Täglich laufen

Übers Laufen und was sonst so draußen passiert.

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training auf dem rheinsteig

Auf dem Rhein­steig war ich ja schon öfter unter­wegs. Dies­mal soll­te es ein Trai­nings­ma­ra­thon wer­den – zum 700. Tag unun­ter­bro­che­nen täg­li­chen Lau­fens (strea­k­en) muss es ja etwas beson­de­res sein. Also ver­schob ich den Start von Elt­ville nach Erbach, das bringt unge­fähr zwei Kilo­me­ter Stre­cke – und damit den Rest, der mir bis­her zum Mara­thon gefehlt hat.
Das Pro­ze­de­re war das übli­che: Um kurz vor 9 bin ich in Mainz in die S8 gestie­gen, die mich nach Wies­ba­den brach­te. Dort nahm ich die Regio­nal­bahn in Rich­tung Koblenz – am Pfingst­sams­tag war das ein Wan­de­rer-Zug. Und obwohl die Leu­te auch lau­ter komi­sche Kla­mot­ten hat­ten, haben sie mich trotz­dem selt­sam ange­schaut – mit mei­nen Kom­pres­si­ons­strümp­fen, kur­zer Tight, ärmel­lo­sen, engen Sin­glet und zwei Fla­schen in der Hand ent­sprach ich nicht den übli­chen Rei­sen­den – die waren mit schwe­ren Schu­hen, Stö­cken und Ruck­sack unter­wegs (weder schwe­re Schu­he noch Stö­cke sind in der Gegend für irgend etwas nötig …).

Um 9:30 ging es dann in Erbach im Rhein­gau los. Das Ther­mo­me­ter zeig­te schon 20 °C, die Son­ne brann­te vom wol­ken­lo­sen blau­en Him­mel recht unbarm­her­zig her­un­ter. Mei­nen Weg, den ich mir so aus­ge­dacht hat­te, fand ich pro­blem­los: Kurz nach dem Bahn­hof ab und aus Erbach hin­aus durch die Fel­der in Rich­tung Klos­ter Eber­bach. Das heißt vor allem: Es ging gleich berg­auf. Aber nicht sehr steil. Noch nicht. Kurz vorm Klos­ter traf ich dann auf das Sträß­chen, das mich an die Klos­ter­pfor­te führ­te. Dann noch schnell zwi­schen Schän­ke und Basi­li­ka durchs Klos­ter und auf der ande­ren Sei­te wie­der hin­aus. Da stand ich dann erst­mal, im Wald. Auf­grund von Bau­ar­bei­ten an der Klos­ter­mau­er war da näm­lich ziem­li­ches Durch­ein­an­der und ich fand kei­ne Rhein­steig-Mar­kie­rung. Das war nicht so pri­ckelnd. Denn hier kann­te ich den Weg ja so gut wie gar nicht – das bin ich nur mal vor Ewig­kei­ten in die ande­re Rich­tung gewan­dert … Aber die Rich­tung nach Kied­rich wuss­te ich noch, also war klar, wo ich suchen muss­te. Und kur­ze Zeit spä­ter fand ich den Rhein­steig dann auch tat­säch­lich. Der ging erst ein­mal berg­auf – das macht er ja ger­ne … Hier aber so rich­tig: steil und mat­schig. Ich ent­schied mich für den Schon­gang und mar­schier­te zum ers­ten Mal ein kur­zes Stück. Dann ging es aber bald bes­ser, im Wald etwas hin­ab und wie­der hin­auf und dann über eine der schöns­ten Stel­len des Rhein­steigs (so weit ich ihn ken­ne): Die Wie­sen ober­halb von Kied­rich. Mit wun­der­ba­rem Aus­blick über das Tal auf einem ganz alt­mo­di­schen Wie­sen­weg, ganz unbe­fes­tigt und eigent­lich nur von den Wan­de­rern genutzt. Inzwi­schen kamen mir von denen auch schon die ers­ten ent­ge­gen – es wur­den noch eini­ge heu­te, deut­lich mehr als sonst. In Kied­rich habe ich dann mini­mal abge­kürzt, damit ich nicht so viel im Ort rum­lau­fen muss­te. Hier wuss­te ich, was zu kom­men hat­te (hier kommt man näm­lich von Elt­ville auf den Rhein­steig): Der Auf­stieg zum Kied­ri­cher Turm. Der ist so rich­tig steil. Die ers­ten paar Keh­ren bin ich noch gelau­fen – schließ­lich muss­te ich Wan­de­rer über­ho­len. Nicht sehr klug, wahr­schein­lich. Und durch­ge­hal­ten habe ich es auch nicht. Auch vom Kied­ri­cher Turm hat man einen schö­nen Aus­blick. Vor allem bei solch einem Kai­ser­wet­ter.

