Täglich laufen

Übers Laufen und was sonst so draußen passiert.

3 Länder, 5 Mittelgebirge und 1 Platten

Im spä­ten Sep­tem­ber habe ich mich mal auf­ge­macht, die Erkun­dung der Umge­bung um Regens­burg über mei­ne übli­chen und bekann­ten Rou­ten etwas aus­zu­wei­ten. Die Idee war: Fünf Tage auf dem Rad in einer Rund­tour, die zumin­dest irgend­wie den Baye­ri­schen Wald beinhal­ten soll­te und den Gro­ßen Arber mit­neh­men soll­te, weil ich es bis­her noch nicht geschafft hat­te, da hin­auf zu kom­men, weder auf dem Rad noch zu Fuß oder irgend­wie anders … Schnell stand dann ein gro­ber Plan: Zunächst die Donau hin­un­ter, dann in den Baye­ri­schen Wald, durch die tsche­schi­che Repu­blik nach Sach­sen und von dort im Bogen wie­der zurück nach Regensburg.

Die „Anreise“ am Samstag: Von Regensburg nach Zwiesel

Alles fing, natür­lich, ganz harm­los an. Zunächst – nach­dem wie immer etwas ner­vi­gen (aber noch im Rah­men) Durch­que­ren des Stad­ge­biets von Regens­burg von Wes­ten nach Osten – sogar recht lang­wei­lig. Den Donau­rad­weg schön am Fluss ent­lang, da pas­siert nicht viel oder nichts, man rollt fröh­lich vor sich hin und sam­melt flei­ßig Kilo­me­ter. Am Sams­tag Mor­gen war auch wenig los, nur rund um die Ort­schaf­ten waren ein­zel­ne Men­schen auf dem Deich oder den Wegen zu sehen, zu Fuß, mit Hund oder auf dem Rad.

Eine ers­te kur­ze Pau­se zur Ver­pfle­gung leg­te ich in Kie­fen­holz nach knapp 27 Kilo­me­tern ein. Und kurz dar­auf habe ich tat­säch­lich einen ande­ren Rad­ler über­holt, der sich dann für eine Hand­voll Kilo­me­ter in mei­nen Wind­schat­ten hing – bis ich aus Schalt­faul­heit an einem Mini-Buckel­chen offen­bar zu lang­sam wur­de und ihn davon­zie­hen ließ (und kurz danach noch die fal­sche Abzwei­gung nahm, so dass er dann auch wirk­lich weg war). Ansons­ten pas­sier­te erst ein­mal immer noch nicht viel. Ich radel­te durch kilo­me­ter­lan­ge Mais­feld-Ansamm­lun­gen, man­ches schon geern­tet, man­ches noch auf dem Feld – das war aber auch schon das Höchs­te der Abwechs­lung. So gings dann auch schon an Strau­bing vor­bei und kurz durch Bogen, wo ich mich bei einem Bäcker geschwind ver­pfleg­te und die Back­wa­ren nach dem Durch­que­ren des Ortes auf einer Bank am Rad­weg ver­zehr­te. 65 Kilo­me­ter war ich jetzt schon unter­wegs und immer noch an der Donau. Aber nicht mehr lan­ge, denn schon weni­ge Kilo­me­ter spä­ter führ­te mich mei­ne geplan­te Tour dann all­mäh­lich weg vom Fluss – und ruck­zuck war ich dann auch schon in den Hügeln als Vor­be­rei­tung auf den Baye­ri­schen Wald. In den Dör­fern dort gibt es offen­bar sehr krea­ti­ve Köp­fe: Ich pas­sie­re die „Stra­ße der Dich­tungs­tech­nik“ und kam wenig spä­ter durch die „Auto­bahn­stra­ße“, die – gro­ße Über­ra­schung – wirk­lich nahe der Auto­bahn (A3), die ich gera­de gekreuzt hat­te, verläuft.

So ging es dann auch wei­ter durch die Hügel, die Land­schaft wirk­te jetzt schon fast vor­al­pen­länd­lich – über­all ein­zel­ne Höfe (es ist wirk­lich wahn­sin­nig, wie besie­delt (oder zer­sie­delt) die­se Gegend ist, nicht nur in den vie­len (immer mehr wach­sen­den) Dör­fern, son­dern auch per­ma­nent dazwi­schen und auch im Blick links und rechts immer dazwi­schen). In Alberts­ried sam­mel­te sich gera­de die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr in Aus­geh­uni­form für ein Foto, zwei von ihren Mit­glie­dern aus dem Nach­bar­dorf kamen mir sogar auf dem (E-)Rad ent­ge­gen. Ich mach­te dann noch einen etwas komi­schen Abste­cher weit nach Süden, fast bis Egg, um mich dann von dort aus an die Schlüs­sel­stel­le des ers­ten Tages zu machen: Die Auf­fahrt von Leit­hen nach Kalt­eck. Hier hat­te ich schon 90 für mei­ne Ver­hält­nis­se recht zügi­ge Kilo­me­ter in den Bei­nen. Und nun türm­te sich vor mir eine Wand. Das war dann wohl die Stun­de der Wahr­heit, der Teil, den ich schon bei der Pla­nung ver­flucht habe, aber nicht ver­nünf­tig umge­hen konn­te: Der Anstieg nach Kalt­eck. Das sind meh­re­re Kilo­me­ter bei ca. 12 % – das zieht sich, die Stra­ße ist wirk­lich fast durch­ge­hend rich­tig steil. Und die kur­zen, ein­ge­streu­ten Erleich­te­run­gen sind nur gra­du­ell, flach ist da ein­fach nichts. Die­ser Abschnitt ist ein­fach lang und hört nicht auf, son­dern geht nach der Kur­ve immer wie­der wei­ter … Mit zwei kür­ze­ren Ver­schnauf­pau­sen und dank des Ret­tungs­rings, auf dem ich eine gan­ze Wei­le rum­kur­bel­te (und dabei natür­lich nur sehr zag­haft vor­an­kam) ging es aber. Nach dem Sat­tel in Kalt­eck auf unge­fähr 750 m Höhe durf­ten die Höhen­me­ter in einer schö­nen Abfahrt auch gleich wie­der ver­nich­tet wer­den. Dann näher­te ich mich auch schon schnell der psy­cho­lo­gisch wich­ti­gen 100-Kilo­me­ter-Mar­ke, an der wei­ter nichts pas­sier­te. Die Rou­te blieb jetzt aber wel­li­ger mit eini­gen klei­ne­ren Anstie­gen und führ­te mich so ins Tal des Schwar­zen Regen und schließ­lich nach Regen selbst.

Die Ein­fahrt nach Regen war von mir bei der Tour­vor­be­rei­tung schlecht geplant wor­den und etwas arg ver­win­kelt, aber dafür ist Regen nun auch nicht groß und ich war schnell wie­der raus und folg­te grob dem Rad­weg nach Zwie­sel. Der führ­te mich durch so schö­ne Orts­na­men wie Schwein­hütt, Gst­reit, Drei­eck und Tau­send­bach. Und dann war ich auch schon in Zwie­sel. Dank mei­nes Navis fand ich auch mein Hotel, den Gast­hof Post­hal­ter in der Innen­stadt, sofort und ohne Pro­ble­me – nach 126,7 Kilo­me­teren in 5,5 Stun­den Fahrzeit.

Der Gast­hof Post­hal­ter ist ein net­tes Hotel, recht neu im alten Gebäu­de, sehr typi­sche Hotel­zim­mer, aber ohne viel Cha­rak­ter. Dafür habe ich mich im Restau­rant sehr wohl­ge­fühlt, vor allem gab es da gutes Essen, näm­lich einen sehr lecke­ren Krus­ten­bra­ten (ich muss­te ja die Chan­ce nut­zen, wenn ich mal unter­wegs bin). Und am nächs­ten Mor­gen fand ich auch ein anspre­chen­des, gutes Früh­stück, das mich aus­ge­zeich­net für den zwei­ten Tag stärkte.

Die Tages­da­ten: 127 km, 1150 hm. Die Akti­vi­tät mit Kar­te und allen Daten: Klick.

Die „Bergetappe“ am Sonntag: Von Zwiesel über den Arber nach Waldmünchen-Herzogau

Der zwei­te Tag fing natür­lich wenig über­ra­schend genau dort an, wo der ers­te auf­hör­te: in Zwie­sel. Jetzt ging es aber gleich rich­tig in den Wald, den Baye­ri­schen, und den Natio­nal­park dazu. Kaum war ich aus der Stadt raus, stan­den da auch schon die Bäu­me. Und gin­gen erst ein­mal nicht mehr weg. Mei­ne Rou­te führ­te mich durch das Tal der Zwie­sel, vor­bei an der See­bach­hüt­te, nach Baye­risch Eisen­stein. Damit hat­te ich auch schon ein­mal ein paar ers­te Höhen­me­ter zum Auf­wär­men gesam­melt.
Aber die eigent­lich kamen ja erst noch. Denn in Baye­risch Eisen­stein ging es haar­scharf vor der Staats­gren­ze ab und hin­auf, nun in Rich­tung Arber. Die Auf­fahrt zog sich dann ein biss­chen, war aber gut zu fah­ren: Nicht beson­ders steil, aber immer ste­tig anstei­gend, und auch rela­tiv gleich­mä­ßig bis zur Tal­sta­ti­on des Ski­ge­bie­tes am Gro­ßen Arber auf einer Höhe von 1040 Metern. Eine ganz kur­ze Abfahrt auf der lee­ren Stra­ße brach­te mich zum Arber­see. Von dort ging es dann noch ein­mal ein Stück hin­auf, die­ses Mal bis gut 1100 Metern bei Bret­ter­schach­ten. Nach einer kur­zen Pau­se beim Lang­lauf­zen­trum schmiss ich die Jacke über und stürz­te mich die schö­ne Abfahrt nach Boden­mais hin­un­ter. Da war dann – Sonn­tag, kurz vor Mit­tag – im Ort viel los. Wäh­rend der Arber noch in Wol­ken ver­steckt war (und es dort oben zeit­wei­lig auch recht feucht war), war es hier unten doch deut­lich freund­li­cher und angenehmer.

