Täglich laufen

Übers Laufen und was sonst so draußen passiert.

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von der mümling an die tauber

gut, die über­schrift ist über­trie­ben. aber nur mini­mal. am sams­tag bin von erbach (aller­dings nicht ganz von der müm­ling aus) nach uis­sig­heim gelau­fen – das ist kurz vor der tau­ber. 53,4 kilo­me­ter waren das. bezie­hungs­wei­se etwas mehr, denn ein oder zwei teil­stü­cken, die ich gegan­gen bin – etwa den letz­ten anstieg – habe ich nicht mit­ge­stoppt. 5 stun­den 20 minu­ten habe ich dafür gebraucht. und eini­ge pau­sen noch dazu. das war dann doch eini­ges lang­sa­mer als ich mir gedacht habe. mit einem schnitt von 5:30 bis 5:45 hat­te ich gerech­net, gewor­den sind es 6:00. dafür hat das mäßi­ge tem­po einen vor­teil: mus­kel­ka­ter habe ich über­haupt kei­nen. ein wenig steif war ich sams­tags und auch am sonn­tag noch etwas, aber die mus­keln beschwe­ren sich kaum.

das wet­ter war bru­tal schwül. nicht gera­de das idea­le lauf­wet­ter. ruck­zuck war ich kom­plett – aber wirk­lich voll­stän­dig – durch­ge­schwitzt. und das blieb bis kurz vor schluss so. kurz vor küls­heim kam ich aus dem wald her­aus, da hat der leich­te wind mich immer­hin noch ein biss­chen getrock­net. aber das war dann auch egal.

die wege waren auch nicht immer opti­mal aus­ge­sucht: da waren eini­ge har­te trails dabei, die auf der kar­te ganz und gar harm­los aus­sa­hen. so bin ich also durch die mat­schwüs­ten der wald­ar­bei­ter, über wege, die kom­plett mit ästen zuge­deckt waren, durch bren­nes­sel-fel­der und brom­beer-hecken gelau­fen, über aus­ge­wa­sche­ne was­ser­rin­nen ins tal gestürzt und im bauch­ho­hen gras von einem loch ins ande­re getau­melt … das hat nicht nur kör­per­li­che, son­dern auch phsy­si­sche anstren­gung gekos­tet, die sich mit der zeit erheb­lich sum­miert hat. aber dafür macht man ja sol­che läu­fe …

so bin ich gelau­fen: [sin­gl­epic id=243 w=650]

die genaue stre­cke lässt sich auch (bes­ser) bei gpsies.com anschau­en: klick.

ich bin also durch dorf-erbach ins grä­sig, von dort über das haber­manns­kreuz (wo ich einem auto, dass unbe­dingt mit mini­mals­tem abstand an mir vor­bei muss­te, den außen­spie­gel ein­klapp­te) nach eul­bach. bis hier­hin kann­te ich den weg – bis­her war ich das aller­dings immer schnel­ler gelau­fen, im ers­ten anstieg hin­term grä­sig war schon die ers­te geh­pau­se fäl­lig … von eul­bach dann noch ein­mal kurz auf die b47 in rich­tung box­brunn, aber gleich hin­ter dem abzweig nach viel­brunn den ers­ten wald­weg und mehr oder weni­ger par­al­lel zur stra­ße am höhen­dorf vor­bei. und dann, nach einem wei­te­ren stück auf dem kamm, ging es hin­un­ter rich­tung amor­bach. da wur­de das navi­gie­ren schwie­rig – den weg, den ich mir aus­ge­dacht hat­te, fand ich an zwei stel­len nicht bzw. nicht auf anhieb. das ers­te mal nahm ich einen wan­der­weg, schön steil in keh­ren, vor­bei an der grup­pe mit stö­cken bewaff­ne­ter wan­de­rer (und betend, dass ich genau dort nicht hin­fal­le – hat sogar geklappt …), beim zwei­ten mal muss­te ich nur genau­er suchen: der weg war schon sehr zuge­wach­sen. und ent­spre­chend schlecht zu lau­fen. ich hat­te aber kei­ne lust, wei­ter umher­zu­ir­ren – mein fuß tat weh, ich hat­te mich böse ver­tre­ten und woll­te erst ein­mal her­aus aus dem wald. außer­dem war ich schon län­ger unter­wegs als ich dach­te, hat­te schon mehr kilo­me­ter auf dem forerun­ner als ich erwar­tet hat­te. irgend­wann kam ich so dann tat­säch­lich im lan­gen tal an, dass mich wie­der zur b47 führ­te. der bin ich dann auf dem feld­weg gefolgt bis zur kreu­zung an der bahn­li­nie bei amor­bach. die habe ich kur­zer­hand „wild“ über­quert, der nächs­te über­gang war mir ein­fach zu viel umweg … auf der ande­ren sei­te ging es dann durch den rand von amor­bach und immer wei­ter die stra­ße – und zwar hin­auf. und hin­auf. und hin­auf … irgend­wann, schon hin­ter (und vor allem deut­lich über) schnee­berg, ver­ließ ich dann die land­stra­ße, um wie­der im wald ein­zu­tau­chen. die wege wur­den bald recht ver­las­sen und ent­spre­chend ver­wil­dert. beim „roten kreuz“ mach­te ich eine ers­te rast und ver­tilg­te einen oat-snack gegen den lang­sam auf­kom­men­den hun­ger. aber lan­ge hielt es mich nicht, es ging noch recht gleich­mä­ßig wei­ter, durch eine klei­nen wei­ler über den befes­tig­ten feld­weg nach win­disch­bu­chen. dort bog ich dann wie­der ein­mal auf die stra­ße bzw. das sträß­lein ein, dass mich nach hepp­diehl führt. dort ver­weil­te ich kurz am klei­nen fried­hof, nutz­te das küh­le was­ser zur zwi­schen­er­fri­schung und die bank, mei­ne mitt­ler­wei­le etwas müden bei­ne kurz aus­zu­ru­hen. doch bald ging es auch hier wie­der wei­ter, 12 uhr war es mitt­ler­wei­le schon gewor­den. ich blieb jetzt vor­erst auf der stra­ße, die mich steil hin­ab führ­te, und zwar nach pföhl­bach. dort bog ich ab, trab­te das kur­ze stück am hang ent­lang nach rie­dern. in rie­dern über­quer­te ich die erft – mit einer höhe von ca. 180 m der zweit­nied­rigs­te punkt mei­ner tour. und das war gleich wie­der zu mer­ken, denn hin­ter dem ort ging es schon wie­der ab von der stra­ße und ste­tig berg­an. sehr ste­tig. mein etrex fing hier an, ziem­lich zu spin­nen und mach­te mir etwas sor­gen, weil es mich bestän­dig weit ab von mei­ner eigent­li­chen rou­te wähn­te. anfangs noch sehr sicher, auf dem rich­ti­gen weg zu sein, wur­de ich zuneh­mens unsi­che­rer. und es ging immer wei­ter berg­an … aber irgend­wann war ich doch oben, mach­te mal wie­der eine kur­ze rast und ließ den etrex neu­en kon­takt zu den satel­li­ten auf­neh­men – und sie­he da, ich war die gan­ze zeit rich­tig gewe­sen. die erleich­te­rung war groß. zumal hier schon das ers­te schild eines küls­hei­mer wan­der­wegs auf­tauch­te – das ende rück­te also näher. vor­her galt es fre­lich noch eini­ges an weg im dich­ten gras zu über­win­den – nach­dem ich mitt­ler­wei­le schon fast 45 kilo­me­ter in den bei­nen hat­te, war es nicht mehr sehr lus­tig, zu lau­fen ohne den boden und sei­nen vie­len gemei­nen uneben­hei­ten sehen zu kön­nen. aber das bewusst­sein des nahen­den endes hielt mich auf­recht. so ganz war ich aber frei­lich noch nicht fer­tig … nach der über­que­rung der land­stra­ße zwi­schen stein­furt und stein­bach hat­te ich immer­hin wie­der fes­ten, halb­wegs ebe­nen feld­wegs-grund unter den füßen. der weg führ­te leicht abwärts direkt nach küls­heim. da muss­te ich ein wei­te­res mal pau­sie­ren – die ers­te was­ser­bla­se im ruck­sack war leer, ich muss­te umfül­len. viel erho­lung brach­te die pau­se nicht, so lief ich also eher im trott­gang als beson­ders dyna­misch durch die stadt und zum weg in rich­tung uis­sig­heim. immer­hin kann­te ich mich jetzt wenigs­tens wie­der unge­fähr aus … kurz vor uis­sig­heim ver­ließ mich aber auch die letz­te reser­ve bzw. der letz­te wil­le, den an die­sem punkt der stre­cke nicht mehr ganz harm­lo­sen anstieg zum sport­platz bin ich dann doch lie­ber gegan­gen. danach konn­te ich aber wenigs­tens noch den letz­ten kilo­me­ter zum ziel lau­fend zurück­le­gen – und da erwar­te­te mich nicht nur ein lecke­res (wenn auch arg ver­spä­te­tes) mit­tag­essen, son­dern auch eine herr­lich fri­sche, küh­le dusche – wun­der­bar. den rest des tages war ich frei­lich ziem­lich hin­über …

