Übers Laufen und was sonst so draußen passiert.

Schlagwort: spendenlauf

Ein schöner Sommerlauf – im November

So warm war’s wohl noch nie beim Arque-Lauf wie in die­sem Jahr. Am Ziel in Mainz, bei herr­li­chem Son­nen­schein, stand das Ther­mo­me­ter auf 20 °C. Und so spät­som­mer­lich war auch der gan­ze Lauf … Arque steht für Arbeits­ge­mein­schaft für Quer­schnitt­ge­lähm­te mit Spi­na bifi­da/Rhein-Main-Nahe e.V., die die Spen­den aus die­sem Lauf bekommt. Das Start­geld ist aber trotz­dem nicht beson­ders üppig: 27 Euro habe ich bezahlt, inkl. T‑Shirt und Trans­fer­mög­lich­kei­ten zum Start oder nach dem Ziel zurück.

Den Arque-Lauf mit­zu­ma­chen bedeu­tet immer, früh auf­zu­ste­hen: Der Trans­fer­bus vom Main­zer Fisch­tor zum Start in Kelk­heim fährt um 7:15 Uhr. Also quäl­te ich mich um 6:30 Uhr aus dem Bett, mach­te mich fer­tig und nahm den kur­zen Fuß­marsch in Angriff. Am Fisch­tor stand schon ein klei­nes Häuf­lein lauf­ge­recht geklei­de­ter Men­schen, natür­lich mal wie­der vor­wie­gend Män­ner her­um – so arg vie­le waren es in die­sem Jahr aber nicht, offen­bar tat­säch­lich so weni­ge wie seit 1999 nicht mehr. Der ers­te Bus kam auch um 7:15 und brach­te uns pro­blem­los nach Kelk­heim – eine Bus­fahrt mit Son­nen­auf­gang am Hori­zont, auf der ich noch schnell zwei Bana­nen ver­drückt und ein biss­chen Was­ser getankt habe – fast zu viel offen­bar, nach den ers­ten Kilo­me­ter muss­te ich näm­lich noch mal in die Büsche.

Die Anmel­dung und die vor-dem-Lau­fen-Toi­let­te lief wie immer pro­blem­los. Klar, bei den Toi­let­ten (an die­sem Sport­platz gibt es nur zwei) war immer eine Schlan­ge, aber das gehört eben dazu. Und da das gan­ze ja ein Spen­den­lauf ist, kann man auch mal ein Auge zudrü­cken und auf zusätz­li­che Dixies ver­zich­ten. Es gibt ja auch noch den Wald direkt hin­ter dem Park­platz. Völ­lig über­ra­schend habe ich auch noch einen Stu­di­en­kol­le­gen getrof­fen, von dem ich gar nicht wuss­te, dass er auch läuft. So ver­ging die letz­te hal­be Stun­de bis zum Start im Flug.

Der Start geschieht schön der Rei­he nach: Fahr­rad­grup­pen (zum zwei­ten Mal gibt es auch eine geführ­te Rad­tour, was gar nicht so weni­ge mit­mach­ten) und um kurz nach 9 waren wir als die ers­te Lauf­grup­pe an der Rei­he – auch wenn wir Grup­pe B mit 5:00 min/km waren: Die Grup­pe A ist seit letz­tem Jahr man­gels Mas­se gestri­chen. Voll war es bei uns aber auch nicht: Die fünf Pace­ma­ker beglei­te­ten noch nicht ein­mal 30 Läu­fer (immer­hin, eine Läu­fe­rin war auch dabei). Ein paar davon blie­ben beim ers­ten Ver­pfle­gungs­punkt zurück, um mit der nächst­lang­sa­me­ren Grup­pe wei­ter­zu­lau­fen. Also ging es jetzt erst mal los, ganz offi­zi­ell mit Start­schuss – obwohl es ja gar kei­ne Zeit­mes­sung gibt, der Arque-Lauf ist ja kein Wett­kampf, son­dern ein Grup­pen­lauf. Und mit gro­ßer Beglei­tung: Ein Poli­zei-PKW und ein Poli­zei­mo­to­rad mach­ten uns vor­ne den Weg frei, nach hin­ten sicher­te ein Ret­tungs­wa­gen. Das ist schon ein gewis­ser Luxus beim Lau­fen 😉