Nun erwar­te­te mich auch schon die ers­te von zwei Bau­stel­len des Tages: Die Stra­ße nach Wes­ten, aus Boden­mais hin­aus, war ein­fach gesperrt, eine ver­nünf­ti­ge Umlei­tung war nicht zu erken­nen. Da hät­te ich aber auch ver­mut­lich sowie­so kei­ne Lust dar­auf gehabt. Also wag­te ich mich in die Bau­stel­le und es ging auch alles gut, aller­dings lang­sam: Denn auf der abge­fräs­ten Teer­de­cke mach­te es kei­nen ech­ten Spaß (und selbst bei mäßi­gem Tem­po tes­te­te ich damit jede Schraub­ver­bin­dung am Rad, so rüt­tel­te das alles durch). Aber immer­hin kam ich gut durch die meh­re­re Kilo­me­ter Bau­stel­le und muss­te nicht eine Alter­na­ti­ve suchen. Ein paar kür­ze­re, aber kna­cki­ge Anstie­ge war­te­ten ja noch auf mich. Der ers­te ging in Arn­bruck gleich sehr def­tig los, beru­hig­te sich dann aber glück­li­cher­wei­se wie­der. Oben, beim Eck, sah ich beim Pau­sie­ren dann schon das nächs­te Sperr­schild auf der Stra­ße nach unten auf die ande­re Sei­te. Da aber ein­hei­mi­sche Autos von unten hoch­ka­men, fuhr ich auch in die­se Bau­stel­le ein­fach hin­ein. Natür­lich war auch hier dann wie­der eine gutes Stück der Abfahrt die Teer­de­cke weg­ge­fräst, was mich ordent­lich aus­brems­te. Aber am Sonn­tag Nach­mit­tag war auch hier nie­mand am Arbei­ten, so dass ich immer­hin durchkam.

So gelang­te ich dann nach Arr­ach, bevor es wie­der in den nächs­ten Auf­stieg ging. Auch der war gut zu bewäl­ti­gen und nach einer kur­zen Pau­se am Absetz auf dem Schei­tel­punkt konn­te ich mich wie­der auf die Abfahrt freu­en. Denn nun, nach knapp 70 Kilo­me­tern, waren die meis­ten Höhen­me­ter an die­sem Tag bereits bewäl­tigt. Wei­ter ging es dann recht ange­nehm in klei­nen Wel­len durch die Fel­der über Kolm­stein, Neu­kir­chen beim Hei­li­gen Blut nach Furth im Wald. Über ein paar wei­te­re Dör­fer führt mei­ne Rou­te mich dann in den letz­ten Anstieg von Glei­ßen­berg nach Her­zo­gau, einem zu Wald­mün­chen gehö­ren­den Dörf­chen. Die­ser letz­te Anstieg wäre nun nicht mehr unbe­dingt nötig gewe­sen … Aber nach etwas mehr als 101 Kilo­me­ter stand ich dann schon wie­der vor mei­nem Nacht­quar­tier, dem Land­ho­tel Gru­ber, einer sehr freund­li­chen, net­ten, ruhi­gen und ange­neh­men Her­ber­ge. Das Essen war aller­dings sehr tra­di­tio­nell, sozu­sa­gen – in der Tra­di­ti­on des spä­ten 20. Jahr­hun­derts der deut­schen gut-bür­ger­li­che Küche (wie das so schön heißt) ein ziem­lich mäßi­ger Salat, ein gro­ßes Schnit­zel und immer­hin gute Pom­mes. Mit einer klei­nen Por­ti­on Kai­ser­schmarrn als Nach­tisch reich­te das dann aber, denn den Tag über hat­te ich nur zwei Rie­gel ver­drückt und mich sonst aus­schließ­lich am Was­ser gut getan. Der Schlaf danach war dann aus irgend einem Grund nur mäßig, aber dafür erwar­te­te mich am nächs­ten Mor­gen aber ein sehr lecke­res Frühstück.

Die Tages­da­ten: 101 km, 1700 hm. Die Akti­vi­tät mit Kar­te und allen Daten: Klick.

Die „Auslandsetappe“ am Montag: Von Waldmünchen-Herzogau durch den Böhmerwald nach Bad Brambach

Und so ging es auch in den drit­ten Tag mit gut gefüll­tem Magen. Nach der kur­zen, aber schnel­len Abfahrt nach Wald­mün­chen hin­un­ter, die in der schon herbst­li­chen Küh­le mich gut auf­weck­te, mach­te ich mich auf in Rich­tung Gren­ze zur Tsche­chi­schen Repu­blik. Und ziem­lich gleich hin­ter der Gren­ze mach­te sich mei­ne Rou­ten­pla­nung sehr bezahlt. In einer Kom­bi­na­ti­on aus BRou­ter und Komoot hat­te ich näm­lich die Rou­te durch den Böh­mer­wald und die angren­zen­den Regio­nen nach Nor­den, nach Bad Bram­bach in Sach­sen, geplant. Und dabei in wei­ser Vor­aus­sicht beson­ders dar­auf geach­tet, dass ich vor allem Neben­stra­ßen fah­ren würde.

So war es dann auch tat­säch­lich. Schon sehr kurz nach der Gren­ze ging es ab und erst ein­mal wie­der in den Wald. Das war herr­lich – so ganz allei­ne auf dem klei­ne Sträß­chen. Gut, der Asphalt war nicht der bes­te, es war schon manch­mal holp­rig und wel­lig, die Stra­ße hat­te offen­bar kaum mehr Unter­bau als ein Wald­weg, wur­de aber von gro­ßen LKW zum Holz­trans­port genutzt. Dafür war aber auch nichts los – alle Vier­tel­stun­de mal ein Auto oder so. Und eine Men­ge Wald, wie­der einmal.

Die tol­le Rou­te führ­te mich nahe­zu aus­schließ­lich über die Dör­fer, auf klei­nen und kleins­ten Sträß­chen, manch­mal kaum bes­se­re Feld­we­ge. Ich sah eini­ge gro­ße Lkws, auch Con­tai­ner, die direkt im Wald mit Stamm­holz bela­den wur­den, her­um­ste­hen. Aber trotz­dem: Schö­ner als ver­kehrs­rei­che per­fek­te Stra­ßen war das alle­mal. Das gilt gera­de in Tsche­chi­en. Denn die tsche­chi­schen Autofahrer*innen fah­ren einer­seits sel­ten lang­sam und ten­die­ren ande­rer­seits etwas häu­fi­ger als die deut­schen zum knap­pen, dich­ten Über­ho­len. Das war mir schon am Sonn­tag auf­ge­fal­len, da war ich ja – auf der deut­schen Sei­te – auch schon im Grenz­ge­biet mit ent­spre­chen­dem Aus­flugs­ver­kehr. Und gene­rell scheint sich das in letz­ter Zeit in Deutsch­land schon etwas zu bes­sern. Natür­lich gibt es immer noch über­all die Spin­ner, die beson­ders dicht über­ho­len müs­sen. Aber die aller­meis­ten ach­ten zuneh­mend auf Abstand, auch wenn sie dafür abbrem­sen oder sogar kurz war­ten müs­sen. Das ist schon eine deut­li­che Ent­wick­lung in die rich­ti­ge Richtung.

Zunächst ging es also durch den Böh­mer­wald. Und das im ste­ti­gen Auf und Ab. Das blieb den auch gan­zen Tag so. Und es blieb ein sehr kurz rhyth­mi­sier­tes Auf und Ab, mit vie­len klei­nen Abfahr­ten und kur­zen, aber durch­aus immer wie­der kna­cki­gen Anstie­gen auf der ande­ren Sei­te des Baches, zur nächs­ten Ansamm­lung von Höfen und Häu­sern. Das war übri­gens auch auf­fäl­lig: Die Sied­lungs­struk­tur unter­schei­det sich schon deut­lich, die Dör­fer sind oft (nicht immer, natür­lich) nur drei, vier, fünf Höfe und Häu­ser. Dafür ziem­lich dicht bei­ein­an­der, sobald ich aus dem eigent­li­chen Wald­ge­biet raus war und auf der Art Hoch­ebe­ne mit den vie­len Tälern und Wel­len unter­wegs war. Die­se vie­len An- und Abstie­ge hat­ten übri­gens auch mei­ne Höhen­me­ter­pla­nung durch­ein­an­der­ge­bracht: Statt knapp 1100 Höhen­me­ter, wie Komoot bei der Pla­nung behaup­te­te, waren das gute 1500 – ein Unter­schied, den mei­ne Bei­ne dann durch­aus bemerkten.