der höhen­ver­lauf ist so:[singlepic id=242 w=460]

wie extrem ist der rheinsteig?

das ist mal wie­der so eine fra­ge, die einen beim lau­fen durch­aus ein paar kilo­me­ter beschäf­ti­gen kann. vor allem, wenn man gera­de beim rhein­steig-extrem­lauf unter­wegs ist. also, wie extrem ist er nun? mei­ne per­sön­li­che ein­schät­zung: nicht so sehr. gut, es gibt ordent­lich viel hügel mit kna­cki­gen anstie­gen und eini­ge schma­le wege. aber so ist das halt im wald 😉 trotz­dem ist der rhex, wie das gan­ze abge­kürzt und tipp­freund­li­cher heißt, ein wun­der­ba­rer lauf. er führt auf dem weg von bonn-ramers­dorf zur insel gra­fen­werth in bad hon­nef über den rhein­steig. und das heißt nicht, dass der rhein sehr nahe wäre – es ist eher ein aus­flug durch das sie­ben­ge­bir­ge als ein lauf im rhein­tal. 34 kilo­me­ter ist die stre­cke lang und soll laut ver­an­stal­ter 1200 höhen­me­ter auf­wei­sen (bei mir waren es eini­ge hun­dert meter weni­ger, dafür gut 1300 höhen­me­ter …). und da man auf dem t‑mobile cam­pus unge­fähr auf rhein­hö­he star­tet, muss man die 1,2 km nicht nur hoch, son­dern auch wie­der run­ter. das ist, ich mer­ke es jedes mal bei sol­chen aktio­nen, für schwer­ge­wich­ti­ge läu­fer wie mich ziem­lich anstren­gend.

auf dem t‑mobile cam­pus geht es also los. hin­ge­kom­men bin ich mit der stra­ßen­bahn vom ziel aus. dafür muss man zwar früh auf­ste­hen – mein wecker klin­gel­te 6:25 – hat dafür aber nach dem lauf weni­ger gedöns. in ramers­dorf noch eini­ge minu­ten fuß­weg – immer der meu­te hin­ter­her, die stra­ßen­bahn war sonn­tag mor­gens fest in unse­rer läu­fer­hand und ganz gut gefüllt. die start­num­mer war schnell abge­holt, das geld für das bahn-ticket wur­de auch gleich erstat­tet. dann habe ich noch einen kaf­fee getrun­ken, um rich­tig wach zu wer­den – geschla­fen habe ich nicht sehr viel in die­ser nacht, war­um auch immer. und noch ein wenig mit „bie­ne“ aus dem streak­run­ner-forum geplau­dert – und zack, war es auch schon acht. super­pünkt­lich ging es los, durch das start­tor und ab in rich­tung hügel. mit der zeit­nah­me machen sich die orga­ni­sa­to­ren nicht viel auf­wand – im ziel wird ein­fach in aller ruhe die zeit ab 8:00 notiert. und das geht auch, weil das läu­fer­feld mit ziem­lich gro­ßen abstän­den ein­tru­delt – die an- & abstie­ge selek­tie­ren ganz ordent­lich. nach ein paar hun­dert metern gab es gleich den ers­ten stau, als es im wald auf eine trep­pe ging. in dem moment zwar ein biss­chen ner­vig, ins­ge­samt aber viel­leicht doch ganz gut, dass ich da nicht zu ener­gisch hoch­stür­men konn­te … ja, und dann ging es halt ab durch den wald. das feld zog sich mehr und mehr aus­ein­an­der. ab ca. kilo­me­ter 20 wur­de es wirk­lich locker, da bin ich stel­len­wei­se ganz allein gewe­sen – so allein, dass ich mich manch­mal schon frag­te, ob ich eine fal­sche abzwei­gung erwischt habe.

