Ber­lin: Auf­bau 2011. 415 Sei­ten. 9,99 Euro. ISBN 978−3−7466−2739−7.

Die Füße – see­len, sie
see­len!

Ich füh­le sie lau­fen im Som­mer,
die Wie­se hin­auf (ich muß den Som­mer ein­rü­cken) -

sie see­len -
viel­leicht sogar wäh­rend ich lau­fe, ja doch wohl wäh­rend, -
und jetzt, im Janu­ar – erin­nert.

(Elke Erb, Meins, 52)

Mehr als Marathon: Das „Handbuch Ultralauf“

Da ist es also end­lich, das „Hand­buch Ultra­l­auf“ – dann soll­ten jetzt ja end­lich mal alle Fra­gen geklärt sein. Sie sind es natür­lich nicht, ganz im Gegen­teil. Und das ulti­ma­ti­ve Hand­buch erscheint auch noch in der Runner’s‑World-Reihe – ist Ultra­l­auf jetzt end­gül­tig Main­stream gewor­den? Nein, auch das nicht – das Hand­buch weist selbst auf die tlw. sta­gnie­ren­den, tlw. mini­mal stei­gen­den Zah­len der Läu­fer und Läu­fe­rin­nen hin.

Wolf­gang Olbrich, Sport­wart der DUV, ver­sucht sich hier also am Rund­um­schlag: Von der Geschich­te des Ultra­ma­ra­thon­laufs bis zu spe­zi­fi­schen Trai­nings­plä­nen ist über Trai­nings­grund­la­gen, Aus­rüs­tung, men­ta­les Trai­ning, Ernäh­rungs- und ortho­pä­di­sche Fra­gen so ziem­lich zu jedem „Pro­blem“ des Ultras hier etwas zu fin­den. So rich­tig begeis­tern konn­te mich das Buch aber trotz­dem nicht.

Das fängt schon am Anfang an: Die ers­ten 36 Sei­ten (kein unbe­trächt­li­cher Teil des Umfangs also) sind eigent­lich ver­schenkt. Da wird aus­führ­lich die Situa­ti­on der Ver­bän­de (inklu­si­ve ihrer Komit­tees und deren Vor­sit­zen­den) und der Meis­ter­schaf­ten auf natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne refe­riert – ist das wirk­lich nötig? Die DUV wird (natür­lich) sehr pro­mi­nent dar­ge­stellt (inklu­si­ve der „inter­nen Strei­tig­kei­ten“ … – den VFUM hät­te man, bei aller Anti­pa­thie, hier durch­aus auch mal erwäh­nen kön­nen). Auch die rest­li­chen Ver­bän­de wie DLV und IAU bekom­men viel Raum. Und das gleich am Anfang, direkt nach eini­gen kur­so­ri­schen Bemer­kun­gen zur Geschich­te des Ultra­l­aufs.1

Das Fazit nach dem ers­ten Fünf­tel also: Wenig hilf­reich bis­her. Doch dann geht’s los: Kapi­tel 6–8 zei­gen die Trai­nings­grund­la­gen für den Ultra­l­auf. Hier beschreibt Olbrich dann doch wie­der erst ein­mal die übli­chen Trai­nings­for­men – exten­si­ve und inten­si­ve Dau­er­läu­fe, Inter­val­le, Fahrt­spie­le … -, aber wenigs­tens schön knapp, obwohl er mehr­mals dar­auf hin­weist, dass er genau das eigent­lich vor­aus­setzt (zusam­men mit mehr­jäh­ri­ger Mara­thon­erfah­rung). Vor allem tut er es aber mit spe­zi­el­ler Berück­sich­ti­gung der lan­gen Distan­zen und geht auch auf Aus­gleichs­trai­nings (Deh­nen, Kräf­ti­gungs­übun­gen) und Lauf-ABC jeweils knapp ein.

Dem fol­gen kur­ze (wirk­lich aus­führ­lich ist in dem Hand­buch eben nichts) Kapi­tel zur Ernäh­rung (Olaf Hüls­mann), zu Pro­ble­men des Magen-Darm-Trakts beim lan­gen Lau­fen (Ste­fan Hin­ze), zu ortho­pä­di­schen Aspek­te der lan­gen Belas­tung (Diet­mar Göbel), zu men­ta­len Aspek­ten des Ultras und schließ­lich noch 25 Sei­ten Trai­nings­plä­ne (50km, 100km, 24h, Etap­pen­läu­fe).