Aber erst ein­mal ging es ja durch den Böh­mi­schen Wald. Das war Wald im wahrs­ten Sinn des Wor­tes: Nichts als Fich­ten, Kilo­me­ter um Kilo­me­ter. Dann kamen die ers­ten Auf­lo­cke­run­gen, die ers­ten paar Wie­sen und Wei­den. Und die Agrar­flä­chen wur­den grö­ßer, die Wald­ab­schnit­te kür­zer, bis der eigent­li­che Wald ganz hin­ter mir lag. Das inten­si­ve Wald­er­le­benis lag aber auch an der geplan­ten Rou­te. Die führ­te mich näm­lich schon direkt nach der Gren­ze von der Fern­stra­ße weg auf klei­ne und kleins­te Sträß­chen. Das warr schon fast aben­teu­er­lich, weil die­se Stra­ßen – manch­mal nur ein bes­ser Feld- der Wald­weg – auch nicht immer sehr gut in Schuss waren. Da hol­per­te so eini­ges und zwang zu etwas vor­sich­ti­ge­rem, zurück­ge­nom­me­nem Fahren.

Aber den­noch lief es gut. Gro­ße Aben­teu­er hat­te ich ja für die­sen Tag nicht geplant, kei­ne Ber­ge, kei­ne lan­gen oder stei­len Anstie­ge. So kam ich rich­tig gut vor­wärts, hat­te viel Freu­de, weil ich dem Regen davon­fah­ren konn­te. Am spä­ten Vor­mit­tag und mit­tags kam dann sogar immer öfter die Son­ne zwi­schen den Wol­ken her­vor. Das hat­te mor­gens beim Start noch anders, näm­lich weni­ger freund­lich, ausgesehen.

Dann erwisch­te ich auch wie­der ein­mal eine Bau­stel­le mit gesperr­ter Stra­ße. Ich ver­such­te natür­lich wie­der mein Glück und schau­te, ob ich nicht trotz gesperr­ter Stra­ße durch­kom­me (oft geht das mit dem Rad ja schon noch irgend­wie). Hier war aber tat­säch­lich kein Durch­kom­men: Denn die Brü­cke über das Flüss­chen war sehr gründ­lich abge­baut und noch kein Ersatz da. Also muss­te ich eben doch wie­der umdre­hen, die wun­der­bar glat­te neue Stra­ße wie­der zurück und hoch und dann noch die eigent­li­che Umlei­tung. Das gab dann zusam­men knapp 15 Kilo­me­ter mehr auf dem Tacho.

Der Rou­ten­ver­lauf blieb dann aber freund­lich, vor­wie­gend über Feld, Wald und Wie­se und ein paar Dör­fer. Städ­te tou­chier­te ich nur ganz sel­ten, dafür ein­mal immer­hin mit einem rich­tig stei­len Hang. Da war ich glück­li­cher­wei­se auf Zack und bin recht­zei­tig auf den brei­ten Bür­ger­steig (wo kei­ne Fuß­gän­ger unter­wegs waren) aus­ge­wi­chen, sonst hät­te ich etwas weni­ger Spaß gehabt.

Das Ende zog sich dann auch ein biss­chen, aber irgend­wann tauch­te dann tat­säch­lich „Bad Bram­bach“ auf einem tsche­chi­schen Weg­wei­se auf. Und dann war es tat­säch­lich nicht mehr weit, noch ein letz­tes Stück auf dem recht neu­en, grenz­ver­bin­de­nen Rad­weg und geschwind durch das etwas her­un­ter­ge­komm­men wir­ken­de Bad Bram­bach zum Tages­ziel, dem Park­ho­tel am alten Kur­park, wor ich recht­schaf­fen müde anlangte.

Das Hotel war zwar güns­tig, aber auch mit Grund. Das Zim­mer war sehr ein­fach ein­ge­rich­tet, das Bad hat auch schon lan­ge kei­ne Ände­rung (ver­mut­lich seit ziem­lich genau 30 Jah­ren …) mehr gese­hen. Steck­do­se gab es nur eine in Fuß­bo­den­nä­he am Ein­gang des Zim­mers – das ist dann doch etwas sub­op­ti­mal, um die elek­tro­ni­schen Gerä­te zu laden. Dem Publi­kum war das wahr­schein­lich egal, die 70-/80-Jäh­ri­gen sahen nicht so aus, als wären sie gro­ße Smart­phone-Nut­zer. Das Abend­essen war ent­spre­chend ein­fach, das Früh­stück dann regel­recht bil­lig (und der Raum super eng und voll gestopft). Das war nun wirk­lich kei­ne unbe­ding­te Emp­feh­lung wert.

Die Tages­da­ten: 145 km, 1500 hm. Die Akti­vi­tät mit Kar­te und allen Daten: Klick.

Die „Regentour“: Von Bad Brambach durch das Vogtland nach Marktredwitz

Nach dem ent­täu­schen­den Früh­stück mach­te ich mich gegen 9 Uhr wie­der auf den Weg. Es nie­sel­te etwas unent­schlos­sen, mal mehr, mal weni­ger, mal gar nicht. Die Stra­ßen waren aber immer­hin schon ordent­lich nass. Mei­ne heu­ti­ge Rou­te soll­te micht in einem Bogen nord­west­wärts durch das Vogt­land füh­ren und dann ins Fich­tel­ge­bir­ge, nach Markt­red­witz (und damit zurück nach Bay­ern) brin­gen. Nach dem drit­ten Tag mit sei­ner unge­plan­ten Ver­län­ge­rung hat­te ich sie noch mini­mal gekürzt und mir eine wei­te­re Abkür­zung über­legt, als Mög­lich­keit, falls mei­ne Bei­ne nicht mit­spie­len woll­ten. Zunächst war aber erst mal los­rol­len ange­sagt: Ein Stück der gest­ri­gen Rou­te zurück und dann, im ers­ten Ort auf der tsche­chi­schen Sei­te, ab in die neue Rou­te. Und dann stand ich auch schon bald wie­der am Stra­ßen­rand: Das Hin­ter­rad war platt (end­lich, mein ers­ter Plat­ten am Renn­rad!). Zum Glück war ich gera­de in einem klei­nen Dorf und zum Glück reg­ne­te es gera­de nicht. Also bau­te ich das Rad aus und wech­sel­te den Schlauch. Das ging ein­fa­cher als ich befürch­te­te, war aber mit nas­sem und dre­cki­gem Rad eine rech­te Saue­rei. Und irgend­wie bin ich auch noch mit der rech­ten Hand abge­rutscht und habe mir am Zei­ge­fin­ger die Haut auf­ge­ris­sen, was natür­lich auch schön blu­te­te. Das Ein­bau­en des wie­der fahr­tüch­ti­gen Hin­ter­ra­des – das Auf­pum­pen mit der Mini­pum­pe ging erstaun­lich gut, wenn auch nicht ganz zu mei­nem bevor­zug­ten Luft­druck – war dann aller­dings erstaun­lich fum­me­lig, ich hat­te Schwie­rig­kei­ten, das Rad mit­tig ein­zu­bau­en und die Brem­se zum Funk­tio­nie­ren zu brin­gen. Aber auch das war dann geschafft, ich sam­mel­te mei­nen Kram zusam­men und mach­te mich wie­der auf den Weg.

Nun fing es auch bald an ernst­haft zu reg­nen – zumin­dest so ernst­haft, dass ich in die Regen­ja­cke wech­sel­te. Das war dann zeit­wei­se weni­ger lus­tig. Zum Bei­spiel bei der eigent­lich schö­nen Abfahrt. Im stark strö­men­den Regen und den fri­schen Tem­pe­ra­tu­ren mach­te das aber kaum Spaß: Ich trau­te mich nicht recht, fuhr also eher ver­hal­ten. Und trotz­dem wur­den die Hän­de kalt und käl­ter. Da hät­te ich doch auf die lan­gen Hand­schu­he (die ich ja im Gepäck hat­te) wech­seln sol­len, unter­ließ das aber aus Stur­heit. Es blieb dann beim Wet­ter ziem­lich gleich: Der Regen ließ mal nach, wur­de mal wie­der stär­ker, mach­te auch die eine oder ande­re Pau­se. Aber rich­tig tro­cken wur­de es an dem Tag nicht mehr.

Bei der als mög­lich geplan­ten Abkür­zung kam ich dann auch gar nicht in Ver­su­chung, denn genau hier war mal wie­der die Stra­ße wegen einer lan­gen Bau­stel­le gesperrt. Das tan­gier­te mich aber nicht wei­ter, die geplan­te Rou­te war fahr­bar und führ­te mich mal wie­der in Win­ter­sport­hö­hen. Der Anstieg da hin­auf war aber gar nicht schlimm. Die Abfahrt war dann viel rasan­ter – wie­der ein­mal ein klei­nes Sträß­chen. Auf­grund des eher wid­ri­gen Wet­ters und des unüber­sicht­li­chen Stra­ßen­ver­laufs nutz­te ich das aber nicht voll­kom­men aus, son­dern fuhr lie­ber defensiv. 

Die Stre­cke am vier­ten Tag mit meh­re­ren Grenz­über­trit­ten war ins­ge­samt eigent­lich ganz nett, hat­te aller­dings meh­re­re klei­ne­re und mitt­le­re Städ­te zu durch­que­ren. Das Wet­ter blieb aber nicht nett, grau und nass war es den gan­zen Tag. So konn­te ich die Viel­falt der Stre­cken­füh­rung nicht so recht genie­ßen und war dann doch recht froh, als ich nach 108 Kilo­me­tern und 900 Höhen­me­ter (die sich nach deut­lich mehr anfühl­ten …) in Markt­red­witz anlan­ge. Dort hat­te ich im Hotel Bär ein Zim­mer gebucht, das sich als nett, aber auch als recht klein ent­pupp­te. Vor allem das Bad war schon sehr eng und platz­spa­rend gebaut. Doch das Hotel­re­stau­rant bot gutes und reich­hal­ti­ges Essen, einen sehr lecke­ren Bur­ger gönn­te ich mir zur Stärkung.