die ers­ten anstie­ge zum faveaux-häus­chen und zum dorn­he­cken-see waren noch ganz gut zu lau­fen. bewusst wur­de mir aber schon ziem­lich bald, dass mich die abwärts-pas­sa­gen fast mehr for­dern als das berg­auf-lau­fen. nach eini­gem leich­tem auf und ab und einem kur­zen stück ober­halb der wein­berg von dol­len­dorf mit blick über das tal (aber ohne bril­le klappt das mit dem genie­ßen der aus­sicht nur mit­tel­mä­ßig) kamen dann die „rich­ti­gen“ anstie­gen. zunächst auf den peters­berg, vor­bei am por­tal des hotel stei­gen­ber­gers (und gleich wie­der run­ter natür­lich, was will man schon da oben …), dann auf den eher unspek­ta­ku­lä­ren geis­berg – und, genau, wie­der run­ter – damit der auf­stieg auf den dra­chen­fels nicht zu ein­fach wird. da gab es die schöns­te ver­pfle­gungs­stel­le mit wun­der­ba­rer aus­sicht übers rhein­tal. das konn­te mich aber nicht lan­ge auf­hal­ten, jetzt ging es so rich­tig gemein steil hin­un­ter: mit trep­pen und steil-rut­schi­gem weg. da wei­ter unten war es dann auch, dass sich der vor­de­re teil der grup­pe, mit der ich da gera­de lief, irgend­wo ver­tan hat. jeden­falls ver­lo­ren wir kurz­fris­tig den eigent­li­chen weg, fan­den dann aber ganz natür­lich wie­der zurück.  der anstieg zur löwen­burg war dann noch ein­mal ziem­lich viel arbeit. das zog sich ganz schön, über wei­te stre­cken gar nicht so steil, nach dem bis­he­ri­gen lauf aber doch inzwi­schen recht anstren­gend. und da war ich auch weit­ge­hend allein, das heißt ohne hil­fe beim tem­po-machen. es hat aber offen­bar ganz gut geklappt, denn ich konn­te noch ein paar läu­fer ein­sam­meln. auch im letz­ten abschnitt, noch ein­mal mit eher klei­nen, kur­zen anstie­gen zum him­me­rich kam ich gut vor­an. und dann hieß es auf ein­mal: rechts ab – vor­sicht steil und rut­schig. das war nicht unter­trie­ben – da ging es bei kilo­me­ter 29 ordent­lich zur sache. und obwohl ich ja mit mei­nen wett­kampf­schu­hen (sau­c­o­ny fast switch) eigent­lich nicht opti­mal beschuht war, kam ich wun­der­bar her­un­ter. über­haupt war ich sehr posi­tiv über­rascht, wie gut die schu­he sich geschla­gen haben. das ein­zi­ge „pro­blem“ war eigent­lich die dün­ne soh­le, durch die man stei­ne und schot­ter recht stark spür­te. aber grip hat­ten sie auch in den weni­gen, aus­ge­such­ten mat­schi­gen stel­len erstaun­lich viel. auch auf der letz­ten berg­ab­pas­sa­ge nach bad hon­nef. das hat­ten wir näm­lich jetzt schon erreicht. und ich konn­te noch ordent­lich gas geben – die letz­ten kilo­me­ter lie­fen alle unter 4:30 durch. kurz vor dem ziel, auf der bahn­über­füh­rung, habe ich noch mei­nen letz­ten läu­fer ein­ge­sam­melt und bin dann als 26. und drit­ter mei­ner alters­klas­se nach 3:04:13 durch’s ziel gekom­men. und dort konn­te ich genüß­lich die reich­hal­ti­ge ver­pfle­gung genie­ßen. und nach dem duschen sogar noch mei­nen preis für den drit­ten ak-platz, ein glas honig aus dem sie­ben­ge­bir­ge, in emp­fang neh­men.

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m mal sechs. oder: marathondouble im mai.