Die Stre­cke star­tet durch Kelk­heim, nach 1,8 Kilo­me­ter tra­fen wir die ganz weni­gen Läu­fer der B‑Gruppe des zwei­ten Par­al­lel­star­tes – wun­der­bar, wie das immer so toll klappt … Und dann kam auch schon bald der ers­te – und eigent­lich auch ein­zi­ge – deut­li­che Anstieg: Aus Kelk­heim hin­aus in die Wäl­der des Tau­nus, auf die Hohe Schnei­se – immer schön mit Poli­zei-Eskor­te und zwei­ma­li­ger Musik-Para­de. Den Jager­tee habe ich aber lie­ber ste­hen gelas­sen. So ein ent­spann­ter Lauf durch den son­ni­gen Novem­ber­mor­gen ist doch ein­fach etwas wun­der­schö­nen. Im Wald war der Boden von den Regen­fäl­len der letz­ten Tage zwar stel­len­wei­se sehr weich, aber immer noch sehr gut zu lau­fen. Das Tem­po – mei­ne letz­ten bei­den Arque-Läu­fe bin ich in lang­sa­me­ren Grup­pen gelau­fen – war ziem­lich ordent­lich und schon bemerk­bar – viel schnel­ler hät­te ich, das war mir bald klar, nicht so gut durch­ge­hal­ten. In Hof­heim wur­den wir aber auch erst ein­mal etwas abge­bremst, der Schnitt lag da schon deut­lich unter den anvi­sier­ten 5:00 min/km.

Und dann kam auch schon bald die ers­te Ver­pfle­gung, bei Kilo­me­ter 12,5, am Orts­aus­gang von Marx­heim. Als wir anka­men, waren die Rad­fah­rer der Grup­pe Pic­co­lis­si­mo (die auch nur von Kelk­heim nach Mainz radel­ten) ncoh beim Pau­sie­ren – die haben wir aber schnell weg­ge­scheucht. Nach dem ers­ten Auf­tan­ken hier (pas­sen­der­wei­se an einer Tank­stel­le) geht es danach ein Stück auf der Bun­des­stra­ße wei­ter – herr­lich, so mit­ten auf der Stra­ße lau­fen zu dür­fen, durch Flörs­heim-Weil­bach und Bad Weil­bach kamen wir dann auch schon in die Wein­ber­ge, wo der Wind doch recht deut­lich weh­te und man einen herr­li­chem Blick über die nicht so herr­li­che, sehr gut zuge­bau­te Land­schaft genie­ßen kann. Mehr als die Hälf­te war schon geschafft, der Forerun­ner zeig­te bereits über 20 Kilo­me­ter an.