Die Tages­da­ten: 108 km, 900 hm. Die Akti­vi­tät mit Kar­te und allen Daten: Klick.

Die „Heimfahrt“: Von Marktredwitz nach Regensburg

Am Mitt­woch, dem letz­ten Tag der Rund­rei­se, genoss ich nach eher mäßi­gem und knap­pen Schlaf – ich konn­te irgend­wie kaum ein­schla­fen – zunächst aus­gie­big das sehr gute, viel­fäl­ti­ge und reich­hal­ti­ge Früh­stücks­buf­fet (das bes­te Früh­stück der Tour). Nach der sehr unkom­pli­zier­ten und geschwin­den Abrech­nung war ich wie­der auf dem Rad, und vom Start weg im Regen schon wie­der. Da es aber nicht sehr stark (aller­dings durch­aus bestän­dig reg­ne­te), fing ich erst ein­mal in der Wind­ja­cke an – es kam ja bald der ers­te (und haupt­säch­li­che) „Berg“ des Tages, da wür­de ich schon warm wer­den. Die Bei­ne waren aller­dings wie­der­um alles ande­re als aus­ge­ruht – aber irgen­wie wür­de ich schon heimkommen … 

Nach einer klei­nen inner­ört­li­chen Umlei­tung in Markt­red­witz (der Tag fing gut an!), roll­te es dann tat­säch­lich recht gut. Meist war ich wie­der auf klei­ne­ren Stra­ßen und Wegen unter­wegs, das ist dann doch ein­fach viel ange­neh­mer als auf den direk­te­ren, aber stär­ker befah­re­nen Stre­cken. Spä­ter am Tag kam dann natür­lich noch eine Sper­rung, die ich vor­sichts­hal­ber igno­rier­te (die Umlei­tung war schon recht groß­räu­mig für Rad­fah­rer­bei­ne) und mit Glück pro­blem­los durch die heu­te sowie­so ver­las­se­ne Bau­stel­le kam. Den Vor­mit­tag über hat­te ich ver­teilt immer mal wie­der Regen, zum Glück meis­tens nicht sehr stark. Aber doch immer­hin so, dass ich wie­der schön nass war. Vor allem die Füße spür­ten das trotz Über­schu­hen, für die Hän­de hat­te ich auf lang­fing­ri­ge Herbst­hand­schu­he gewech­selt, was eine gute Ent­schei­dung war.

Die Rou­te am Abschluss­tag war nun nicht gera­de die schöns­te der Tour. Ich woll­te ja heim­kom­men, des­we­gen habe ich mich für den direk­te­ren Weg ent­schie­den und auf land­schaft­li­che schö­ne Tou­ren­füh­rung eher ver­zich­tet – das waren im Plan immer­hin doch noch knapp 140 Kilo­me­ter, für den fünf­ten Tag also gera­de genug. Dafür war ich jetzt eben mehr in den Städ­ten (durch Wei­den, Schwan­dorf, Max­hüt­te-Haid­hof und so wei­ter) und dem dich­ter besie­del­ten Land unter­wegs, immer wie­der auch in der Nähe der Auto­bahn (oder unter und über ihr). Doch es ließ sich ins­ge­samt durch­aus ordent­lich radeln. Nur war es heu­te eben nicht mehr so ein­sam und länd­lich wie in den letz­ten Tagen. Aber dafür war die Stre­cke ja etwas fla­cher, ich konn­te also, trotz der nicht gera­de fri­schen Bei­ne, durch­aus Tem­po machen. Und dann, auf dem letz­ten Stück am Regen bis hin­ein nach Regens­burg, auf dem gut aus­ge­bau­ten Regen­rad­weg sogar (gefühlt) rich­tig Gas geben. Denn Rad­ver­kehr war an einem Mitt­woch natür­lich wenig, die Rad­we­ge hat­te ich fast durch­ge­hend für mich allei­ne. Und so erreich­te ich dann schon recht früh am Nach­mit­tag wie­der Regens­burg – ver­dreckt, aber glücklich. 

Die Tages­da­ten: 139 km, 700 hm. Die Akti­vi­tät mit Kar­te und allen Daten: Klick.

Die Gesamtwertung

620 km und knapp 6000 Höhen­me­ter hat­ten mei­ne Bei­ne mich in die­sen fünf Tagen gebracht – und mir viel Freu­de gemacht. Das war bestimmt nicht mein letz­ter Aus­flug in die baye­ri­schen oder böh­mi­schen Wäl­der und Mit­tel­ge­bir­ge. Immer­hin fünf Mit­tel­ge­bir­ge habe ich ja gesam­melt: Baye­ri­scher Wald, Böh­mi­scher Wald, Vogt­land, Fich­tel­ge­bir­ge, Ober­pfäl­zer Wald. Und das hat für mich wie­der mal gezeigt: Es muss gar nicht immer spek­ta­ku­lär und weit weg sein, auch direkt vor der Haus­tür fin­det man genü­gend Aben­teu­er. Ein paar Tage hin­ter­ein­an­der Rad­fah­ren ist immer wie­der eine schö­ne Sache, die ich wohl öfters machen soll­te. Gera­de so eine Rund­tour von Haus­tür zu Haus­tür kommt mir sehr ent­ge­gen: Das redu­ziert den Auf­wand deut­lich, man muss sich nicht um Orga­ni­sa­ti­on, Tickets und Fahr­plä­ne küm­mern, son­dern kann ein­fach los­fah­ren. Die Stei­ge­rung wäre jetzt noch, die Hotels nicht im vor­hin­ein zu buchen (das hat­te ich die­ses Mal unge­fähr 10 Tage vor­her, nach­dem mei­ne gro­be Rou­ten­pla­nung stand, gemacht), son­dern ein­fach auf gut Glück los­zu­fah­ren … Da bin ich bis­her immer zu ängst­lich gewe­sen. Aber viel­leicht soll­te ich das doch ein­fach mal pro­bie­ren, um die Frei­heits­gra­de noch etwas zu erhöhen.

Bes­ser wäre es frei­lich gewe­sen, ein oder zwei Wochen vor­her zu fah­ren. Da war es näm­lich noch wär­mer und tro­cke­ner. Das lässt sich frei­lich nicht immer per­fekt pla­nen. Aber immer­hin hat­te ich genü­gend Ausrüstung/​Klamotten dabei, das hat sich eigent­lich recht gut bewährt: Kur­ze Rad­ho­se und kur­zes Tri­kot, dazu Arm­lin­ge und recht war­me Bein­lin­ge (die ich drin­gend gebraucht habe nach den ers­ten Tagen), sowohl eine dün­ne Wind­ja­cke, die nicht rich­tig was­ser­fest ist (aber ein leich­tes Nie­seln gut aus­hält) als auch eine ordent­li­che Regen­ja­cke. Und natür­lich Hand­schu­he in kurz und lang eben­so wie die Regen­über­schu­he. Das pass­te zus­ma­men mit mei­nen (sehr redu­zier­ten) Zivil­kla­mot­ten und dem rest­li­chen Klein­kram gut in die gro­ße Sat­tel­ta­sche, so dass ich mit Sat­tel­ta­sche und Ober­rohr­ta­sche für fünf Tage per­fekt zurecht kam. 

Fahrradwochenende in Tauberfranken

Den Vor­teil, im katho­li­schen Bay­ern zu woh­nen und zu arbei­ten, habe ich die­ses Jahr für einen klei­nen Rad­ur­laub genutzt: Den Fei­er­tag Fron­leich­nam mit dem „Brü­cken­tag“ und einem zusätz­li­chen Urlaubs­tag am Mon­tag dar­auf ergänzt und so fünf Tage genutzt, um mein Rad etwas aus­zu­fah­ren. Und damit ich das auch wirk­lich mache und nicht wie­der auf der Couch lan­de, habe Regens­burg dafür ver­las­sen. Der Plan sah so aus: Am Don­ners­tag zu mei­ner Unter­kunft für die nächs­ten Tage in Tau­ber­fran­ken, dann dort eini­ge klei­ne­re Tou­ren, und am Mon­tag wie­der zurück in die Ober­pfalz. So ist es dann geworden:

Donnerstag (Fronleichnam)

Mor­gens, nach dem schnel­len Packen und Rad fer­tig machen (das meis­te war ja aber schon vor­be­rei­tet) das mini­ma­le Ein­rol­len zum Prü­fe­n­in­ger Bahn­hof. Und von dort bin ich dann erst ein­mal mit dem Zug los in Rich­tung Nürn­berg – denn die kom­plet­te Stre­cke auf dem Rad wäre bei ca. 260 Kilo­me­tern gelan­det und das erschien mir ob der man­geln­den Fit­ness dann doch etwas viel für den Auf­takt. Da natür­lich aus­ge­rech­net jetzt die Bahn an der Stre­cke Regens­burg-Nürn­berg arbei­te­te, hat­te ich anders pla­nen müs­sen. Also zunächst in einem nahe­zu lee­ren Zug nach Ingol­stadt und dort umstei­gen in den deut­lich vol­le­ren – für Räder war nicht mehr viel Platz – Zug nach Nürn­berg (der aus Mün­chen kam und des­halb gut gefüllt war). Bis Nürn­berg habe ich mich aber nicht fah­ren las­sen. Ich woll­te nicht mit­ten in der Stadt mei­ne Tour begin­nen, das macht ja meis­tens eher weni­ger Spaß, zumal wenn man sich gar nicht aus­kennt. Also habe ich den Zug in Aller­s­le­ben, dem letz­ten Halt vor Nünrber, ver­las­sen – ein typi­scher Pend­ler­halt, schein­bar im Nir­gend­wo zwi­schen den Orten, dafür mit sehr groß­zü­gi­gen Park­plät­zen. Mei­ne Rou­te – die ich mir vom nicht genug zu loben­den BRou­ter erstel­len habe las­sen – führ­te mich auf etwa 160 Kilo­me­tern in Rich­tung Nord­wes­ten (so ganz grob zumin­dest …), nach Uis­sig­heim – ein klei­nes Dorf, das man wirk­lich nicht ken­nen muss.