Lauter M’s

Ich weiß ja gar nicht, wo ich jetzt begin­nen soll. Das Wochen­en­de war ziem­lich ereig­nis- & erleb­nis­reich.
Also, fan­gen wir vor­ne an: Irgend­wann im Herbst, nach­dem ich mich schon für die Jubi­lä­ums­aus­ga­be des Guten­berg-Mara­thons ange­mel­det hat­te, stol­per­te ich dar­über, dass der Mann­heim-Mara­thon die­ses Jahr am Abend vor­her statt­fin­den soll­te. Und das ließ mich nicht mehr los – immer mehr kris­tal­li­sier­te sich die Idee her­aus, bei­de auf ein­mal zu lau­fen. Irgend­wann war ich dann soweit und habe mich auch für Mann­heim ange­mel­det. Jetzt hieß es also flei­ßig trai­nie­ren. Dazu habe ich dem Vic­sys­tem ein­fach mal vor­ge­schwin­delt, ich wür­de am Sonn­tag einen 84,5 km lan­gen Wett­kampf bestrei­ten wol­len. Ent­spre­chend ent­wi­ckel­te sich das Trai­ning: Die lan­gen Läu­fe wur­den län­ger – ich bin bis ca. 43,5 km (dann aber mit 1100 Höhen­me­tern) gelau­fen -, die Inter­val­le auch. das Wett­kampf­spe­zi­fi­sche Tem­po sank in den Kel­ler, bis es sich bei unge­fähr 5:13 min/km ein­pen­del­te. (Da zeig­te sich übri­gend mei­ner Mei­nung nach auch ein Schwachs­punkt im Vic­sys­tem – die Ein­hei­ten im wett­kampf­spe­zi­fi­schen Tem­po waren, auf­grund des „gemüt­li­chen“ Tem­pos, eigent­lich nicht for­dernd genug: also bin die ein­fach erheb­lich län­ger gelau­fen. Aber dar­um geht es hier ja nicht.) So nach und nach kon­kre­ti­sier­ten sich dann auch die Zie­le: zwei­mal 3:45 nahm ich mir für die Mara­thons vor. Das schien mög­lich – auch wenn ich immer wie­der hef­ti­ge Zwei­fel hat­te, schließ­lich bin ich noch nie vor­her so dicht hin­ter­ein­an­der Mara­thons gelau­fen. Nach­dem letz­ten lan­gen Lauf über 43 km (mit den besag­ten 1100 Höhen­me­tern) in 3:43 wuchs die Zuver­sicht, das mein Ziel zu schaf­fen sei, aber doch immer mehr.
Am Sams­tag also wur­de es ernst. Ich habe noch kurz bei Elke und Cor­ne­li­us vor­bei­ge­schaut, dort Mathi­as getrof­fen, schnell noch ein paar Nudeln gefut­tert (lecker war das!), ein wenig geplau­dert, und dann muss­te ich aber auch schon zum Bahn­hof. Der Zug hat­te natür­lich gleich mal leich­te Ver­spä­tung, was mei­ne Ner­vo­si­tät noch etwas stei­ger­te – schließ­lich soll­te ich sowie­so nur eine Stun­de vor Start in Mann­heim ankom­men. Und ich hat­te kei­ne Ahnung, wo und wie das dort so ablief … Es war dann aber alles über­haupt kein Pro­blem: Die Start­un­ter­la­gen waren sofort parat, das Umzie­hen ging schnell, den Klei­der­beu­tel abge­ge­ben und mich noch ein­mal in die sehr lan­ge Schlan­ge für die Toi­let­ten ein­ge­reiht (davon, näm­lich von den Toi­let­ten, gab es irgend­wie nicht so sehr vie­le). Dann gemüt­lich wie­der raus, zur Start­auf­stel­lung getrot­tet. Die war aus­ge­spro­chen chao­tisch – trotz der Block­ein­tei­lung stell­te sich so ziem­lich jeder hin, wo er woll­te. Nicht gera­de sehr prak­tisch war auch, dass man zu den hin­te­ren Blö­cken prak­tisch durch die gesam­te Auf­stel­lung durch muss­te. Ich hat­te natür­lich ver­ges­sen, mich umzu­schrei­ben – mit mei­ner PB von 3:00:33 war ich im ers­ten Block – immer­hin stand ich ganz hin­ten. Und muss­te trotz­dem noch sehr viel über­ho­len auf den ers­ten Kilo­me­tern.
Der Start war super pünkt­lich – über­haupt lief die Orga­ni­sa­ti­on eigent­lich wie am Schnür­chen. Dann ging es also auf die Stre­cke. Für die – in die­sem Jahr stark über­ar­bei­tet – fällt mir eigent­lich nur ein Wort ein: Öd. Schon nach sehr kur­zer Zeit waren wir am Stadt­rand, im Wohn­ge­biet, wo wir dann lan­ge blie­ben. Und da war kaum was los. Über­haupt die Stim­mung – ziem­lich zurück­hal­tend, die Mann­hei­mer. Nir­gends­wo gab es Action, nir­gend­wo Live-Musik oder so. Mit eini­gen Schlei­fen kamen wir dann irgend­wann, so nach ca. 20 Kilo­me­ter, wie­der in die Nähe des Rosen­gar­tens und mach­ten uns jetzt auf durch die Qua­dra­te, die­ses Mann­hei­mer Spe­zi­fi­kum der städ­te­bau­li­chen Pla­nung. Da war immer­hin etwas Publi­kum an der Stre­cke. Und dort ver­lie­ßen uns dann auch die Halb­ma­ra­tho­nis. Das heißt, die Stre­cke wur­de – end­lich – sehr leer. Knapp 1300 Star­ter gab es für den Mara­thon (bei ca. 10.000 Läu­fern), dazu noch eini­ge Vie­rer-Staf­feln (die per­ma­nen­te Unru­he ins Feld brach­ten, weil sie nicht gera­de sehr schnell waren – selbst auf dem letz­ten Vier­tel muss­te ich, mit einer ange­streb­ten Ziel­zeit von 3:45, die noch stän­dig über­ho­len oder über­ho­len las­sen. Also, nach den Qua­dra­ten wur­de es dann aber erst so rich­tig lus­tig. Dann kam näm­lich die Kurt-Schu­ma­cher-Brü­cke. Natür­lich kom­plett leer, dafür kilo­me­ter­lan­ge Ödnis über Hafen etc. Dort pas­sier­te ich auch die Halb­ma­ra­thon­mar­ke bei 1:51:05 – also eigent­lich etwas zu schnell. Aber mir ging’s noch so gut, dass ich kaum Tem­po raus­nahm. Nach der Brü­cke kam dann Lud­wigs­ha­fen. Auch nicht viel bes­ser. Die meis­ten Städ­te neh­men einen Mara­thon ja zum Anlass, eine Par­ty zu fei­ern. Nicht so hier. Es scheint nie­man­den zu inter­es­sie­ren. Also wei­ter eine gro­ße Run­de gedreht und schon die Rück­kehr auf die Brü­cke erwar­tet – bei ca. km 36–37 geht es da wie­der rauf. Das ist dann ziem­lich fies, an so einer Stel­le nach einem ziem­lich fla­chen Kurs einen recht kna­ckig erschei­nen­den Anstieg ein­zu­bau­en. Da ich ja bei wei­tem nicht am Anschlag lief, muss­te ich hier natür­lich etwas ange­ben und flei­ßig über­ho­len – die Ober­schen­kel haben es etwas gemerkt. Auf der ande­ren Sei­te, zurück in Baden-Wür­temm­berg, rück­te das Ziel dann schon sehr schnell näher. Noch ein paar Haken durch die Qua­dra­te und ruck­zuck war der Rosen­gar­ten