Und zack, da war tat­säch­lich auch schon die zwei­te Ver­pfle­gungs­stel­le, wie immer mit­ten in der Pam­pa bei Kilo­me­ter 20,5. Das Ver­pfle­gen ging mit so einer klei­nen, auch sehr homo­gen lau­fen­den Grup­pe immer sehr züig, so dass wir uns recht bald wei­ter auf den Weg mach­ten konn­ten. Und zwar jetzt auch schon deut­lich in Rich­tung Main, den wir kurz vor Hoch­heim erreich­ten. Noch lief es ziem­lich geschmei­dig und pro­blem­los – erstaun­li­cher­wei­se, möch­te ich fast sagen … Das blieb auch so bis zum aller­letz­ten Stück. Nach der letz­ten Ver­pfle­gung in Hoch­heim, bei Kilo­me­ter 25,8, fiel das Anlau­fen schon deut­lich schwe­rer. Und jetzt mach­te sich das – im Ver­gleich zu mei­nen sons­ti­gen lan­gen Läu­fen – etwas höhe­re Tem­po auch bemerk­bar. So lang­sam wur­de ich nach hin­ten durch­ge­reicht (ging ja schnell bei der klei­nen Grup­pe), konn­te aber immer­hin noch mit­hal­ten. Aber schwer wur­den die letz­ten 4,5 Kilo­me­ter schon. Da ist ja dann auch noch die Theo­dor-Heuss-Brü­cke drin – eigent­lich ein Klacks, die­ser Anstieg, nach über 30 Kilo­me­tern macht er sich aber schon bemerk­bar. Immer­hin blieb unse­re Grup­pe gut zusam­men, die Pace­ma­ker ach­te­ten dar­auf, dass der Schluss­sprint so ver­hal­ten aus­fiel, das auch wir am Ende noch mit­hal­ten konn­ten. Und dann waren wir auch schon wie­der auf dem Dom­platz – mit kräf­ti­gen Rufen, die die Main­zer eher ver­stör­ten: „Erbar­me, zu spät, die Hesss kum­me!“. Aus­nahms­wei­se war das Ver­pfle­gen hin­ter dem Ziel danach rich­tig ange­nehm: Bei der Wär­me, bei dem strah­len­den Son­nen­schein konn­te man sich gemüt­lich hin­set­zen, sei­ne 5‑Mi­nu­ten-Ter­ri­ne löf­feln und das alko­hol­freie Wei­zen tat­säch­lich mal genie­ßen. Gewun­dert habe ich mal wie­der, was so man­che zum Lau­fen anzie­hen. Gut, es muss ja nicht jeder so leicht beklei­det lau­fen wie ich. Aber bei die­sen Tem­pe­ra­tu­ren mit lan­ger & kur­zer Hose, lan­gem & kur­zem Shirt, dicker Müt­ze und Hand­schu­hen zu lau­fen – das wäre defi­ni­tiv nichts für mich. Und was machen so Leu­te denn im Win­ter, wenn es 20 ° unter Null statt über Null hat?

Und das war’s dann auch schon wie­der, mit dem Arque-Lauf. Aber nächs­tes Jahr kommt ja wie­der ein Novem­ber. Die­ses Mal war es eine sehr schö­ne Grup­pe, bei der ich mit­lief, sehr gschlos­sen – die vor­ne mach­ten nicht zuviel Druck, hin­ten kamen fast alle gut mit.Nur ab der Mit­te hat­te sich noch jemand ein­fach so dazu­ge­sellt, der dann das gan­ze Feld mit sei­nen läu­fe­ri­schen Groß­ta­ten unter­hielt – das kann ich ja nie so gut lei­den, wenn jemand nicht nur mit sei­nen Neben­leu­ten spricht, son­dern alles so laut ver­kün­det, das es ja jeder mit­be­kommt. Aber das gehört halt auch dazu ;-). Auch mei­ne Schu­he, die Mizu­no Wave Pre­cis­i­on haben mich brav bis ins Ziel getra­gen. Zwar waren sie etwas unge­wohnt auf der lan­gen Stre­cke, denn sie for­dern den Fuß etwas mehr als die Wave Inspi­re oder gar der Wave Nexus, aber das blieb so weit im Rah­men, das es nicht wei­ter stör­te.

Mein Forerun­ner sagt, dass die Stre­cke 34,5(7) Kilo­me­ter lang war (und damit ein biss­chen län­ger als die offi­zi­el­len 33,74. Gebraucht haben wir (ohne die Pau­sen, also rei­ne Lauf­zeit) 2:52:05. Das ergibt ein Tem­po von 4:59 – bes­ser geht es ja kaum ;-). Hier, bei Run­Sa­tur­day, lässt sich die Stre­cke, das Höhen­pro­fil etc. anschau­en: Klick. Einen ers­ten Lauf­be­richt gibt es schon hier beim Lauf­ti­cker.