Die Son­ne schien um 7.45 Uhr bereits merk­bar, also habe ich noch geschwind mein Tri­kot auf (Hoch-)Sommer gewech­selt und bin nach einem kur­zen Früh­stück end­lich los­ge­ra­delt. Und das war rich­tig, rich­tig schön. Die Stre­cke war von Anfang an wun­der­bar: Schö­ne, an die­sem Fei­er­tag-Mor­gen nahe­zu men­schen­lee­re Neben­stra­ßen übers Land, durch Feld und Wald, durch Dör­fer und klei­ne­re Städ­te, über Hügel und Täler. Böse, lan­ge, har­te Stei­gun­gen waren nicht drin, vor allem der Anfang war sehr auf­wärm­freund­lich. Und so roll­te es einfach. 

Und es war wun­der­schön, ein­fach das pure Genie­ßen. Ich mag das ja so sehr am Rad­fah­ren: Mit mir allein zu sein, ein­fach ich und mein Rad (und mein Com­pu­ter, der mir den Weg weist). Denn so erfährt man die Land­schaft, die Umge­bung, das Wet­ter, die Stim­mung, kurz: den Tag und die Welt über­haupt viel unmit­tel­ba­rer und auch direk­ter, dabei ganz unkom­pli­ziert und irgend­wie „ein­fach“. Das ist ein­fach wun­der­schön. Sicher, das wird auch mal anstren­gend und führt auch mal durch Gegen­den oder Abschnit­te, die nicht so wahn­sin­nig pit­to­resk sind – hier ein paar Kilo­me­ter Bun­des­stra­ße zum Bei­spiel, dort eine alte Mili­tär­stra­ße mit Beton­fahr­bahn, … Aber den­noch oder gera­de des­we­gen: Das hat eine Schön­heit, gera­de in der (schein­bar) unbe­schwer­ten Ein­fach­heit, die man (ich) auf die­se Wei­se ganz anders erfährt als wenn ich zum Bei­spiel mit dem Auto durch­fah­ren würde. 

Das ist übri­gens auch ein ech­ter Segen der GPS-Navi­ga­ti­on mit dem Gar­min, den ich gar nicht genug schät­zen und loben kann: Die Navi­ga­ti­on pas­siert nahe­zu von selbst. Bei Orts- und Stadt­durch­fahr­ten wechs­le ich gele­gent­lich die Ansicht, um bes­ser zu sehen, wohin die Rou­te geht – aber sonst funk­tio­niert das enorm gut, sich ein­fach auf die Navi­ga­ti­ons­an­sa­gen zu ver­las­sen. Und das macht das Tou­ren so unge­heu­er ent­spannt. Von der Stre­cke, die ich gefah­ren bin, kann­te ich so unge­fähr (und das auch nicht rich­tig gut) die letz­ten fünf Pro­zent. Der Rest war mir völ­lig unbe­kannt – nicht nur die kon­kre­te Rou­te, son­dern über­haupt die gan­ze Region(en), die ich durch­fuhr. Das war mit Papier­na­vi­ga­ti­on nie so gelas­sen zu machen. Und wahr­schein­lich hät­te ich so eine Rou­te auch ohne Com­pu­ter­un­ter­stüt­zung nie geplant: Da sind schon mal eini­ge schein­bar über­flüs­si­ge Abbie­ge­ma­nö­ver drin – vor allem, um beleb­te­re Stra­ßen zu ver­mei­den. Das gelingt dem BRou­ter wirk­lich gut, bes­ser übri­gens auch als etwa Komoot oder Garmin. 

Sechs Stun­den habe ich mich so her­um­ge­trie­ben, mit ein paar Päu­schen hat das sehr gut geklappt. Sehr gut geklappt hat an die­sem Tag – und auch den fol­gen­den – übri­gens auch die neue Hose von Ever­ve. Als ich die das ers­te Mal in den Hän­den hielt, war ich etwas skep­tisch ob der zwei klei­nen Pols­ter. Aber die sind so geschickt kon­stru­iert und geformt, dass die­se Hose wirk­lich aus­ge­zeich­net funk­tio­niert – bes­ser als die meis­ten ande­ren Rad­ho­sen mit ihren deut­li­chen dicke­ren udn auf­wän­di­ge­ren Pols­tern. Kann ich wirk­lich sehr empfehlen! 

Und so radel­te ich also vor mich hin, durch ziem­lich viel Land­schaft. Das meis­te war im offe­nen Land, nur kür­ze­re Wald­stü­cken waren dabei. Grob führ­te mei­ne Fahrt mich über Schwa­bach und Roß­tal nach Ille­sheim. Da war übri­gens der ein­zig schlech­te Abschnitt mei­ner Tour­pla­nung: Die mini­ma­le Abkür­zung über die beto­nier­te Mili­tär­stra­ße (im Umfeld der dor­ti­gen US-Basis) wäre so eigent­lich nicht nötig gewe­sen. Die nächs­ten Sta­tio­nen waren dann Uffen­heim und eini­ge klei­ne und kleins­te Dör­fer nach Unter­wit­tig­hau­sen und wei­ter über Grüns­feld und Ger­lachs­heim ins Tau­ber­tal. Dem folg­te ich durch Tau­ber­bi­schofs­heim nach Hoch­hau­sen, um die letz­ten Anstren­gung, die letz­ten bei­den (vor allem nach gut 150 Kilo­me­tern nicht ganz ein­fa­chen) Hügel bis nach Uis­sig­heim. Nach ziem­lich genau sechs Stun­den Fahr­zeit waren die 160 Kilo­me­ter und gut 1000 Höhen­me­ter dann absol­viert und ich konn­te mir die Dusche auf­bau­en, um den Schweiß loszuwerden.

Selbstporträt nach Radtour
Mat­thi­as | Täg­lich lau­fen Angekommen!

Und wie­der ein­mal zeig­te sich: Die Erschöp­fung län­ge­rer Rad­tou­ren ist irgend­wie anders als beim Lau­fen. Ver­mut­lich spielt der (Fahrt)Wind kei­ne gerin­ge Rol­le. Jeden­falls brau­che ich doch immer recht lan­ge, mich von so etwas zu erho­len – und über­haupt wie­der Hun­ger und Durst zu haben.

An der Unterkunft
Mat­thi­as | Täg­lich lau­fen Mein Rad vor der (noch ver­schlos­se­nen) Unterkunft

Freitag

Am Frei­tag, den ers­ten vol­len Tag, hat­te ich nur eine Vor­mit­tags-Tour geplant. Mit­tags war näm­lich Gril­len mit Fami­li­en ein­ge­plant. Viel mehr wäre aber auch nicht sinn­voll gewe­sen, zumal in der Run­de, die ich grob in Rich­tung Süden von Uis­sig­heim aus geplant hat­te, eini­ge Hügel, die fast schon Ber­ge sind, drin waren. 

Und mei­ne Güte, die Hügel in Tau­ber­fran­ken und Umge­bung sind wirk­lich nicht zu unter­schät­zen. Da sind ganz schön kna­cki­ge Stei­gun­gen dabei. Das ist ja auch so etwas, was man beim Unter­wegs­sein mit moto­ri­sier­ten Fahr­zeu­gen schnell unter­schätzt und gar nicht mehr wahr­nimmt. Gera­de die Anhäu­fung von schein­bar klei­nen, harm­lo­sen Stei­gun­gen lässt sich auf dem Fahr­rad doch ganz anders „erfah­ren“. Des­we­gen waren die Tou­ren vor Ort dann etwas kürzer.

Für Frei­tag hat mein Rou­ting mich manch­mal etwas arg abseits geführt. Das liegt auch dar­an, dass in Baden-Würt­tem­berg (oder viel­leicht auch nur in die­ser Regi­on?) vie­le befes­tig­te Feld­we­ge offi­zi­ell Stra­ßen sind, also kei­ne Nut­zungs­be­schrän­kung (oder höchs­tens eine Gewichts­be­schrän­kung, nicht aber das typi­sche „Land- und Forst­wirt­schaft frei“) haben. Dadurch kom­men sie viel mehr in den Blick der com­pu­te­ri­sier­ten Rou­ten. Das kann sehr schö­ne Effek­te haben, manch­mal aber auch einen Tick ner­ven. Ich hat­te zum Bei­spiel einen wun­der­schö­ne Wald­ab­fahrt dabei. Weil das aber eben so ein asphal­tier­ter Wald­weg war, konn­te ich das nur halb genie­ßen – über 30 km/​h woll­te ich mei­nen Rädern hier kaum zumu­ten, dafür waren doch ein­fach zu vie­le Löcher und Kan­ten da … Aber qua­si zur Beloh­nung hat­te ich dann unten einen wun­der­schö­nen Abschnitt durch die Fel­der und Wie­sen eines Sei­ten­tals, ganz ver­las­sen und leer von Men­schen und Maschi­nen. Das wiegt dann die weni­ger geglück­ten Stel­len sehr schnell wie­der auf …