Die abschlie­ßen­den 12 Sei­ten zur „Aus­rüs­tung“ waren wohl Pflicht für die Spon­so­ren,2 sind für den Läu­fer aber eher unnö­tig – schließ­lich ist das Hand­buch laut Ein­lei­tung doch aus­drück­lich für Ath­le­ten gedacht, die „bereits seit meh­re­ren Jah­ren im Lauf­be­reich trai­nie­ren“ (11) – was ja auch sinn­voll ist, bevor man den ers­ten Ultra angeht. Genau die­se Sport­ler wis­sen aber doch schon, was man beim Lau­fen anziehn soll­te, das es Puls­mes­ser und GPS-Uhren gibt …

Ganz zum Schluss kommt noch ein kur­zer Lite­ra­tur-Anhang mit sehr aus­g­wähl­ten Titeln: (Basis-)Literatur zum Lau­fen all­ge­mein und zur Trai­nings­leh­re fehlt kom­plett (obwohl z.B. beim Noa­kes doch auch was zum Ultra­l­auf drin steht), die Lis­te führt fast aus­schließ­lich medi­zi­ni­sche (gas­tro-ente­ro­lo­gi­sche und ortho­pä­di­sche, auch psy­cho­lo­gi­sche) Untersuchungen/​Artikel an.3

Also: Den Titel „Hand­buch“ hal­te ich für etwas über­trie­ben, sowohl hin­sicht­lich des Inhalts als auch des Umfangs von 192 sei­ten (inkl. ver­schie­de­ner Lauf­be­rich­te, die mir teil­wei­se schon bekannt vor­ka­men, aus der UM oder den ent­spre­chen­den Inter­net­quel­len?, und kur­zen Läu­fer­por­träts, die aber sehr sche­ma­tisch gera­ten sind und die Per­so­nen kaum vor­stel­len. Es blei­ben dabei 180 Sei­ten eigent­li­cher Text der Kapi­tel 1–18 (mit vie­len, nicht immer aus­sa­ge­kräf­ti­gen Fotos). Wenn man die Ver­an­stal­tungs­be­rich­te und Por­träts raus­nimmt, sind es noch 136 Sei­ten, davon aber auch 25 Sei­ten Defin­in­ti­on, Ultra-Geschich­te, die Dar­stel­lung der Ver­bän­de, Meis­ter­schaf­ten und gro­ßer Ver­an­stal­tun­gen (kurz beschrie­ben wer­den: Com­ra­des, Biel, Bad­wa­ter, Spar­t­ath­lon, Rod­gau, Kien­baum und Renn­steig) – letzt­lich blei­ben also nur noch gut 100 Sei­ten für den eigent­li­chen Inhalt übrig – kein Wun­der, dass mir vie­les etwas ober­fläch­lich dar­ge­stellt schien.

Ohne Zwei­fel wer­den alle wich­ti­gen Aspek­te abge­han­delt, aber zum Teil eben nur beschrei­bend, ohne ver­nünf­ti­ge, d.h. wirk­lich hel­fen­de Hand­lungs­emp­feh­lun­gen (ins­be­son­de­re im Bereicht der Ernäh­rung und Ver­dau­ung), zum Teil auch ein­fach nur sehr abs­trakt und wenig kon­kret.

Das Pro­blem, wes­we­gen das Hand­buch mir so unbe­frie­di­gend scheint, ist wohl fol­gen­des: Ers­tens ist Vie­les, gera­de das grund­le­gen­de Wis­sen, in den gro­ßen Büchern zum (Marathon-)Laufen auch schon in den ver­schie­dens­ten Aus­prä­gung aus­rei­chend erklärt und beschrie­ben. Und zwei­tens gibt es zum Ultra­l­auf kei­ne bzw. nur weni­ge wirk­lich all­ge­mein gel­ten­den Ver­fah­rens­wei­sen, was die Aus­ge­stal­tung des Trai­nings im Detail z.B. betrifft, oder was die Ernäh­rung wäh­rend des Wett­kamp­fes angeht – und das muss Olbrich, der ja ohne Zwei­fel Ahnung und aus­rei­chen­de Erfah­rung hat und auch vie­le Läu­fer und Ver­an­stal­tun­gen gut kennt, eben immer wie­der kon­sta­tie­ren. Mich hat das ein wenig unbe­frie­digt hin­ter­las­sen, bei der Lek­tü­re.