Aber mit Pau­se war nix, ich hat­te ja noch eini­ge Kilo­me­ter vor mir. Zunächst durch die Wein­ber­ge, dann aber bald wie­der in den Wald. Da ging es dann lus­tig auf und ab, mit mehr oder weni­ger viel Schlamm – teil­wei­se war es ganz schön rut­schig. So ging es dann auf und ab, meist durch den Wald, mit kur­zen Wie­sen­stü­cken – so war die pral­le Son­ne noch gar nicht so „schlimm“. Irgend­wann kam dann auch schon Schlan­gen­bad – nach eini­gen Unsi­cher­hei­ten bei ver­schie­de­nen Kreu­zun­gen, wo ich mir nicht mehr sicher war, in wel­che Rich­tung der Weg ging – und beim Lau­fen gleich­zei­tig nach den Mar­kie­run­gen Aus­schau hal­ten und auf die gan­zen Schlamm­lö­cher und Stol­per­fal­len des Weges zu ach­ten ist anstren­gend. Aber es hat ja immer geklappt – nur ganz klei­ne mini­ma­le Ver­lau­fer waren dabei. Durch Schlan­gen­bad ging es dann, inklu­si­ve unan­ge­neh­mer Trep­pen im „Kur­park“.

Nach Schlan­gen­bad, das war mir noch in Erin­ne­rung, geht es erst ein­mal wie­der hoch. Das ging dann aber tat­säch­lich noch eini­ger­ma­ßen, obwohl mei­ne Bei­ne mitt­ler­wei­le schon deut­li­che Ermü­dung mel­de­ten. Dabei war noch nicht ein­mal die 20-km-Mar­ke geknackt. Aber die meis­ten Auf­stie­ge hat­te ich jetzt hin­ter mir, hin­ter Geor­gen­born ging es erst­einaml berg­ab (aller­dings so steil, dass es auch kei­nen Spaß mach­te). Und den schlimms­ten gab es nicht mehr: In Frau­en­stein wur­de die Weg­füh­rung zum Goe­the­stein hin­auf geän­dert und somit die steils­te Pas­sa­ge – wenn ich mich recht erin­ne­re, waren das vor­wie­gend Trep­pen­stu­fen – umgan­gen. So war ich schnel­ler als gedacht am Goe­the­stein – die nächs­te Etap­pe, sozu­sa­gen. Aller­dings, obwohl es jetzt flach wur­de – es lag noch ein gutes Stück Weg vor mir. Zunächst durch die Wein­ber­ge, kreuz und quer, damit ja mög­lichst wenig Asphalt oder Beton dabei ist. Dann durch die Gär­ten vor Schier­stein. Da konn­te ich an einer Quel­le noch ein­mal auf­tan­ken und mich erfri­schen. Inzwi­schen hat­te die Son­ne und die unge­wohn­te Wär­me näm­lich erheb­li­chen Tri­but gefor­dert: Mein Sin­glet hat­te schö­ne wei­ße Rän­der, die Haa­re kleb­ten in alle Rich­tun­gen, die Arme waren auch schon reich­lich kleb­rig. Irgend­wo dort in den Gär­ten ver­lor ich dann end­gül­tig den offi­zi­el­len Rhein­steig aus den Augen. Aber das war dann egal, jetzt ging es eigent­lich nur noch am Rhein hin­auf in Rich­tung Mainz – vor­bei auch am Bie­bri­cher Schloss, dass vom Wies­ba­de­ner Pfingst­tur­nier in Beschlag genom­men war. Inzwi­schen war der Weg zwar nicht mehr so anspruchs­voll – jetzt muss­te ich höchs­tens Spa­zier­gän­gern aus­wei­chen -, das Lau­fen wur­de aber nur bedingt leich­ter. Denn die Ermü­dung schlug jetzt doch ganz schön kräf­tig zu. Aber ein paar Kilo­me­ter noch – das soll­te doch zu schaf­fen sein. Bis Mainz ging es auch. Aber auf der Theo­dor-Heuss-Brü­cke wur­de mir lang­sam klar, dass nach den 42 Kilo­me­tern ziem­lich sicher Schluss sein wür­de. Schluss war dann auch, aber sogar etwas frü­her. Irgend­wo knapp vor dem Kilo­me­ter 41 ging mein Kreis­lauf in die Knie – und bevor ich im Lau­fen umkipp­te, mach­te ich der Qual lie­ber ein Ende und mar­schier­te den Rest nach Hau­se.