Jeden­falls ging es von Uis­sig­heim erst ein­mal grob nach Süden. Über ver­steck­te Wege zunächst nach König­heim und über Gis­sig­heim nach Buch. Da hat­te ich dann schon andert­halb Ber­ge hin­ter mir. Und es ging eigent­lich erst rich­tig los, auf einer sehr schö­nen Stre­cke durch den Wald nach Uif­fin­gen. In Wöl­chin­gen bog ich dann ab – und gleich voll in den Berg hin­ein, vom Ort aus schon in eine kna­cki­ge Stei­gung, die jetzt schön in der Son­ne zwi­schen den Wie­sen lag … Oben ange­kom­men, muss­te ich das biss­chen Schat­ten, das ein klei­nes Wald­stück­chen spen­de­te, erst ein­mal für eine kur­ze Pau­se nut­zen. Nach einer kur­zen Abfahrt ging es nach Epp­lin­gen näm­lich gleich wie­der hin­auf. Zwar nicht sehr lang, aber doch ziem­lich kna­ckig. Die Abfahrt nach Kupp­rich­hau­sen ent­schä­dig­te immer­hin etwas. Dem folg­te aber gleich wie­der ein guter Anstieg. Doch dann auch, logisch, wie­der eine schö­ne Abfahrt, die tat­säch­lich sehr genuss­voll war – bis an den Orts­rand von Tau­ber­bi­schofs­heim. Da bog ich dann wie­der ab und muss­te für die Erho­lung auf der Abfahrt ordent­lich büßen. Die Stra­ße nach Eier­s­heim führt näm­lich, wen wundert’s, noch ein­mal über den Berg. Doch von Eier­s­heim war dann Uis­sig­heim nicht mehr weit und die „klei­ne“ Run­de auch schon been­det. Damit war es dann aber auch genug für den zwei­ten Tag – zumin­dest genü­gend Hügel …

Die­se „klei­ne“ Run­de war­te­te mit 62 Kilo­me­tern und knapp 900 Höhen­me­tern auf und wur­de von mir in ca. 2:45 Stun­den gefahren.

Samstag

Für den Sams­tag hat­te ich eigen­lich eine Rad­pau­se ein­ge­plant. Ange­sichts des Wet­ter­be­richts, der für Sonn­tag Regen vor­her­sag­te, tau­sche ich das dann aber doch und setz­te mich mor­gens wie­der in den Sat­tel. Die­ses Mal führ­te mei­ne Pla­nung mich in die ande­re Him­mels­rich­tung, nach Wes­ten und in den Nor­den: Über die Hoch­ebe­ne und dann ins Erftal hin­un­ter und bei­na­he bis zum Main, in Eichen­bühl wie­der hoch und in einem grö­ße­ren Bogen zurück. Die Stre­cke von Eichen­bühl hin­auf, frü­her für ein (Auto-)Bergrennen genutzt, kann­te ich nur von einer Auto­durch­fahrt. Und der blick­te ich etwas mit Ban­gen ent­ge­gen. Denn natür­lich waren mei­ne Bei­ne nicht frisch, das merk­te ich schon recht deut­lich. Der „Berg“ war dann aber gar nicht so schlimm: Die Stra­ße hat eine sehr gleich­mä­ßi­ge, nicht über­mä­ßi­ge Stei­gung. Und ich hat­te, wohl eher per Zufall, sehr schnell den rich­ti­gen Gang erwischt. Und in dem bin ich das dann doch recht ent­spannt die paar Kilo­me­ter hoch­ge­kur­belt. Klar, das war nicht beson­ders schnell. Aber beson­ders hart und lang­sam eben auch nicht. Das ein­zig wirk­lich ner­vi­ge war der jun­ge Agrar­tech­ni­ker, der mit sei­nem über­di­men­sio­nier­ten Trak­tor und Jau­che­fass mit regel­wid­rig so dicht über­ho­len muss­te, dass ich den Fahrt­wind der Räder an mei­nem Arm spür­te – von wegen zwei Meter Min­dest­ab­stand außerorts! 

Bis Erlen­bach war mei­ne Stre­cke eher unspek­ta­ku­lär gewe­sen: Über Küls­heim und die alte Stra­ße nach Stein­bach, Hundheim und Richel­bach. Von dort ging es dann sehr geschwind run­ter ins Erftal, das ich bei Rie­dern erreich­te. Dem folg­te ich dann, auf regen­nas­ser Fahr­bahn, bis Eichen­bühl. Nach den ers­ten 25 Kilo­me­tern ging es dann in die ca. 5 Kilo­me­ter lan­ge Stei­gung. Und oben genoss ich dann das Fah­ren: Es ist eben doch immer wie­der eine unge­ahn­te Befrie­di­gung, wenn der Berg sich end­lich abflacht und die Hoch­ebe­ne sich eröff­net … Und hier, auf mei­nem wei­te­ren Weg über Neun­kir­chen, Nas­sig, Sach­sen­hau­sen nach Hundheim waren dann noch ein paar geschickt plat­zier­te Wel­len drin, die mein Tem­po gut erhöh­ten – das fühl­te sich herr­lich geschwind an, so über die Höhe zu brau­sen. Das räch­te sich natür­lich dann zuneh­mend. Die eigent­lich harm­lo­sen Wel­len und eher unbe­deu­ten­den Anstie­ge wur­den zum Ende immer mehr zu Ber­gen, die sich vor mir auf­zu­tür­men schie­nen. Ich schal­te­te stän­dig hoch und run­ter, das Tem­po schwank­te ent­spre­chend immer mehr. Die Bei­ne waren jetzt halt doch aus­gie­big erschöpft nach den unge­wohn­ten Anfor­de­run­gen und Belas­tun­gen der letz­ten Tage. Aber irgend­wann war dann Küls­heim durch­fah­ren und die letz­ten Kilo­me­ter nach Uis­sig­heim auch noch zu schaffen. 

Das schlug dann mit 58 Kilo­me­tern, etwas mehr als 600 Höhen­me­ter und 2:15 Stun­den zu Buche.

Nachmittagsbelohnung
Mat­thi­as | Täg­lich lau­fen Nach­mit­tags­be­loh­nung (schließ­lich ist Urlaub)

Sonntag

Sonn­tag war dann „Ruhe­tag“, das Wet­ter ent­spre­chend der Vor­her­sa­ge auch reg­ne­risch, immer wie­der klei­ne­re Schau­er. Ich nutz­te das zum aus­gie­ben Lesen, einem klei­nen (wirk­lich nur klei­nen) Läuf­chen und einem län­ge­ren Spaziergang.

Montag

Am Mon­tag stand schon die Rück­rei­se an. Die habe ich wie­der­um kom­bi­niert mit Rad und Zug über­nom­men. Zunächst gut zwan­zig Kilo­me­ter­chen (und einen kna­cki­gen Hügel) mit dem Rad nach Lau­da-Königs­ho­fen, dann mit dem Zug über Würz­burg und Nürn­berg nach Neu­markt in der Ober­pfalz. Und von dort eben die rest­li­chen knapp 65 Kilo­me­ter wie­der mit dem Fahr­rad. Das war auch wie­der eine ganz net­te, sanft hüge­li­ge Stre­cke. Nicht so wahn­sin­nig span­nend – vor­wie­gend auf dem Rad­weg direkt neben der Bun­des­stra­ße -, aber es hat auch sehr gut funk­tio­niert: Aus Neu­markt hin­aus geht es erst ein­mal in einen kna­cki­ge, sich ziem­lich zie­hen­den Anstieg. Nach der geschwin­den Abfahrt nach Dei­ning wie­der­holt sich das noch ein­mal in einer kür­ze­ren Vari­an­te. Die wei­te­re Stre­cke über Batz­hau­sen, Seu­bers­dorf, Daß­wang und Hemau ist dann eher sanft gewellt. Von Hohen­scham­bach geht es dann steil hin­ab nach Deu­ter­ling am Bach. Und dann kann­te ich mich auch wie­der aus: Über Deu­er­ling und Undorf bin ich hin­über ins Naab­tal, um dann recht ent­spannt mit der Maria­or­ter Eisen­bahn­brü­cke die Donau wie­der zu über­que­ren. Und kaum war ich zu Hau­se in Regens­burg ange­langt, konn­ten die dunk­len Wol­ken, die mich schon län­ger beglei­tet hat­ten, ihr Ver­spre­chen end­lich ein­lö­sen und etwas Regen beisteuern.

Zusam­men ergibt das für den Mon­tag knapp 83 Kilo­me­ter mit etwa 660 Höhen­me­tern, die ich in etwas mehr als drei Stun­den gera­delt bin.

Touren-Übersicht

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Aller­s­berg – Uissigheim
Frei­tags-Tour
Sams­tags-Tour
Mon­tags-Tour 1
Mon­tags-Tour 2

Sterben im Bayerischen Wald

Nun­ja, die Über­schrift ist ein wenig über­trie­ben. Aber wirk­lich nur ein wenig. Am Wochen­en­de war ich – nach sehr lan­ger Abs­ti­nenz – mal wie­der bei einer Lauf­ver­an­stal­tung dabei: Bei der ers­ten Auf­la­ge des Kai­ters­berg-Trails in Bad Kötzting. Da bin ich eher zufäl­lig drauf gesto­ßen und dach­te im Win­ter, bis zum Mai wer­de ich ja wohl 30 Kilo­me­ter mit ein paar Höhen­me­tern schaf­fen. Das war aber eher eine Fehl­ein­schät­zung … Doch der Rei­he nach.