Dazu kommt noch (wie­der ein­mal) ein unzu­rei­chen­des Lek­to­rat – sprach­lich mit­tel­mä­ßig, wech­selt der Text z.B. zwi­schen Duzen und Sie­zen, Satz­feh­ler etc. – das ärgert mich immer ein biss­chen. Das geht schon damit los, dass Umschlag und Titel sich nicht einig sind, wie das Buch über­haupt heißt. Und das setzt sich im Text eben fort­wäh­rend fort. Das ist für Hob­by­pu­bli­ka­tio­nen o.k., ent­spricht aber nicht mei­nem Anspruch an offi­zi­el­le Ver­lags­ver­öf­fent­lich­tun­gen.

Viel Geme­cker also hier. Trotz­dem für den Ein­stei­ger sicher­lich nett und hilf­reich. Es geht aber eben auch bes­ser – behaup­te (und den­ke) ich. Ich ver­mu­te, es war den Autoren ein­fach nicht klar genug, was das werden/​sein soll: Ein Hand­buch für Ultra­l­äu­fer? Für am Ultra­ma­ra­thon Inter­es­sier­te? Soll es den Ultra­l­auf populär(er) machen oder dem Ultra­l­äu­fer, ob Anfän­ger oder Fort­ge­schrit­te­ner, als Nach­schla­ge­werk zur Sei­te ste­hen? Es will dann irgen­de­wie alles – und schafft dann nichts rich­tig befrie­di­gend.

Wolf­gang Olbrich: Hand­buch Ultra­l­auf [Mehr als Mara­thon! Trai­nings­plä­ne für 50 Km und mehr, Men­tal­trai­ning, Ernäh­rungs­tipps]. Aachen: Mey­er & Mey­er 2011 (Runner’s World). 192 Sei­ten. ISBN 978−3−89899−657−0. 19,95 Euro.

  1. Die­se Geschich­te müss­te man wohl eigent­lich noch/​mal schrei­ben, aus Sicht des His­to­ri­kers ist das alles sehr unbe­frie­di­gend. Denn in der Geschichts­wis­sen­schaft pas­siert da ja durch­aus eini­ges, v.a. im Bereich der Kör­per­ge­schich­te und der Kul­tur­ge­schich­te über­haupt, was hier hin­pas­sen könn­te. Aber das nur so neben­bei.
  2. Das ist ja eine ech­te Unsit­te der Sport­bü­cher, gera­de im Bereich Aus­rüs­tung, so etwas immer wie­der her­an­zu­zie­hen – das ärgert mich immer wie­der. Das „Hand­buch Ultra­l­auf“ ist, wie vie­le ande­re solch Bücher, trotz­dem nicht bil­lig, zudem auch noch mit „Runner’s World“-Kooperation (die sind ja auch kein Fach­blatt für Ultra­di­stan­zen …) – muss die­se Wer­bung für Polar (die angeb­lich das bes­te Com­pu­ter­pro­gramm zur Aus­wer­tung haben – Sport­Tracks als Alter­na­ti­ve wird nicht ein­mal erwähnt) und Gore wirk­lich sein?
  3. Und den kurio­sen Ein­trag „Wiki­pe­dia“ fin­det man noch. Unge­nau­er geht es ja eigent­lich nicht mehr – Was und Wann war das denn, in wel­cher Sprach­ver­si­on?, da fehlt wirk­lich nur noch die Quel­len­an­ga­be „Inter­net“.