mit Was­ser­turm wie­der in Sicht­wei­te. Die­ses Mal wur­den wir von hin­ten durch das Start­tor geführt. Bei 3:41:51 war ich über der Linie. Und mit die­ser grot­ti­gen Zeit habe ich noch Platz 36 in mei­ner AK. Aber der gesam­te Mara­thon war sehr lang­sam – der Sie­ger ist bei 2:30 her­ein­ge­kom­men. Viel­leicht lag es ja am Wet­ter, das wohl nicht zum ers­ten Mal in Mann­heim extrem schwül und schweiß­trei­bend war. Aber wahr­schein­lich sind die guten Läu­fer ein­fahc alle an ande­ren Orten unter­wegs gewe­sen. Die Schwü­le ließ mich immer­hin ab Kilo­me­ter 10 jede Ver­pfle­gungs­stel­le ansteu­ern – die waren gut bestückt und vor­bild­lich aus­ge­schil­dert. Net­ter­wei­se gab es auch die prak­ti­schen Caps-Beu­tel, die konn­te man gut im Lau­fen trin­ken – bes­ser als Becher mit dem Elek­tro­lyt-Zeug, das gibt immer schö­ne Schwei­ne­rei.
Nach dem Lauf dann direkt hin­ter der Ziel­li­nie abge­bo­gen zur Ver­pfle­gung und fast die Medail­le ver­ges­sen (wäre nicht scha­de drum gewe­sen, ist ziem­lich pop­lig), weil die Aus­tei­ler gna­den­los unter­be­setzt waren. Die Ver­pfle­gung war wie­der schön reich­hal­tig, nur der Bereich arg eng für die vie­len Läu­fer. Also deck­te ich mich ordent­lich ein – ein hal­ber Hefe­zopf, Bana­ne, Elek­tro­ly­te noch ein­mal (obwohl ich das Zeug inzwi­schen kaum noch schme­cken konn­te) und Was­ser und ver­zog mich. Die Duschen waren etwas abge­le­gen, dafür aber immer­hin reich­lich und warm. Dann trot­te­te ich also wie­der zum Bahn­hof, wo ich noch etwas Zeit zum Aus­ru­hen hat­te, bevor ich in den ICE stieg, der mich über Frank­furt nach Mainz beför­der­te. Da war ich dann um 1:00 Uhr und ver­k­rock mich bald ins Bett – nicht ohne den Wecker zu stell­len.
Der klin­gel­te am Sonn­tag um acht.
Bröt­chen, hal­ben Becher Tee – anzie­hen und schon auf den Weg zum nächs­ten Mara­thon. Tref­fen mit Lars und Mathi­as, Toi­let­ten­be­such – bei leich­tem Durch­fall sehr not­wen­dig – un in die Start­auf­stel­lung, wo sich ein Ord­ner ver­zwei­felt bemüh­te, auch nur die rein­zu­las­sen, die in den ers­ten Block gehör­ten. Ange­sichts der unver­fro­renn Frech­heit so eini­ger „Sport­ler“ hat­te er nur mäßi­gen Erfolg. Und schon war wie­der Start – auf ging’s. Ich lief zusam­men mit Lars, der auch unge­fähr eine 3:45 anpeil­te. Der ers­te Kilo­me­ter etwas holp­rig, die Ober­schen­kel vor allem noch leicht steif.
Die wur­den aber schnell wei­cher und es lief wie­der rund. Recht zügig haben wir uns dann nach dem anfäng­li­chen Cha­os auf der Stre­cke auch auf Tem­po gebracht. Die Run­de war uns ja bekannt: Durch das Schott­wer nach Mom­bach, das sich wie­der ein­mal in Par­ty­lau­ne prä­sen­tier­te, über die Neu­stadt an der Chris­tus­kir­che vor­bei zum Guten­berg­platz und dann durch die Augus­ti­ner­stra­ße auf die Rhein­stra­ße, die uns wei­ter­führt die schö­ne Wen­de­punkt­stre­cke nach Wei­se­nau hin­aus. Noch lief es aus­ge­spro­chen präch­tig – klar, ganz frisch und lcoker war ich nicht, aber beson­de­re Mühe hat­te ich auch nicht. Auf dem Rück­weg Rich­tung Start/Ziel an der Rhein­gold­hal­le ver­lor ich Lars dann auf ein­mal und ziem­lich schnell. Er hat­te vor­her schon gemerkt, dass unser Tem­po ihm wohl etwas zügig war. Ich woll­te aber wenigs­tens sehen, wie weit ich damit kom­me und nicht hier schon lang­sa­mer wer­den – das wür­de shcon noch von selbst kom­men. Und es kam auch. Nach der Halb­ma­ra­thon­mar­ke (1:53:38) ging es über die Theo­dor-Heuss-Brü­cke nach Kost­heim. Und das wur­de lang­sam anstren­gend. Hier kam auch noch fri­scher Wind auf, der mich gera­de nicht beson­ders erfreu­te … Die Schlei­fe durch Kost­heim mit den unzäh­li­gen pri­va­ten Ver­sor­gungs­sta­tio­nen – das ist echt klas­se, dass die Anwoh­ner das alles auf die Bei­ne stel­len – ging es auch schon wie­der zurück über die Brü­cke – mit zuneh­mend schwe­ren Bei­nen. Aber die 30 rück­te näher. Doch das Tem­po sank, die Moral schwand, die Kilo­me­ter 32/33 waren lang­sam, viel zu lang­sam. Noch gab ich aber nicht auf … Im Mom­ba­cher Indus­trie­ge­biet, bei der Was­ser­stel­le von Coca-Cola, griff ich dann doch zum „Doping“ und schmiss ein Ham­mer­gel (Espres­so, mit Kof­fe­in gegen die Schmer­zen …) ein. Das begann glück­li­cher­wei­se ziem­lich bald zu wir­ken. Und zwar recht deut­lich (viel­leicht des­halb, weil ich ewig nichts mehr esse und nur pures Was­ser trin­ke bei mei­nen Trai­nings­läu­fen). Im Mom­bach wur­den die Kilo­me­ter dann wie­der kür­zer … Und in der Neu­stadt ging es mir noch rich­tig gut. Ich sam­mel­te noch so eini­ge Läu­fer ein. Ruck­zuck waren wir dann auch schon auf der Blei­che, wo mich mein Mit­be­woh­ner mit Foto­ap­pa­rat emp­fing. Der Umbach mit sei­ner mini­ma­len Stei­gung mach­te sich noch­mal unan­ge­nehm bemerk­bar. Aber jetzt konn­te mich nichts mehr stop­pen – die paar Kilo­me­ter waren jetzt auch noch mög­lich. Und sogar ein klei­ner Schluss­sprint gelang mir noch, nach­dem ich mich von Mathi­as, der sei­nen Halb­ma­ra­thon hin­ter sich hat­te, anfeu­ern ließ. Dies­mal stopp­te die Uhr im Ziel bei 3:44:15 – und damit war das Ziel der zwei Mara­thons mit 3:45 soga­ro noch unter­bo­ten. Jetzt bin ich aller­dings auch ziem­lich fer­tig – der Weg heim war eine rech­te Qual, vor allem die Trep­pen in den vier­ten Stock hoch …
Was ler­nen wir also dar­aus: Mög­lich ist viel – mit kon­se­quen­ter Vor­be­rei­tung. Stadt-Mara­thons wer­de ich nicht mehr vie­le lau­fen – im Trai­ning geht’s schö­ner im Wald und Wie­sen. Mann­heim lan­det auf mei­ner Never-again-Lis­te – zwar ganz ordent­lich orga­ni­siert, aber die Stre­cke ist ein­fach viel zu fad.