Zunächst muss­te ich über­haupt erst ein­mal da hin­kom­men, an den Rand Deutsch­lands. Von Regens­burg ist das eine gute Stun­de Fahrt (mit dem Rad hat­te ich das auch schon gemacht, auf mei­ner Arber­rad­ma­ra­thon­run­de am Anfang Mai), die man eigent­lich nur mit dem Auto hin­be­kommt. Des­halb muss­te ich mir eben eines lei­hen. Da die Start­zeit auf rei­se­freund­li­che 10 Uhr fest­ge­legt wur­de, konn­te ich das auch sehr bequem machen. Und auch in aller Ruhe mei­ne Start­un­ter­la­gen in der Turn­hal­le in Bad Kötzting abholen.

Zeit bis zum Start hat­te ich dann noch reich­lich. Um 10.05 ging es pünkt­lich los und nach einer drei­vier­tel Run­de im Sta­di­on und einem mini­ma­len Stra­ßen­stück auf den ers­ten Feld­weg – und dann auch über die Bahn­li­nie, die der Grund für die spe­zi­el­le Start­zeit war (damit wir nicht gleich durch einen Zug gebremst wurden).

Durch die Wie­sen, über Bahn und Land­stra­ßen (oder „Staats­stra­ßen“, wie sie hier in Bay­er – Frei­staat! – offi­zi­ell hei­ßen) ging es an dann den Wald­rand. Und dann erst ein­mal hin­auf. Nach oben ging es zunächst, auf den ers­ten Kilo­me­tern, zwar spür­bar, aber nicht über­mä­ßig steil – eigent­lich war das noch gut lauf­bar, auch der Weg, ein typi­scher Wald­weg, bot kei­ne all­zu gro­ße Her­aus­for­de­rung. Aber der noch dich­te Pulk von Läu­fer/-innen führ­te dann doch schon zum (auch, aber nicht nur) recht häu­fi­gen Wech­sel vom schnel­len Gehen und lang­sa­men Laufen. 

Und dann kam auch schon die ers­te Ver­pfle­gungs­sta­ti­on Rei­ten­berg. Wie alle Sta­tio­nen bei die­sem Lauf über­reich­lich bestückt und gut bedient von vie­len sehr freund­li­chen und hilfs­be­rei­ten Frei­wil­li­gen. Da der Kai­ters­berg-Trail zur Müll­ver­mei­dung die sehr ver­nünf­ti­ge Ent­schei­dung getrof­fen hat, kei­ne Trink­be­cher anzu­bie­ten – ein sol­cher war als Teil der (frei­lich nicht kon­trol­lier­ten) Pflicht­aus­rüs­tung mit­zu­füh­ren – , waren die Hel­fer auch tat­säch­lich not­wen­dig. Mir tat es ja nicht nur hier, son­dern bei allen Ver­pfle­gungs­sta­tio­nen fast leid, dass so viel von dem Essen, dem Obst und den Ener­gie­rie­geln, übrig blieb. 

Dann wur­de es auch direkt deut­lich stei­ler. Auf knapp 1,2 Kilo­me­tern ging es nun die über 200 Höhen­me­ter zu den Kreuz­fel­sen hin­auf. Da war an Lau­fen oft nicht mehr zu den­ken (für mich …), rund um mich kamen nun auch mehr als genug Stö­cke zum Einsatz. 

Und dann kam auch schon der ers­te ech­te Downhill: rich­tig schön! Da habe ich es lau­fen, fast kra­chen las­sen – ein Feh­ler, wie sich spä­ter zeig­te, denn das hat auf dem tech­nisch nicht ganz ein­fa­chen Trail dann doch eini­ge zusätz­li­che Kör­ner gekos­tet, die ich gegen Ende gut gebrau­chen hät­te kön­nen. Doch hier war eben erst ein­mal ein­fach Spaß angesagt … 

Die Stre­cke führ­te uns wie­der zurück nach unten, zum Ver­pfle­gungs­punkt. Von dort ging es dann, über einen recht brei­ten und beque­men Wald­fahr­weg zur Ein­öde Hud­lach. Und dann ging es, zur Abwechs­lung, mal wie­der zurück nach oben. Und jetzt aber so rich­tig. Das wur­de stei­ler und stei­ler, irgend­wann war es kaum noch zu gehen, an lau­fen war für mich schon lan­ge nicht mehr denk­bar. Die Wan­de­rer, deren Weg nicht ohne Grund um die­ses Steil­stück in eini­gen Keh­ren her­um führ­te, hiel­ten uns wahr­schein­lich alle für ver­rückt. Aber das ist man als (Trail-)Läufer ja gewöhnt … 

Irgend­wann wur­de die Stei­gung dann wie­der fla­cher, es war kurz wie­der lauf­bar – und dann kam die Ver­pfle­gung­sta­ti­on Kötztin­ger Hüt­te. Und danach kam auch schon wie­der die nächs­te Schi­ka­ne: Zunächst steil im Wald neben dem eigent­li­chen Weg hin­un­ter – und dann halt, wel­che Über­ra­schung – gera­de wie­der hoch. Nach die­sem kur­zen Steil­stück wur­de es wie­der etwas ange­neh­mer, es ging ja auch wie­der hin­un­ter. Und dann auf einem brei­ten Weg im ange­nehms­ten Flow hin­un­ter und hin­über bis nach Hud­lach, dem äußers­ten Punkt der Stre­cke. Nach die­ser schö­nen Forst­stra­ße und einer Kon­troll­stel­le wur­de es wie­der inter­es­sant: Es ging wie­der hoch, zum Rie­del­stein nun. Zunächst noch gar nicht so schlimm, sogar noch lauf­bar. Aber das hör­te für mich bald wie­der auf. Inzwi­schen mach­te sich die Anstren­gung, ange­sichts des mage­ren Trai­nings vor allem, aber auch deut­lich bemerk­bar. Der Auf­stieg zum Rie­del­stein zog sich näm­lich, es kam ein­fach kei­ne Ende in Sicht. 

Doch irgend­wann war das erle­digt, es ging auch zur Beloh­nung gleich wie­der hin­un­ter – aber nur kurz, dafür kna­ckig steil. Und dann durch die Rauch­röh­ren, durch die Fel­sen mit­ten durch, mit Hän­den und Füßen wie­der nach oben. Nach­dem die­ses pit­to­res­ke Hin­der­nis über­wun­den war, folg­te ein wirk­lich wun­der­ba­res Weg­stück über die Stein­büh­ler Gesen­ke, wie­der in Rich­tung Kötztin­ger Hüt­te. Doch mei­ne Bei­ne woll­ten nicht mehr, ich konn­te das tat­säch­lich nicht mehr rich­tig durchlaufen.

Nach dem kur­zen Ver­pfle­gungs­stopp an der Kötztin­ger Hüt­te, der nicht mehr ganz so kurz war – ich benö­tig­te etwas Cola, um mei­nen Kreis­lauf wie­der zu sta­bi­li­sie­ren – ging es ähn­lich toll und spek­ta­ku­lä­re und ernüch­ternd wei­ter. Toll war der Weg, hin­ab durch die stei­ni­ge, ver­block­te Fel­sen- und Wald­land­schaft. Ernüch­ternd war mein Zustand, der mich lang­sa­mer und lang­sa­mer, und auch vor­sich­ti­ger und vor­sich­ti­ger, wer­den ließ. Ich trau­te mei­nen Ober­schen­keln nicht mehr …

Irgend­wann war das auch wie­der vor­bei, der Ver­pfle­gungs­punkt Rei­ten­stein tauch­te noch ein­mal auf. Dann konn­te ich tat­säch­lich noch etwas lau­fen, zumin­dest hin und wie­der, unter­bro­chen von der einen oder ande­ren Geh­pau­se. Und zack, waren wir – nun ja, inzwi­schen war vom rest­li­chen Läu­fer­pulk nahe­zu nichts mehr zu sehen – wie­der an der Staats­stra­ße, dann noch die Bahn­li­nie (bei­des immer noch her­vor­ra­gend von der Feu­er­wehr gesi­chert) und das letz­te Stück­chen durch die Wie­sen zurück ins Sta­di­on. Da konn­te ich tat­säch­lich noch ein­lau­fen – aber das war mehr pro for­ma, wirk­li­cher Sport war das zu die­sem Zeit­punkt nicht mehr.

Der Lauf war als Ver­an­stal­tung aus­ge­spro­chen her­vor­ra­gend orga­ni­siert, ganz beson­ders für eine Pre­miè­re: Alles lief wie am Schnür­chen. Die Stre­cke war her­aus­ra­gend mar­kiert, da war Ver­lau­fen wirk­lich kaum denk­bar. Dazu noch nicht weni­ge Stre­cken­pos­ten (die immer­hin teil­wei­se auch eine Wan­de­rung nötig hat­ten, um zu ihrem Ein­satz­ort zu kom­men …) und über­reich­li­che Ver­pfle­gung. Nur im Ziel hät­te ich mir noch eine Geträn­ke­sta­ti­on gewünscht – es gab zwar einen Gut­schein, den hat­te ich natür­lich aber nicht parat (son­dern im Auto) und der ließ sich auch „nur“ für eher Unge­sun­des ein­lö­sen. Da hät­te etwas Was­ser etc., wie an den her­vor­ra­gend bestü­cken Ver­pfle­gungs­sta­tio­nen unter­wegs, noch wun­der­bar gepasst. Aber das war wirk­lich nur eine klei­ne Schram­me auf dem sonst makel­lo­sen Tag. 

Ost-afrikanische Läufer

Der Sport­wis­sen­schafl­ter Ross Tucker über die Erfol­ge ost­afri­ka­ni­scher Läu­fer und ihre Grün­de – und über das grund­le­gen­de Pro­blem des Ver­trau­ens in die Leis­tung von Sport­lern, wenn (auch) gedopt wird. 