der drang der herde zur fütterung

heu­te war arque-lauf. und es war wie­der sehr schön. das ist wirk­lich ein kom­plett emp­feh­lens­wer­ter lauf, des­we­gen war ich ja auch schon zum zwei­ten mal dabei. vor allem, weil man eigent­lich gar kei­ne chan­ce hat, sich beson­ders unter druck zu set­zen. durch das lau­fen in grup­pen je nach tem­po (muss man aller­dings spä­tes­tens am start wis­sen …) kann man selbst ent­schei­den, wie sport­lich es sein soll. und dabei bleibt es dann auch … ich bin, auf­grund des feh­len­den trai­nings, in der 5:30 min/km-grup­pe gelau­fen – seit die­sem jahr ist das die zweit­schnells­te, die ehe­ma­li­ge 4:30er gibt es man­gels nach­fra­ge nicht mehr, dafür geht es jetzt her­un­ter bis zu 7min/km (für mich wäre das ziem­lich schwer, in dem tem­po zu lau­fen …) der start hat sich lei­der etwas arg ver­zö­gert, weil die anmel­dung und aus­ga­be der start­num­mern (die es zwar gibt, für die man aber eigent­lich gar kei­ne ver­wen­dung hat …) etwas zäh lief und lan­ge dau­er­te. das wäre ja eigent­lich über­haupt kein pro­blem, aber ers­tens war es noch ziem­lich kalt – und wenn man sich fürs lau­fen anzieht, friert man beim her­um­ste­hen ziem­lich stark (die kla­mot­ten waren aber schon im trans­fer für den ziel­be­reich gelan­det …) und zwei­tens hat­te ich danach eigent­lich noch etwas vor. aber so geht das halt …

irgend­wann ging es dann tat­säch­lich los, zunächst durf­ten die fahr­rad­fah­rer (auch das eine neue­rung, ver­schie­den lan­ge stre­cken wur­den ange­bo­ten) los, dann zwei minu­ten spä­ter grup­pe b und nach wei­te­ren zwei minu­ten wir als grup­pe c – erstaun­li­cher­wei­se mit ledig­lich zwei pace­ma­kern. das tem­po lief gleich wun­der­bar locker, die bei­den tra­fen den ers­ten kilo­me­ter fast punkt­ge­nau … im ort kam dann noch die klei­ne­re grup­pe vom par­al­lel­start hin­zu, so dass wir wenigs­tens vier pace­ma­ker hat­ten – nicht unbe­dingt zu viel für die­se auf­ga­be. denn die vor­de­ren bei­den hat­ten durch­weg ziem­lich viel zu tun, das tem­po mög­lichst wenig schnel­ler wer­den zu las­sen – immer mit einer meu­te hung­ri­ger läu­fer direkt im nacken, die ordent­lich druck mach­ten. und nach fünf, sechs kilo­me­tern pen­del­ten wir uns dann auch tat­säch­lich bald bei 5:23 ein – also doch ein gan­zes stück zu schnell eigent­lich. ent­spre­chend hat­ten die hin­te­ren pace­ma­ker eher pro­ble­me, die grup­pe bei­sam­men­zu­hal­ten. für mich war das aber ein sehr ange­neh­mes tem­po.

es soll­te ja auch ein biss­chen warm wer­den dabei. denn das wet­ter war zwar nicht schlecht, aber auch nicht berau­schend: so um die 6 °C dürf­ten es gewe­sen sein. aber halt sehr feucht, vor allem vor dem start – da fror ich doch etwas und behielt des­halb mein lang­ärm­li­ges shirt an – aller­dings nur bis zu kilo­me­ter 4,5 – dann wur­de es damit zu warm: mit kur­zer hose und streak­run­ner­shirt waren die rest­li­chen 30 kilo­me­ter gut zu bewäl­ti­gen. und es reg­ne­te wenigs­tens nicht. erst in mainz, als mei­ne sup­pe (das gehört auch unbe­dingt zum arque-lauf, die fünf-minu­ten-ter­ri­ne danach) fast leer war, fing es etwas an zu nie­seln.