So sehen die Tem­po­kur­ven aus:
mannheim-marathon 2009: tempo/distanz – man sieht sehr schön die Anstie­ge auf die Brü­cke

und Mainz, etwas unru­hi­ger, mit dem Tief bei 32/33: gutenberg-marathon 2009 tempo/distanz

und hier noch eini­ge bil­der von den bei­den läu­fen:

blase – einmal anders …

man lernt ja nie aus beim lau­fen.
ges­tern habe ich es tat­säch­lich mal wie­der geschafft, mir eine bla­se zu lau­fen. aber was für eine: am lin­ken hand­ge­lenk. bis auf’s blut. schuld war selt­sa­mer­wei­se der forerun­ner. obwohl der seit ziem­lich genau einem jahr jeden tag dort sitzt. aber heu­te hat ihn wohl irgend etwas gestört. wahr­schein­lich war er gelang­weilt, weil ich die gan­ze zeit im hoch­schul­sta­di­on im kreis gelau­fen bin ;-). jeden­falls hat er sich bit­ter gerächt und mich wund gescheu­ert. irgend­wie ziem­lich blö­de, eine bla­se an die­ser stel­le. vor allem glaubt mir das eh‘ wie­der kei­ner, dass die vom lau­fen kommt. oder ich wer­de end­gül­tig zum irren abge­stem­pelt.

treue begleiter

treue beglei­ter sind mei­ne lauf­schu­he. über hun­der­te von kilo­me­tern und stun­den tra­gen sie mich durch stadt und land, über wie­sen und durch den wald, bei son­nen­schein und regen. das sieht man ihnen nach einer wei­le auch an. die fotos zei­gen zwei ver­schie­de­ne paa­re mei­nes lieb­lings­schu­hes, dem new balan­ce 766. die haben zum zeit­punkt der auf­nah­me bei­de schon über 1300 kilo­me­ter hin­ter sich. das hin­ter­lässt natür­lich spu­ren ;-). erstaun­lich ist höchs­tens, wie gering die abnut­zung ist. die außen­soh­le ist ja immer noch fast neu. das fut­ter dage­gen hat vor allem bei mei­ner rech­ten fer­se eini­ges aus­zu­hal­ten. und die dämp­fung ist natür­lich nach die­ser zeit erheb­lich zurück­ge­gan­gen.
in der mit­te sind die noch rela­tiv neu­en salo­mon xa pro 3d ultra. da sieht man nur, was das lau­fen im oden­wald auch mal hei­ßen kann: ziem­lich tief im matsch zu ver­sin­ken. aber das ist ja gera­de der haupt­spaß dabei .…

im schneematsch durch den odenwald

oder bes­ser gesagt: über die oden­wäl­der hügel. ges­tern war wie­der – wie jeden sams­tag – der lan­ge lauf dran: 40 kilo­me­ter woll­te der trai­nings­plan, im fla­chen hät­te er ger­ne eine pace von 4:54 gehabt. die län­ge habe ich gemacht, mein tem­po war aller­dings mit 5:11 etwas lang­sa­mer. das war natür­lich den klei­nen hügeln geschul­det, die im oden­wald immer im weg her­um­ste­hen. dafür macht das lau­fen dann aber auch mehr spaß – lang­wei­lig wird’s nicht, wenn es stän­dig berg­auf und berg­ab geht. der nas­se, rut­schi­ge weil dahin­schmel­zen­de schnee hat dann noch ein übri­ges getan, mich aus­zu­brem­sen. so auf einer län­ge­ren stre­cke kos­tet das doch ganz schön kraft, wenn man wirk­lich bei jedem schritt kei­nen ver­nünf­ti­gen abdruck hin­be­kommt, son­dern immer ein klein biss­chen weg­rutscht. und berg­ab muss man dann ja auch noch schön vor­sich­tig lau­fen, da ist’s also auch nix mit hohem tem­po. schön war’s aber trotz­dem.
so sieht übri­gens das höhen­pro­fil aus – vie­le höhen­me­ter sind es eigent­lich nicht (knapp 800), aber doch recht nett ver­teilt:

höhenprofil

jahresziel erreicht

ges­tern habe ich beim trai­ning die 5000-km-mar­ke über­schrit­ten (oder bes­ser gesagt über­lau­fen). damit ist mein haupt­jah­res­ziel für 2008 erreicht. trotz der ver­let­zung im mai, die mich eini­ge wochen lauf­pau­se gekos­tet hat. mein zwei­tes ziel, den sub 3:00-marathon, habe ich im okto­ber lei­der um 34 sekun­den ver­fehlt. naja, damit muss ich mir wenigs­tens kei­ne gedan­ken für das ziel im nächs­ten jahr machen – für frank­furt bin ich schon wie­der ange­mel­det. ansons­ten will ich eigent­lich weni­ger auf zeit lau­fen, son­dern eher kilo­me­ter sam­meln. und das mög­lichst kon­ti­nu­ier­lich – also ohne zwangs­pau­se. und natür­lich soll auch mein täg­li­che-lau­fen-serie wei­ter anhal­ten – da habe ich ja noch einen rekord zu kna­cken. aber bis dahin muss ich noch eini­ge kilo­me­ter unter die füße neh­men.

alte und neue wege

ein herr­li­cher tag, der sams­tag. per­fek­tes lauf­wet­ter. und die lust steigt mit jedem kilo­me­ter, den mich der zug näher nach erbach bringt.
irgend­wann war’s dann end­lich so weit, das mit­tag­essen wenigs­tens halb­wegs ver­daut und die schu­he geschnürt. die meis­ten tei­le der ins­ge­samt 31,58 kilo­me­ter bin ich schon irgend­wann ein­mal gelau­fen – aber noch nie in die­ser kom­bi­na­ti­on und teil­wei­se auch nur in der gegen­rich­tung: die­ses mal hat­te ich mir nichts wirk­lich geplant, son­dern schau­te ein­fach mal, was mir so unter die füße kam.
kalt war’s zwar an eini­gen stel­len ziem­lich. vor allem da, wor noch schnee her­um­lag ;-). aber das stört ja nicht wei­ter …haupt­sa­che es läuft. und das tat es. schön gemüt­lich hat­te ich ange­fan­gen, über den anfang des drei­se­en­tals zum buch­wald­s­kopf, dann den übli­chen weg über son­nen­weg in rich­tung bull­au ein­ge­schla­gen. davor habe ich aber noch einen abste­cher gemacht und eine neue ecke aus­ge­kund­schaf­tet – schö­ne fich­ten­mo­no­kul­tur, die aber auf­grund der hang­la­ge noch recht viel son­ne am nach­mit­tag hat­te. jeden­falls führ­te mich ein wei­ter bogen (bei dem ich nach eini­gen kilo­me­tern nicht mehr so genau wuss­te, wo ich eigent­lich war) bis kurz vor bull­au. von dort bin ich dann erst ein­mal hin­über nach würz­berg gestürmt: lang­sam stieg das tem­po, die ers­te hälf­te lag ja inzwi­schen auch schon hin­ter mir. von würz­berg aus bin ich schließ­lich schön quer wie­der zurück zum aus­gangs­punkt des kut­schen­we­ges, aller­dings ein biss­chen unter­halb von die­sem. die­ses gan­ze hin und her hat­te den ein­deu­ti­gen vor­teil, dass ich in den über zwei­ein­halb stun­den kaum einem dut­zend men­schen begeg­net bin. dafür hat­te ich wun­der­schö­nen wald bei herr­li­chem son­nen­schein und kla­rer luft für mich ganz allein. aber auch das hat­te irgend­wann natür­lich ein ende: die letz­te kon­zen­tra­ti­ons­an­stren­gung, der schlech­te hohl­weg am wald­rand beim buch­wald­s­kopf – in der däm­me­rung nicht mehr ganz ein­fach, vor allem berg­ab bei hohem tem­po – und schon lag das müm­ling­tal im sanf­ten abend­licht – die son­ne war kurz zuvor unter­ge­gan­gen – vor mir.
die stre­cke bei gpsies.