I think THE­RE IS a phy­sio­lo­gi­cal basis for the con­cen­tra­ti­on of east African/​Kenyan/​Kalenjin/​Nandi run­ners. I belie­ve that THE­RE ARE legi­ti­ma­te bio­me­cha­ni­cal advan­ta­ges that are more likely to be found in the­se popu­la­ti­ons than else­whe­re, and which explain their over-repre­sen­ta­ti­on. In turn, I belie­ve that the­re are prin­ci­ples and con­cepts that stu­dy­ing east Afri­can run­ners can teach the world about being bet­ter run­ners.
But there’s a con­foun­der that you sim­ply can­not igno­re unless you’re in total deni­al – doping. 

Ross Tucker, sport​sci​en​tists​.com

Er emp­fiehlt vor allem Mus­ter­er­ken­nung zur Ein­schät­zung von sport­li­chen Leis­tun­gen ein­zu­set­zen (und betont, dass das natür­lich kein Nach­weis von Doping ist). Sol­che Mus­ter könn­ten z.B. sein:

Anyo­ne who runs a time in the top 50 in histo­ry, or who comes top 5 in a big city mara­thon, is auto­ma­ti­cal­ly high risk

Any major impro­ve­ment in per­for­mance, with a huge increase in sus­pi­ci­on if that impro­ve­ment hap­pens more than about three years into the athlete’s care­er, must be view­ed as high­ly suspicious. 

Erra­tic per­for­mance.

Ross Tucker, sport​sci​en​tists​.com

und, natür­lich nicht zu ver­ges­sen, das sons­ti­ge Ver­hal­ten der Ath­le­ten.
Das gibt eine inter­es­san­te, beden­kens­wer­te Lektüre. 

Tucker, R. (2019, April 25). We need to talk about East Afri­can run­ners and gene­ral trust vs skep­ti­cism in per­for­man­ces. Retrie­ved May 9, 2019, from https://​sports​sci​en​tists​.com/​2​0​1​9​/​0​4​/​w​e​-​n​e​e​d​-​t​o​-​t​a​l​k​-​a​b​o​u​t​-​e​a​s​t​-​a​f​r​i​c​a​n​-​r​u​n​n​e​r​s​-​a​n​d​-​g​e​n​e​r​a​l​-​t​r​u​s​t​-​v​s​-​s​k​e​p​t​i​c​i​s​m​-​i​n​-​p​e​r​f​o​r​m​a​n​c​es/

Marathon und Alter

Die New York Times schreibt einen net­ten klei­nen Arti­kel über die Fra­ge, wie und war­um die Mara­thon­zei­ten für älte­re Läu­fer gera­de so viel schnel­ler wer­den. Das Ergeb­nis ist nicht son­der­lich überraschend: 

Peo­p­le of all ages and abili­ties are get­ting smar­ter about how they train, and that is allo­wing them to remain fast as they age.

. Aber How to Run a Mara­thon Fas­ter as You Get Older ist trotz­dem eine net­te Lektüre.

Streakende

Mit einer geplan­ten Zahn-OP – der Ent­fer­nung aller vier Weis­heits­zäh­ne – ist mein Streak zu einem Ende gekom­men. Geris­sen mag ich da nicht sagen, das klingt so nach Unfall oder aus Ver­se­hen – die­ses Ende war aber geplant. So gut man das eben pla­nen kann. Der Ter­min für die Zahn­ent­fer­nung war zwar kei­ne ganz freie Ent­schei­dung, son­dern eher eine medi­zi­ni­sche Not­wen­dig­keit (zumin­dest eine sehr star­ke Emp­feh­lung mei­ne Zahn­ärz­tin), aber trotzdem.

665 Tage bin ich die­ses Mal in Serie gelau­fen. Seit dem Jah­res­wech­sel 2016/2017 hielt der Streak. Läu­fe­risch war er aber eher unin­ter­es­sant: Die meis­te Zeit bin ich ein­fach vor mich hin­ge­lau­fen, ohne gro­ße Ambi­tio­nen und ohne wirk­li­ches Trai­ning. Zwar hat­te ich immer mal wie­der Ansät­ze dazu, doch die ver­lie­fen alle im Sand. Aber die Serie hielt – doch zu viel mehr reich­te die Lust in der Regel nicht. Mal sehen, ob das beim nächs­ten Mal anders wird: Denn wenn alle klappt wie geplant star­tet mit dem Novem­ber gleich wie­der mein nächs­ter Streak. Irgend­wie gehört das mitt­ler­wei­le eben ein­fach zu mei­nem Leben, das täg­li­che Laufen …

Hinunter

Pro­fis bei der Arbeit zuzu­schau­en ist immer wie­der eine Freu­de. Das gilt auch für Läu­fer – ins­be­son­de­re für sol­che wie Kili­an Jor­net. Hier ist er zu sehen, wie er beim Mont-Blanc-Mara­thon eine (neben­bei auch durch­aus aus­ge­setz­te …) Pas­sa­ge am Aiguil­let­te des Poset­tes mit Ele­ganz und Effi­zi­enz meistert:


Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

500

Und bei­na­he unbe­merkt habe ich die­se Woche die Gren­ze zu 500 Tagen täg­li­chen Lau­fens über­schrit­ten. Seit 31.12.2016 lau­fe ich nun wie­der jeden Tag, zumin­dest zwei Kilo­me­ter. In der Regel sind es frei­lich ein paar mehr. All­zu vie­le sind es momen­tan aber nicht, ich bin ein biss­chen in mei­nem all­täg­li­chen Trott gelan­det: 6 – 8 Kilo­me­ter vor dem Früh­stück, wenn ich abends lau­fe, auch 12 – 15 Kilo­me­ter. Viel mehr wird es aber sel­ten. Vor allem lan­ge Läu­fe sind momen­tan immer (noch) aus­ge­spro­chen unre­gel­mä­ßig. Das liegt teil­wei­se an der wack­li­gen Moti­va­ti­on, teil­wei­se auch dar­an, dass ich am Wochen­en­de oft unter­wegs bin und dann nicht ver­nünf­tig Zeit habe oder fin­de, noch zwei oder drei Stun­den lau­fen zu gehen. Dass ich mir jetzt kürz­lich noch ein Renn­rad ange­schafft habe, hilft da auch nur wenig ;-). Aber der Streak hält, ich lau­fe wei­ter­hin und wei­ter­hin auch ger­ne. nur habe ich gera­de kei­ne grö­ße­ren Zie­le, die mich zu regel­mä­ßi­gem Trai­ning zie­hen wür­den. So bleibt es beim aktu­el­len Stand. Aber es gibt schlimmeres …

365 Tage laufen – Jahresrückblick 2018

Am 31. Dezem­ber 2017 habe ich – eher zufäl­lig … – wie­der mit dem täg­li­chen Lau­fen ange­fan­gen, nach­dem mei­ne letz­te Serie über 2041 Tage mit dem Ski­un­fall riss und ich danach etwas versackte. 

Nicht ganz zufäl­lig war es der Jah­res­be­ginn 2017, der mich wie­der zum täg­li­chen Lau­fen moti­vier­te – der neue Job in Regens­burg war ein wich­ti­ger Anlass. Und, auch nicht zu unter­schät­zen, mei­ne eige­ne Unzu­frie­den­heit mit der per­sön­li­chen Form und dem ste­tig zuneh­men­den Über­ge­wicht. Zwar lief ich auch 2016, aber eben total unre­gel­mä­ßig, inkon­se­quent und ohne spür­ba­re Ergeb­nis­se. Das soll­te sich ändern. Und es hat sich auch geän­dert. Sicher, die ers­ten Mona­te tat sich wenig bis gar nichts. Zwar schnür­te ich nun wie­der jeden Tag die Lauf­schu­he, aber die Stre­cken blie­ben kurz, die sport­li­chen „Erfol­ge“ gering, die Fit­ness-Aus­beu­te auch eher mager. Denn mit dem täg­li­chen Lau­fen allei­ne ist es natür­lich noch nicht getan. Gera­de in den ers­ten Mona­ten schwank­te mei­ne Lauf­leis­tung etwa beträcht­lich: es gab Wochen, wo ich nahe­zu jeden Tag um die sechs Kilo­me­ter schaff­te – und dann aber auch Wochen, wo das nur ein- bis zwei­mal geschah.

Im Som­mer wur­de das all­mäh­lich dann bes­ser. Die Lauf­leis­tung ver­ste­tig­te sich, die durch­schnitt­li­che Lauf­län­ge wur­de auch grö­ßer. Und im Herbst merk­te ich dann, dass es ins­ge­samt bes­ser wur­de: Die Tem­pi wur­den – ganz all­mäh­lich! – flüs­si­ger, die Anstren­gung und Über­win­dung weni­ger. Und auch die Läu­fe, zumin­dest eini­ge, wur­den län­ger: Die Halb­ma­ra­thon­mar­ke fiel, die 25-Kilo­me­ter-Gren­ze war auch bald über­schrit­ten. Das führ­te dann dazu, dass ich mich für den Regens­burg-Mara­thon im Früh­jahr 2018 anmel­de­te – das soll­te doch zu schaf­fen sein, bis dahin wie­der aus­rei­chend in Form zu kom­men! Und damit ich mich nicht noch drü­cken kann, habe ich es auch gleich allen erzählt …

Und jetzt, am Ende des Jah­res 2017, ste­hen zwar „nur“ 2423 Kilo­me­ter im Trai­nings­ta­ge­buch. Aber ich bin zufrie­den und hof­fe (gehe davon aus!), dass sich das im nächs­ten Jahr noch stei­gern wird. 

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