Gut vier Stun­den war ich unter­wegs – also nicht gera­de sehr schnell. Irgend­wo ist mei­ne Form abhan­den gekom­men. Dazu kam jetzt auch noch der Man­gel an Was­ser – getrun­ken habe ich wohl kaum mehr als 1,5 Liter – das war, gera­de bei die­sem Wet­ter, halt doch ein­fach zu wenig … Aber trotz aller Qual – es war den­noch wie­der schön, so lan­ge unter­wegs zu sein, so einen schö­nen und abwechs­lungs­rei­chen Weg bei so gran­dio­sem Wet­ter unter die Füße zu neh­men.
Hier ist die Über­sicht bei Run­sa­tur­day: Klick

abgebrochen

auch ein miss­glück­tes trai­ning ist ein trai­ning. ich bin mir nur noch nicht ganz sicher, wofür das trai­ning heu­te gut war. geplant waren ca. 44 km, bei kilo­me­ter 38 habe ich mit dem lau­fen auf­ge­hört und bin den rest gewan­dert – das war schon anstren­gend genug. irgend­wie war ich voll­kom­men platt und fer­tig. das hat­te sich schon vor­her ange­deu­tet, ab kilo­me­ter 30 – und damit eigent­lich zu früh – wur­de es schwer. da kam ich aus dem wald und von den vie­len auf- und abstie­gen heu­te wie­der ins müm­ling­tal und hat­te eigent­lich noch 14–15 recht fla­che kilo­me­ter vor mir. aber die zogen sich immer mehr, bis es irgend­wann ein­fach nciht mehr ging. bzw. ich kei­nen sinn mehr dar­in sah, mich für ein trai­ning noch mehr und wei­ter zu quä­len, als ich das ohne­hin schon getan hat­te.
schwie­rig ist aber die fra­ge, war­um das heu­te so kata­stro­phal schief­ging. ich ver­mu­te, so etwas wie über­trai­ning. die letz­ten drei wochen waren schon ziem­lich viel – es hat ein­fach spaß gemacht, geflutscht und lief erstaun­lich gut, trotz der hohen belas­tung. bis heu­te eben. das ver­rück­te ist, das die ers­te hälf­te – die bei der heu­ti­gen stre­cke erheb­lich schwe­rer ist als der zwei­te teil – ver­blüf­fend gut ging und sogar einen tick zu schnell. viel­leicht hat das noch dazu bei­getra­gen, dass dann irgend­wann nix mehr ging. nun­ja, mal sehen, wie es mor­gen geht. da wer­de ich auf jeden fall ganz behut­sam ans lau­fen her­an­ge­hen …