ein katastrophenlauf oder: durchhaltetraining

eigent­lich war gar nichts beson­de­res geplant und vor­ge­se­hen: der übli­che sams­täg­li­che lan­ge lauf war gar so lang, 24 km soll­ten es wer­den, mti einem tem­po von 4:49 aber ohne rum­trö­deln. aber irgend­wie war der wurm drin, ges­tern vor­mit­tag.
über nacht war es kalt gewor­den, also habe ich zum ers­ten mal in die­sem jahr die dicke­ren lauf­sa­chen aus dem schrank gesucht. ein wenig schnee lag noch auf den wie­sen und äckern, auch auf den wegen. und ein klei­nes biss­chen tanz­te durch die luft. also zog ich los, ich hat­te mir eine neue rou­te aus mir bereits bekann­ten teil­stü­cken über­legt. und das war sozu­sa­gen schon eines der pro­ble­me, denn mei­ne schät­zung ging nicht ganz auf. doch dazu spä­ter.
los ging’s wie immer in erbach mit den län­ge­ren läu­fen: erst ein­mal den buch­wald­s­kopf hin­auf. das hat den vor­teil, dass man selbst im tiefs­ten win­ter schon mal warm gelau­fen ist. dann bin ich ganz klas­sisch wei­ter über den son­nen­weg auf den schma­len wan­der­weg rich­tung bullau­er stra­ße. und hier wur­de schon klar, dass es heu­te nicht beson­ders ein­fach wer­den wür­de: tie­fe schlamm­stel­len säum­ten den weg immer wie­der, ver­steckt unter einer schö­nen schicht bun­ten laubs. dazu noch eine dün­ne schnee­schicht, die noch weni­ger unter­grund erah­nen ließ und dafür mit grö­ße­rer rut­schig­keit ent­schä­dig­te: den ers­te bei­na­he-sturz konn­te ich gera­de noch abfan­gen. außer­dem begann ich schon hier, nach gera­de ein­mal vier kilo­me­tern, so rich­tig hun­ger zu bekom­men. und der woll­te ein­fach nicht ver­schwin­den – bis zur rück­kehr hat er mich die­ses mal beglei­tet. aber noch war ich guten mutes und flot­ten schrit­tes unter­wegs, mach­te den bogen an der bullau­er stra­ße und stürz­te mich den kut­schen­weg in rich­tung würz­berg hin­auf. den ver­ließ ich dann unge­fähr auf hal­ber höhe lin­ker hand, um quer zum hang leicht anstei­gend ober­halb von ebuch und erns­bach vor­bei­zu­zie­hen. so lang­sam merk­te ich das etwas hohe tem­po, es wur­de ziem­lich anstren­gend. mein gesamt­schnitt lag aber immer­hin schon bei 5:07 unge­fähr. der änder­te sich jetzt aller­dings kaum noch, zumin­dest für eini­ge kilo­me­ter nicht. noch etwas däm­mer­te mir so all­mäh­lich, je näher ich erns­bach kam: mei­ne schät­zung wür­de nicht ganz auf­ge­hen, ich muss­te noch eine schlei­fe ein­bau­en. tat­säch­lich hat­te ich, als ich dann am rand von würz­berg aus dem wald kam, gera­de ein­mal 12 kilo­me­ter auf dem forerun­ner – das war etwas wenig. vor allem ange­sichts der tat­sa­che, dass ich mich mitt­ler­wei­le ziem­lich müde fühl­te und das hohe tem­po, dass jetzt eigent­lich noch etwas schnel­ler wer­den soll­te, immer mehr mühe berei­te­te. aber ich quäl­te mich wei­ter und zog in rich­tung man­gels­bach. hin­ter den häu­sern, auf dem limes­wan­der­weg, begann dann das wah­re lei­den. ein baum lag quer auf dem eh‘ schon sehr schlech­ten und außer­or­dent­lich mat­schi­gen weg (eher eine schlamm­pis­te als ein rich­ti­ger wan­der­weg). also bin ich abseits des weges her­um­ge­rannt – und habe mir prompt zwi­schen becken und rip­pen einen quer­ste­hen­den ast in die sei­te gerammt. die nächs­ten schrit­te waren nicht sehr ange­nehm, aber ste­hen­blei­ben kam nicht in fra­ge … schnell wur­de mei­ne auf­merk­sam­keit aber wie­der auf den boden gelenkt – oder das, was davon übrig blieb. hier war es näm­lich so weich, dass ich fast ste­cken­blieb. zumin­dest kam es mir so vor … der schlamm reich­te bis ordent­lich über die knö­chel, mei­ne füße wur­den erst nass und dann kalt. aber mit einer klei­nen tem­po­ver­schär­fung auf dem dann mit­ten durch die bäu­me füh­ren­den schma­len wan­der­weg sorg­te für rasche erwär­mung. so gelang­te ich dann immer­hin noch halb­wegs heil an die b47. die ver­ließ ich dann bald wie­der – heu­te hat­te ich kei­ne gro­ße lust auf stra­ße, mei­ne schu­he (die salo­mon 3d ultras) woll­ten so etwas nicht. also bin ich wie­der auf den wan­der­weg ein­ge­schwenkt. der führt hier direkt neben der stra­ße ein­fach so durch die bäu­me, in schlan­gen­li­ni­en und haken­schla­gend, ein schma­ler tram­pel­pfad eher als ein rich­ti­ger weg. natür­lich war es nur eine fra­ge der zeit, bis ich eine enge s‑kurve über­sah – rumms, da war ich zu schnell und lag auf dem boden. aber nix pas­siert, schnell auf­ge­rap­pelt und wei­ter gedüst. hin­ter eul­bach wur­de der weg – hin­un­ter zum haber­manns­kreuz – dann zwar brei­ter, aber auch wie­der schlam­mi­ger. jetzt war es aber auch egal, der matsch hat­te sei­nen weg in mei­ne schu­he bereits gefun­den. immer­hin konn­te ich das tem­po jetzt lang­sam erhö­hen und den schnitt schon ein­mal unter die 5:00-marke drü­cken. vor­bei am haber­manns­kreuz (wie­der so ein lus­ti­ger pfad!) ging es wei­ter in rich­tung grä­sig. und weil es noch nciht reich­te mit den una­nehm­lich­kei­ten, muss­te ich unbe­dingt noch ein­mal hin­fal­len: lang­sam erschöpft ach­te­te ich einen moment nicht auf den weg, stol­per­te mit dem rech­ten fuß gegen einen unter dem laub ver­steck­ten ast und konn­te nicht mehr aus­glei­chen: patsch, schon hat­te ich einen wun­der­schö­nen bauch­plat­scher in den schlamm gemacht. nur gut, dass ich schon fast zu hau­se war. die letz­ten zwei kilo­me­ter gin­gen auch noch irgend­wie her­um, sogar den kreuz­weg bin noch hoch gekom­men. zuhau­se sam­mel­te ich dann erst­mal dreck und blät­ter aus mir und mei­ner klei­dung: bis in die unter­ho­se hat­te sich der kram vor­ge­ar­bei­tet … und dann waren es, trotz der schin­de­rei, noch nicht ein­mal 24 kilo­me­ter gewor­den! – 23 km @ 4:50 – immer­hin der schnitt ist in ord­nung, eini­ge höhen­me­ter waren ja schon dabei …