die wol­ken hin­gen aber sehr tief überm tau­nus und dem rhein­gau, es blieb den vor­mit­tag über feucht – in mainz war es um 7 uhr (der abfahrts­zeit der shut­tle­bus­se zum start – übri­gens ein tol­ler ser­vice!) noch wesent­lich freund­li­cher gewe­sen. dar­an änder­te sich unter­wegs aber nicht. etwas scha­de, denn von der (schö­nen!) land­schaft haben wir so nur wenig gese­hen. aber wir waren ja auch zum lau­fen gekom­men, nicht zum gucken. und das ging wun­der­bar – mit poli­zei­be­glei­tung und sani­tä­tern hin­ten­ach konn­te ja nix pas­sie­ren. und rote ampeln waren heu­te ganz legal kein hin­der­nis. das ist gera­de das schö­ne am arque-lauf: das er ein mit­tel­ding zwi­schen trai­ning und wett­kampf ist: zwar orga­ni­siert – und durch­aus soli­de, immer­hin ver­kraf­ten sie die zwi­schen 600 und 700 teil­neh­mer sehr gut, mit ver­pfle­gungs­stel­len etc. -, aber ohne wett­kampf, ohne zeit­mes­sung halt. und das gan­ze noch für einen guten zweck, denn die Erlö­se kom­men der Arbeits­ge­mein­schaft für Quer­schnitt­ge­lähm­te mit Spi­na bifi­da / Rhein-Main-Nahe e.V., eben der ARQUE, zugu­te. und die stre­cke führt sehr schön durch wald und wein­ber­ge, über fel­der und main ent­lang, sehr ange­neh­me zu lau­fen von kelk­heim nach mainz. auch die sim­mung im läu­fer­feld ist immer wie­der sehr ange­nehm. gut, es gibt natür­lich immer in jeder grup­pe ein paar, die wirk­lich 34 kilo­me­ter durch­quat­schen müs­sen. aber neben denen muss man ja nicht lau­fen, wenn man eher die ruhe mag. und das geklat­sche der den boden tref­fen­den lauf­schuh­soh­len macht ja auch schon genug lärm. also, wer nächs­tes jahr anfang novem­ber noche einen schö­nen lauf sucht: ich kann die 23. aus­ga­be des arque-laufs nur wärms­tens emp­feh­len.

20. arque-lauf 2007: gemeinsam zum ziel

das wet­ter hat in die­sem jahr nicht so ganz mit­ge­spielt. der 20. arque-lauf von kelk­heim nach mainz war aber trotz­dem eine schö­ne sache. gut, petrus schickt unfreund­li­ches feucht-kal­tes wet­ter. aber eigent­lich war es gar nicht so sehr kalt, nur ein sehr fie­ser, schnei­den­der wind von beträcht­li­cher geschwin­dig­keit in böen, der einen dann doch zum frie­ren brach­te – vor dem start und auch unter­wegs so eini­ge male. vor allem auf den brü­cken blies der wind – natür­lich immer von vorn oder wenigs­tens schräg von vor­ne. vor hoch­heim ver­sucht die son­ne, die wol­ken bei­sei­te zu schie­ben, hat­te damit aber nur sehr momen­tan ein wenig erfolg. na ja, das ist alles nicht so schlimm – es ist schließ­lich novem­ber. und rich­tig gereg­net hat es erst, als wir auf dem main­zer dom­platz hin­ter dem ziel unse­re geträn­ke tank­ten … da wur­de es dann lei­der ziem­lich unge­müt­lich, wes­halb ich bald ab nach hau­se bin – wie vie­le ande­re auch.