Robert Hartmanns „Läufergeschichten aus Afrika“

Ein eher unschein­ba­res klei­nes Büch­lein sind die „Läu­fer­ge­schich­ten aus Afri­ka“ des Sport­jour­na­lis­ten Robert Hart­mann. Auf knapp 170 Sei­ten wer­den hier eine Men­ge Lang­stre­cken­läu­fer vor­ge­stellt. Sie kom­men (fast) alle aus Kenia – da kennt Hart­mann sich offen­bar aus. Inso­fern ist das „Afri­ka“ im Titel etwas irre­füh­rend. Ende der 1960er setzt sei­ne Geschich­ten­samm­lung ein und führt bis in die 1990er. Ganz ver­schie­de­ne klei­ne Stim­mungs­bil­der sind es, die Hart­mann hier ver­sam­melt, meist in der Form kur­zer Por­träts: Wett­kampf­er­zäh­lun­gen, Lauf­bio­gra­phien, Läu­fer­le­bens­we­ge, …

Aber so viel inter­es­san­tes und unter­halt­sam-nett Geplau­der­tes hier auf­ge­schrie­ben ist, so vie­le Stol­per­stei­ne leg­ten sich mir auch immer wie­der in den Lese­weg. Das hat eini­ge ver­schie­de­ne Grün­de: Das nicht geklär­te Ziel des gan­zen Buches etwa. So spricht er z.B. ger­ne vom „Wun­der“ der Läu­fer aus Kenia und ihren über­ra­gen­den Leis­tun­gen – Erklä­rungs­an­sät­ze feh­len aber ziem­lich kom­plett, Hart­mann ver­sucht es noch nicht ein­mal. Trai­ning fin­det hier ja auch über­haupt nicht statt – statt­des­sen gilt das „Gesetz der Savan­ne“, was auch immer das sein soll … (Schön auch: „Die Jäger und Samm­ler hat­ten nichts ver­lernt.“ [82]) Und dann die oft genug uner­träg­li­che roman­ti­sche Ver­klä­rung, der sich Hart­mann so ger­ne beflei­ßigt – Fak­ten tau­chen zwar auf, sind aber viel weni­ger wich­tig (genau wie geschicht­li­che Hin­ter­grün­de) als die Stim­mung – und natür­lich immer wie­der: die Freund­schaft des Autors mit den Läu­fern, vor allem Mike Boi­to.

Am meis­ten genervt hat mich ja die naï­ve Ver­klä­rung der Unter­ent­wick­lung eines gan­zen Kon­ti­nents und der Armut: Die Keni­aer sind hier die bes­se­ren Men­schen, noch unver­dor­ben von den Bequem­lich­kei­ten der Moder­ne, sie sind noch „ech­te“ Men­schen mit natür­lich-gesun­dem Ver­hält­nis zum Kör­per und des­sen Leis­tungs­fä­hig­keit (immer wie­der erzählt er, wie die Ath­le­ten zu Fuß zum Wett­kampf kom­men …). Höchs­tens als gute Moti­va­ti­on zur ech­ten Leis­tung, die die ver­weich­lich­ten Euro­pä­er nicht mehr brin­gen wollen/​können, spielt Armut hier letzt­lich eine Rol­le. Und das führt direkt zum nächs­ten Punkt: Hart­manns mehr oder weni­ger ver­deck­tem (Rest-)Kolonialismus – es geht nicht dar­um, Afri­ka und den Afri­ka­nern Mög­lich­kei­ten der Ent­wick­lung auf­zu­zei­gen (ok, das wäre in die­sem Rah­men auch zu viel ver­langt), son­dern eigent­lich dar­um, das Gefäl­le zwi­schen Afri­ka und Euro­pa aus­zu­nut­zen. Gewiss, für ein­zel­ne Indi­vi­du­en mag das funk­tio­nie­ren und erfolg­reich sein – die Hun­der­te Läu­fert, die sich auf dem Weg dahin auf­rei­ben und schei­tern, spie­len hier kei­ne wirk­li­che Rol­le. Das lei­ten­de Prin­zip ist das der hoch­be­gab­ten Habe­nicht­se, die zum Erfolg lau­fen. Und die freu­en sich über die pri­mi­tivs­ten, erbärm­lichs­ten Almo­sen, die der freund­lich geson­ne­ne väter­li­che Freund aus dem rei­chen Deutsch­land ab und an über­reicht. „Das war ein ein­fa­ches Sys­tem. Aber es funk­tio­nier­te.“ (136)

Poli­tik taucht über­haupt nicht auf – als spiel­te sich das Leben nur auf dem Sport­platz ab. Und das Frau­en nichts zu mel­den haben – macht nichts. Dafür ist er offen­bar außer­or­dent­lich begeis­tert von den grau­sa­men, eli­tä­ren, män­ner­bünd­le­rischn Ini­ta­ti­ons­ri­ten der Stäm­me. Nun ja …

Also, alles in allem: Eine net­te Lek­tü­re zwi­schen­durch, wenn man eini­ge Ansprü­che mal außen vor lässt.