to streak or not to streak: nachbemerkungen zum frankfurt-marathon – und den nachwehen

also, noch ein paar nach­schrif­ten zum bericht von ges­tern:

  • mus­kel­ka­ter: der mus­kel­ka­ter ist lei­der immer noch da. und noch ver­dammt stark. die ober­schen­kel machen noch nicht immer das, was ich will. das auf­ste­hen und das trep­pen hin­un­ter­stei­gen schmer­zen noch ordent­lich. der klei­ne strea­k­er­hal­tungs­lauf vor­hin hat aber ganz gut getan, die bei­ne schön gelo­ckert. lan­ge hat es zwar nicht gehal­ten, aber immer­hin …

    doch so rich­tig zufrie­den bin ich damit nicht. irgend­wie sind das jetzt doch ein biss­chen zu viel schmer­zen … mal sehen, ob mir noch etwas ein­fällt für das nächs­te mal. aber eigent­lich fühl­te ich mich aus­rei­chend trai­niert und vor­be­rei­tet. viel­leicht mehr schnel­le läu­fe und mehr berg­auf? aber wahr­schein­lich hilft es nicht wirk­lich viel, weil so eine mara­thon­zeit halt alle mei­ne kräf­te und sämt­li­che reser­ven dazu bean­sprucht – das wird sich wohl kaum ändern las­sen.
  • schu­he: es war eine gute wahl, mit den leich­ten und schnel­len mizu­no wave eli­xir 3 zu lau­fen. pro­ble­me hat­te ich über­haupt kei­ne, obwohl ich bis­her maxi­mal knapp 20 kilo­me­ter am stück mit ihnen unter­wegs war (und über­haupt noch nicht in ver­bin­dung mit den cep-strümp­fen). aber alles hat tadel­los geklappt. der durch­ge­hen­de asphalt hat sich auch nicht nega­tiv aus­ge­wirkt, die etwas spar­sa­me­re dämp­fung (vor allem im ver­gleich etwa zum new balan­ce 1223, mit dem ich sonst oft die lan­gen stre­cken lief).
  • cep-strümp­fe: ein­fach nur klas­se. zumin­dest füh­re ich es auf die test-strümp­fe zurück, dass mei­ne waden wäh­rend des lau­fens und auch danach in jedem moment total ent­spannt und schmerz­frei waren. da hat­te ich im trai­ning oft mehr nach­wir­kun­gen als jetzt.
  • ver­pfle­gung: gewun­dert hat mich, dass ich von den bei­den gels, die ich (bei km 20 und bei km 30) ein­ge­schmis­sen habe, nichts gemerkt habe. das hat­te ich anders in erin­ne­rung: näm­lich einen deut­li­chen ener­gie­schub. war­um das so ist – kei­ne ahnung. ers­te ver­mu­tung: in den letz­ten mona­ten habe ich mei­nen stoff­wech­sel durch die lan­gen läu­fe ohne koh­len­hy­dra­te so gut trai­niert, dass er auch beim wett­kampf bes­tens ohne nach­schub aus­kam. aber eigent­lich hat­te ich die theo­rie so ver­stan­den, dass sie dann gera­de beson­ders wir­ken soll­ten … naja, eigent­lich auch egal. ins­ge­samt waren aber die mus­ku­lä­ren pro­ble­me auch eher das, was mich zum schluss gebremst hat, nicht man­geln­de ener­gie oder schwa­cher kreis­lauf …
    was ich nicht bedacht hat­te: ende okto­ber ist das ange­bo­te­ne was­ser ziem­lich kalt. das habe ich im magen etwas gemerkt. zwar habe ich nie viel getrun­ken, die meis­ten sta­tio­nen auch kom­plett aus­ge­las­sen. aber auf die idee, den war­men tee zu neh­men, kam ich erst bei kilo­me­ter 35. wäh­rend dem lau­fen ist halt nich viel mit den­ken …

und so lang­sam kris­tal­li­siert sich auch schon die idee her­aus, nächs­tes jahr wie­der in frank­furt zu star­ten. und dann viel­leicht die letz­ten 34 sekun­den auch noch zu schaf­fen, damit auch mal eine 2 vor­ne steht … aber bis dahin ist ja noch ein klit­ze­klei­nes biss­chen zeit.

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