der märz: frühlings erwachen

zumin­dest auf der lauf­bahn. denn der märz war mein ers­ter rich­ti­ger, erfolg­rei­cher trai­nings­mo­nat in die­sem jahr (sie­he auch hier). vie­le, vie­le kilo­me­ter bin ich gelau­fen: genau 528. das sind immer­hin 17,02 km pro tag (im durch­schnitt). zwei­mal davon ging es über die mara­thon-distanz hin­aus: beim 50 km-lauf in escholl­brü­cken, ein guter indi­ka­tor für mei­nen momen­ta­nen, noch aus­bau­fä­hi­gen leis­tungs­stand bei akzep­ta­bler grund­aus­dau­er, und dann gleich sechs tage spä­ter danach noch im trai­ning die 44 km im oden­wald mit schö­nen 1000 höhen­me­ter. so kann es wei­ter­ge­hen – wird es hof­fent­lich auch. schließ­lich müs­sen bis zum 2. juli noch eini­ge kilo­me­ter absol­viert wer­den …

und auch der streak hält wei­ter­hin – bei 648 tagen bin ich jetzt, mit durch­schnitt­li­chen 13,02 tages­ki­lo­me­tern. und damit geht es schnur­stracks auf die zwei jah­re zu.

ultra-training

im moment schla­ge ich ganz schön zu beim trai­ning. in den neun tagen vom 21. bis 29. märz bin ich jetzt genau 188,92 kilo­me­ter gelau­fen – zumin­dest behaupt das mein forerun­ner. davon 50 kilo­me­ter in escholl­brü­cken im „wett­kampf“, wei­te­re 44 kilo­me­ter vor­ges­tern im oden­wald mit ziem­lich genau +/- 1000 höhen­me­tern in immer­hin 4:04 stun­den. und zwei inter­vall­trai­nings – ver­gan­ge­nen mitt­woch 5x2000 m, die mir schon hart vor­ka­men. und jetzt gera­de noch ein­mal bzw. schon wie­der, weil vic­sys­tem den zyklus geän­dert hat, 4x2400 m – das war wirk­lich hart. vor allem, weil noch etwas wind dabei war, den ich bei einem tem­po von 4:14 (sehr genau das ziel getrof­fen) doch schon ziem­lich deut­lich gemerkt habe. ich glau­be, die trab­pau­sen bin ich sel­ten so lang­sam geschli­chen … wenigs­tens bie­ten die nächs­ten tage jetzt etwas erho­lung: rege­ne­ra­ti­ves lau­fen und nor­ma­ler dau­er­lauf zur stär­kung der grund­la­gen­aus­dau­er steht an, bevor es am sams­tag wie­der auf die lan­ge stre­cke geht: der plan will 43 kilo­me­ter haben – mal sehen, ob das nicht wie­der etwas mehr wird … gro­ße zie­le erfor­dern eben auch gro­ße vor­be­rei­tung.