die stre­cke des arque-laufs hat eine etwas selt­sa­me län­ge: 17.248 €meter = 33.735 Meter, denn ein euro­me­ter ist logi­scher­wei­se 1,95583 Meter lang. das sind 80% eines mara­thons. zum ers­ten mal gab es die­se jahr auch die mög­lich­keit, kür­ze­re teil­stre­cken zu lau­fen und ent­spre­chend spä­ter ein­zu­stei­gen. das waren dann noch 10.848 €m = 21.218 Meter (sprint l genannt), 6.948 €m = 13.590 Meter (sprint m) und 4.048 €m = 7.918 Meter (sprint s). so arg vie­le habe ich da aber nicht gese­hen. das geschah jeweils an den ver­pfle­gungs­stel­len, wo es reich­lich bana­nen, war­men tee, und bei den spä­te­ren auch cola, was­ser etc. gab. gelau­fen wer­den alle stre­cken in fes­ten grup­pen, die von pace­ma­kern in einem kilo­me­ter-schnitt von 4:30 auf­wärts in abstän­den von 30 sekun­den geführt wer­den und zeit­ver­setzt star­ten. etwas unsi­cher war ich vor­her nur, wie ich die ver­pfle­gungs­stel­len über­ste­hen wür­den. denn hier hält die grup­pe geschlos­sen an und macht sozu­sa­gen rast – aber zum glück ging es immer zügig wei­ter. und obwohl ich sonst eigent­lich lie­ber durch­lau­fe, ging das wie­der anlau­fen ohne pro­blem von­stat­ten.

der lauf führt von zwei start­plät­zen in kelk­heim (ich star­te­te vom sport­ge­län­de reis aus, weil der dom-shut­tle nur dort­hin fuhr) zunächst hin­un­ter in den ort, wo wir uns mit den weni­gen läu­fern der grup­pe b des ande­ren start­plat­zes ver­ei­nig­ten und dann wie­der den berg hin­auf – immer­hin ist kelk­heim schon tau­nus 😉 – sehr schön fand ich dann das stück durch den gun­del­hard-wald hin­un­ter nach hof­heim. von dort führt die stre­cke auf der stra­ße nach marx­heim (zur ers­ten ver­pfle­gungs­stel­le) und wei­ter über die a66 nach weil­bach. dann geht es noch über die a3 und nun wei­ter auf feld­we­gen ober­halb von flörs­heim vor­bei. kurz vor hoch­heim trifft die stre­cke dann auf den main (ich hat­te mir aus irgend­ei­nem grund ein­ge­bil­det, das gesche­he schon viel frü­her und die gan­ze zeit dar­auf gewar­tet) und folgt die­sem bis kurz vor die mün­dung in den rhein, biegt dort aber ab und geht durch kost­heim über die theo­dor-heuss-brü­cke nach mainz. dort haben wir die ver­spreng­ten fast­nach­ter und die paar weni­gen main­zer noch gehö­rig mit unse­ren sprech­chö­ren – „erbar­men! zu spät! die hes­se kom­me!” – ver­schreckt und sind dann mit die­sem schlacht­ruf auch über den lieb­frau­en­platz um den dom bis ins ziel auf den dom­platz gebret­tert (die letz­ten ver­su­che der pace­ma­ker, das tem­po zu dros­seln, waren zum schei­tern ver­ur­teilt – vor allem, weil sie selbst ein­fach nicht lang­sa­mer wur­den), den wir nach 2 stun­den und 47 minu­ten (rei­ne lauf­zeit, ohne die pau­sen) erreich­ten.

der arque-lauf hat wirk­lich eine aus­ge­spro­chen schö­ne stre­cken­füh­rung. vie­le wald- und feld­we­ge (die in deutsch­land ja dum­mer­wei­se fast alle asphal­tiert sind), er führt durch die aus­läu­fer des tau­nus und die wein­ber­ge am main (und knapp vor­bei am tor zum rhein­gau). bei schö­nem wet­ter ist das bestimmt eine herr­li­che tour. wir wur­den dabei fast stän­dig von poli­zei und kran­ken­wa­gen (der lei­der auch ein­mal zum ein­satz kam) beglei­tet, die für einen wirk­lich rei­bungs­lo­sen ablauf sorg­ten – so müss­te man immer lau­fen kön­nen: die auto­fah­rer müs­sen war­ten, bis man über die kreu­zung ist und man hat die gan­ze stra­ße für sich allein.