Robert Hart­mann: Läu­fer­ge­schich­ten aus Afri­ka. Has­sel­roth: Schmid 2004. 172 Sei­ten. ISBN 3−938101−01−6.

Karnazes: Endurance 50 (oder: 50/​50)

nun ja. Ent­ge­gen Kar­na­zes‘ Dar­stel­lung ist die Idee, Mara­thons in Serie zu lau­fen, weder extrem noch neu noch gar lebens­be­droh­lich. Das ein­zi­ge, was ihn von ande­ren Unter­neh­men unter­schei­det, ist die vie­le Fah­re­rei durch die USA. Und natür­lich die Ver­mark­tung mit/​für The North Face – nicht zufäl­lig sind alle sei­ne „Lieb­lings­aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­de“ von die­ser Mar­ke. Das Lau­fen der Mara­thons wird mit zuneh­men­der Dau­er auf der „Tour­nee“ auch immer unwich­ti­ger. Statt­des­sen ent­wi­ckelt sich das Buch vom Erfah­rungs­be­richt des „Endu­rance 50“-Unternehmens zu einem all­ge­mei­nen Lauf­buch mit dem übli­chen Geplau­der über die Vor­tei­le des Lau­fens und wie mans rich­tig macht. Im Gegen­satz zum „Ultra­ma­ra­thon Man“ also über­haupt nicht emp­feh­lens­wert – weder in Bezug auf die tat­säch­li­che Leis­tung noch in Bezug auf die Lek­tü­re­qua­li­tät.

Sicher nicht ohne Grund fehlt jeder Ver­weis auf ande­re Etap­pen­läu­fe, von den gro­ßen Unter­neh­men wie dem Trans­eu­ro­pa-Foot­ra­ce oder dem ame­ri­ka­ni­schen Pen­dant ganz zu schwei­gen – die Leu­te dort lau­fen wesent­lich mehr als einen Mara­thon am Tag und das auch über län­ger als 50 Tage. So eine Rela­ti­vie­rung der eige­nen Leis­tung kann Kar­na­zes, der ja ger­ne mit der (frei­lich nicht von ihm stam­men­den) Behaup­tung, der „fit­tes­te“ Mann der Welt zu sein, koket­tiert, nicht gebrau­chen. Die sport­li­che Leis­tung fin­de ich jetzt nicht so über­ra­gend – fast alle Mara­thons lief Kar­na­zes im Bereich zwi­schen 3:30 h und 4:15 – das ist nicht beson­ders schnell. Dafür macht er schö­ne Anfän­ger­feh­ler – küm­mert sich nicht recht­zei­tig um eine Bla­se, was sich – wenn man sei­ner Beschrei­bung glau­ben darf – bis kurz vor die Fuß­am­pu­ta­ti­on aus­wei­tet …

Dean Kar­na­zes: 50/​50. Secrets I Lear­ned Rnning 50 Mara­thons in 50 Days – and How You Too Can Achie­ve Super Endu­rance! (mit Matt Fitz­ge­rald). New York 2009 [2008]. 286 Sei­ten. ISBN 978−0−446−58184−4.