50 km beim 19. Ultramarathon in Eschollbrücken

So. Nach­dem ich in Rod­gau die­ses Jahr wegen mei­nes Ski­ur­laubs nicht lau­fen konn­te, habe ich mir mal den Ultra­ma­ra­thon Escholl­brü­cken ange­schaut. Da gibt es näm­lich auch die 50 km. Und inzwi­schen, seit Ende Janu­ar, habe ich wie­der wenigs­tens ein paar (weni­ge, viel zu weni­ge eigent­lich) lan­ge Läu­fe gemacht. Also 50 km Ende März. Und ich habe kei­ne Ahnung, ob ich das ver­nünf­tig schaf­fe und wie schnell ich sein kann. Als Wett­kampf woll­te ich es eigent­lich nicht lau­fen, son­dern eher als extre­men Trai­nings­lauf. Also habe ich nach den ver­gleichs­wei­se schnel­len 34 km vom letz­ten Sams­tag am Mon­tag noch ein har­tes Mara­thon-Renn­tem­po-Trai­ning drauf­ge­setzt, bin Diens­tag und Mitt­woch noch jeweils 16,5 km Dau­er­lauf gerannt und habe erst ab Don­ners­tag die Umfän­ge redu­ziert. Vor Escholl­brü­cken hat­te ich also schon 70 km in den Bei­nen. Und noch eine klei­ne, ers­te Rad­fahrt. Denn der Ultra ist in der Pam­pa. Ohne Auto kommt man da sonn­tags mor­gens prak­tisch nicht hin. Also habe ich mal etwas ande­res ver­sucht: Sams­tag abend bin ich bei mei­nem Bru­der in Darm­stadt ein­ge­flo­gen und von dort aus am Sonn­tag, nach einem klei­nen Früh­stück, mit dem Lie­ger nach Escholl­brü­cken gekur­belt. Das sind gut 10 km, ganz ein­fach zu fin­den – also nichts welt­be­we­gen­des. Am Sport­platz Escholl­brü­cken war ich eigent­lich viel zu früh, näm­lich schon kurz nach 8 Uhr – ich woll­te sicher­ge­hen, da ich die­ses Jahr nach über­haupt nicht mit dem Lie­ger unter­wegs war und kei­ne Ahnung hat­te, ob 20 Minu­ten aus­reich­ten (sie taten). Also hing ich da rum, habe dann kurz vor 9 auch noch Frett, den ande­ren Läu­fer aus dem Streak­run­ner-Forum und Spe­zia­list für die 50 km, getrof­fen. Er hat­te etwas mehr vor als ich ;-). Ich hat­te mir so gedacht, das gan­ze mit 5:30/km rela­tiv gemüt­lich anzu­ge­hen und am Ende zu schau­en, was noch geht. Es kam etwas anders …

Der Lauf:

Gestar­tet wur­de pünkt­lich um 9, ganz unspek­ta­ku­lär – außer den 80 Ultras war nichts los 😉 Die ers­ten haben sich natür­lich wie ver­rückt auf die Stre­cke gestürzt (und mich spä­ter dann auch zwei­mal über­run­det). Für mich selbst war die ers­te Run­de eher beschei­den: Etwas zu lang­sam, kein rhyth­mus, auch kei­ne rech­te Freu­de beim Lau­fen. Die Stre­cke in Escholl­brü­cken ist ein 5‑km-Rund­kurs, im Grun­de zwei Schlei­fen à zwei und drei Kilo­me­ter, wobei der zwei­te Teil bei km 3,5 oder so noch eine klei­ne Aus­buch­tung in den Wald hat. Sie führt meist über recht ordent­li­che Wege auf dem Deich des Rück­hal­te­be­ckesn (die ers­ten zwei Kilo­me­ter) und durch den Wald, dann aber auch nach Kilo­me­ter 3 kurz übers Feld mit einem recht buck­li­gen Weg, der heu­te zudem noch im Gegen­wind lag. Aber das ist nur ein ganz kur­zes Stück­chen, dann geht es wie­der am Orts- & Wald­rand in Rich­tung Sport­platz, wo man noch eine extra-Schlei­fe über den Rasen­platz dreht, bevor man hin­ter Kilo­me­ter 5 an der Ver­pfle­gung vor­bei­kommt. Beim ers­ten Mal ließ ich die noch rechts lie­gen, dann gab es für mich Tee und Was­ser – bei­des nicht ide­al für mich: Den Tee hat­te ich recht bald eigent­lich über (rein geschmack­lich …), das Was­ser hat­te lei­der Koh­len­säu­re, was ich beim Lau­fen nicht beson­ders mag. Aber egal. Essen hät­te man auch eini­ges kön­nen – Bana­nen natür­lich, Kek­se, Scho­ko­la­de etc. – das habe ich aber ganz sein gelas­sen, weil ich kei­nen Hun­ger hat­te.