und es gibt hier gute tem­po­ma­cher: klei­ne schwan­kun­gen sind natür­lich dabei, aber alles in allem fand ich das vor­ge­ge­be­ne tem­po ange­nehm kon­stant und auch an den auf- und abstie­gen gut zu lau­fen. sehr schön, das lau­fen mit tem­po­mat – auch eine neue erfah­rung für mich. mei­ne beden­ken, ob ein 5er-schnitt auf die­ser stre­cke nicht zu schnell sei, waren da bald ver­flo­gen. gut, die ers­ten kilo­me­ter lie­fen noch etwas holp­rig – ich war halt wie­der zu faul, mich ein­zu­lau­fen. um kilo­me­ter 22–25 etwa ging’s auch mal etwas zäher. aber danach lief es wie­der ganz und gar pro­blem­los. denn ganz aus­ge­powert war ich jetzt immer nicht – woh­lig erschöpft schon … die grup­pe ist auch erstaun­lich gut zusam­men geblie­ben – das hät­te ich nicht so erwar­tet. erst recht spät zog sie sich etwas aus­ein­an­der. und ich muss sagen, mit so einem vor­ge­ge­be­nen tem­po und in der grup­pe läuft es sich doch aus­ge­spro­chen ange­nehm und leicht. das tem­po war nie ein pro­blem für mich – obwohl ich mir auf der län­ge im moment nicht so beson­ders viel mehr zutraue. den 4:49er-schnitt, den mir mein trai­nings­plan vic­sys­tem vor­schlug, hät­te ich – wäre ich das als wett­kampf gelau­fen – viel­leicht noch geschafft. aber viel mehr sicher­lich nicht.

auch sonst fand ich die orga­ni­sa­ti­on ein­fach wun­der­bar – da kann man wirk­lich nichts sagen. und dass am start­platz reis nur zwei toi­let­ten zur ver­fü­gung ste­hen, lässt sich auch ver­schmer­zen. mei­ne start­num­mer – die gab es in die­sem jahr zum ers­ten mal auch – konn­te ich aller­dings nicht befes­ti­gen, weil ich in mei­ner tüte kei­ne sicher­heits­na­deln fand und selbst kei­ne dabei hat­te. aber die brauch­te man eigent­lich auch nur, um sei­nen klei­der­beu­tel im ziel wie­der­zu­fin­den. doch 9899 kann ich mir sogar beim lau­fen 3 stun­den mer­ken. und ich war nicht der ein­zi­ge ohne num­mer: in mei­ner grup­pe lief tat­säch­lich einer mit nack­tem ober­kör­per (bei knapp 10 °C) und kur­zen hosen. dafür aber mit son­nen­bril­le (ich fra­ge mich aller­dings, wie so jemand im som­mer bei 30 °C läuft – noch weni­ger kann er ja kaum anzie­hen, ohne anstoss zu erre­gen).

und etwas gutes tut man auch noch: das start­geld von 27 euro (mit groß­zü­gi­ger ver­pfle­gung an drei sta­tio­nen und t‑shirt, das man sogar anzie­hen kann, ohne augen­krebs zu bekom­men) ist eine spen­de für die namens­ge­ben­de arque, die „die Inter­es­sen von Men­schen mit ange­bo­re­ner Quer­schnitt­läh­mung (Spi­na bifi­da) und Stö­rung des Gehirn­was­ser­kreis­lau­fes (Hydro­ze­pha­lus)” ver­tritt. und es gibt außer­dem auch noch bus­trans­fers – sogar vom ziel zum start mor­gens, für mich sehr prak­tisch. da muss man zwar früh auf­ste­hen, denn abfahrt ist schon um 7.15. aber das ist wun­der­bar bequem. nach dem lauf dann noch die drei minu­ten heim spa­ziert und die herr­lich hei­ße dusche genos­sen. und weil’s mir so gut gefal­len hat, habe ich mir den nächs­ten arque-lauf schon wie­der fest vor­ge­nom­men.

hier gibts auch eine .kml-datei der stre­cke (für goog­le earth). und so sieht sie aus (nicht von den pfei­len ver­wir­ren las­sen, die hat sport­tracks dies­mal sehr selt­sam gesetzt):

strecke des arque-lauf

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