Poulin/​Swartz/​Flaxel: Trail Running. From Novice to Master

Einen viel­ver­spre­chen­den Titel trägt das Buch von Kirs­ten Poulin, Stan Swartz und Chris­ti­na Flaxel: From Novice to Mas­ter. Wenn das auf den 175 Sei­ten gelingt, wäre das ja schon viel … Natür­lich ist es nicht ganz so ein­fach, Lau­fen muss man eben immer auch trai­nie­ren, unab­hän­gig vom Unter­grund und der Umge­bung. Das ver­schweigt das Autoren­trio (immer­hin zwei Frau­en!) auch nie. Denn die­ses ame­ri­ka­ni­sche „Lehr­buch“ ist sehr gewis­sen­haft und gründ­lich. Der Rund­um­schlag ums Trail­run­ning umfasst hier:

  • Intro­duc­tion to Trail Run­ning
  • Plan­ning a Run
  • Trai­ning, Con­di­tio­ning, and Pre­pa­ra­ti­on
  • Reco­very
  • Envi­ron­men­tal Fac­tors, Navi­ga­ti­on, and Safe­ty
  • Inju­ry Pre­ven­ti­on and Tre­at­ment
  • Bri­ning it tot the Next Level: Ultrarun­ning

Dies­ser Blick ins Inhalts­ver­zeich­nis zeigt, den­ke ich, auch sehr gut die Aus­rich­tung die­ses Buches. Hier geht es nicht um tol­le Läu­fe, um Lauf­erleb­nis­se oder Wett­kampf­erfah­run­gen. Son­dern, wenn man so will, um die Basics, die das alles erst über­haupt mög­lich machen.

Lei­der war das Buch wohl etwas zu früh für den momen­ta­nen Trail-Boom. Und lei­der, lei­der ist es auch nur mit schwarz­weiß-Pho­tos (aber durch­aus guten) ver­se­hen – scha­de. Recht aus­führ­lich ist es in jedem Fall. Vor allem, was die Aus­rüs­tung, auch für extre­me­re Läu­fe, angeht. Ein­ge­hend berück­sich­tigt wird etwa der Son­nen­schutz, der Ein­fluss von viel Wind, aber auch das Lau­fe im Schnee. Und wie in jedem Lauf­buch auch ein kur­zer Trai­nings­leit­fa­den. Nicht feh­len darf beim Trail natür­lich die Lauf­tech­nik, wobei die Autoren sich hier etwas zurück­hal­ten und eher all­ge­mei­ne Rat­schlä­ge geben. Das Berg­auf- und Berg­ab-Lau­fen wird aber aus­führ­lich gewür­digt. Und auch das Fal­len: „A fall is an ine­vi­ta­ble part of trail run­ning.“ (72) – sehr schön.
Erstaun­lich viel steht hier dann auch zum Deh­nen und zur Ernäh­rung vor, wäh­rend und nach dem Lauf.

Und etwas schlägt die ame­ri­ka­ni­sche Per­spek­ti­ve schon durch. Nicht nur bei der Flo­ra und Fau­na, son­dern z. B. auch beim Umgang des Läu­fers mit Wegen und der Angst vor Ero­si­on – in „mei­nen“ Lauf­re­vie­ren ist das eher weni­ger ein Pro­blem. Und wenn dann, ein durch die Bewirt­schaf­tung und nicht durch die Läu­fer veur­sach­tes. Über­haupt bemü­hen sich die drei Autorin­nen sehr um einen ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit der Natur. Wie­der­holt wird dar­auf hin­ge­wie­sen, nichts mit­zu­neh­men (außer Pho­tos) und nichts zu hin­ter­las­sen (außer Fuß­spu­ren):

Always lea­ve a natu­ral envi­ron­ment as you found it, and mini­mi­ze your impact. Take only pho­to­graphs and enjoya­ble memo­ries of your run. Lea­ve only footpring­ts. Never lit­ter. Pack it in, pack it out, which means that any mate­ri­als you bring in should lea­ve with you. (104)

Der schöns­te Tipp aber:

If you cop­me across mud pudd­les, snow patches, or wet spots, careful­ly run through them, not around them. Also, jump or step over any fal­len trees. Run­ning around them can cau­se trails to widen, incre­asing soil and vege­ta­ti­on dama­ge. (104)

Ins­ge­samt: sehr durch­dacht und über­legt, mit dem kla­ren Ziel des kon­trol­lier­ten, risi­ko-mini­mier­ten und Erleb­nis-maxi­mier­ten Trail-Laufs.

Kirs­ten Poulin, Stan Swartz, Chris­ti­na Flaxel: Trail Run­ning. From Novice to Mas­ter. Fore­word by Mark Bur­nett. Seat­tle: The Moun­tai­neers Books 2002. 175 Sei­ten. ISBN 0−89886−840−8.

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