Bis in die zwei­te Run­de hin­ein wur­den wir auch noch mit Regen ver­wöhnt, dann kam aber immer mehr Son­ne (warm genug war es durch­aus), hin­ter Kilo­me­ter drei auch rich­tig Gegen­wind. Auch auf dem Deich weh­te es manch­mal ein biss­chen – aber das war alles nicht so schlimm. Bzw. erst nach 8, 9 Run­den …

Ab dem zwei­ten Durch­gang lief es bes­ser, d.h. deut­lich zügi­ger. Dann bin ich lan­ge (bis Run­de fünf oder sechs) im Duo unter­wegs gewe­sen bzw. habe ein biss­chen Tem­po für die spä­te­re Gesamt­zwei­te der Frau­en­wer­tung, die dann aber lei­der abrei­ßen hat las­sen, gemacht. Irgend­wan kam sie nach der Ver­pfle­gung – ich bin da fast kom­plett durch­ge­lau­fen – nicht mehr ran, der Abstand wur­de dann doch etwas grö­ßer, am Ende waren es knapp 7 Minu­ten, die zwi­schen uns lagen.

Ich war erstaun­li­cher­wei­se recht gleich­mä­ßig unter­wegs (Run­den­über­sicht, Tem­po­dia­gramm). Dem Gefühl nach noch gleich­mä­ßi­ger als die Zei­ten aus­sa­gen. Vor allem immer etwas schnel­ler als eigent­lich vor­ge­nom­men: Statt 5:30/km eher 5:15–5:20/km. Bis run­de 7, also 35 km, ging das völ­lig ohne Pro­ble­me – sogar mit einer kon­ti­nu­ier­li­chen leich­ten Tem­po­stei­ge­rung. Ab Run­de 8 dann aller­dings nicht mehr so sehr. Ganz im Gegen­teil sogar: 8 schon etwas lang­sa­mer, 9 noch ein biss­chen, und 10 auch noch mal ein klei­nes biss­chen lang­sa­mer. Aber da hat­te ich schon aus­ge­rech­net, dass die sub 4:30h im Bereich des Mög­li­chen lie­gen. Und 2,5 km vor Schluss sogar im Bereich des Wahr­schein­li­chen. Da hat­te ich noch mal einen 50er über­holt, der irgen­wie wohl ein­ge­schla­fen war. Er hat sich dann näm­lich ziem­lich pro­blem­los an mei­ne Fer­sen gehef­tet, bis Kilo­me­ter 49 von mir zie­hen las­sen und ist dann wort­los abge­zo­gen – ich konn­te und woll­te sei­ner Tem­po­ver­schär­fung dann nicht mehr fol­gen. Im Ziel hat­te ich eine 4:28:29, offi­zi­ell zu 4:28:32 kor­ri­giert (das waren wahr­schein­lich die drei Sekun­den, die ich beim Start bis zur Start­li­nie gebraucht hat­te).

Ach ja, das Über­ho­len über­haupt. Das ist näm­lich sehr schön in Escholl­brü­cken. Denn um 11 Uhr wer­den die 25 km-Läu­fer auf die Stre­cke geschickt. Dadurch kommt etwas Leben in das zu dem Zeit­punkt ja ziem­lich beto­nier­te Ultra-Feld. Und ich hät­te es ja nicht geglaubt, aber ich konn­te so nach 30,35 Kilo­me­tern noch eine Men­ge Läu­fer über­ho­len. Das tut dann sehr gut, gibt Extra-Moti­va­ti­on. Aber erstaun­li­cher­wei­se – viel­leicht hat genau dies ja auch gehol­fen – hat­te ich über­haupt kei­nen abso­lu­ten Durch­hän­ger. Klar, es ging mal den einen oder ande­ren Kilo­me­ter nicht so leicht und flüs­sig. Aber inge­samt bin ich erstaun­lich pro­blem­los durch­ge­kom­men.

Nach dem Lauf habe ich dann wenigs­tens noch eine Bana­ne ver­drückt – das Start­geld muss sich ja auch ein biss­chen ren­tie­ren. Aber ich bin dann auch ziem­lich bald abge­dampft, weil ich ja um 17 Uhr schon wie­der in Mainz im Dom sein muss­te – zum Arbei­ten. Der Rück­weg nach Darm­stadt mit dem Fahr­rad ging bes­ser als ich dach­te – und die Bewe­gung hat sogar etwas gut­ge­tan. Dort erwar­te­te mich dann auch noch eine Luxus-Dusche 😉

warum ich das laufen liebe. und den winter.

heu­te ist so ein tag, der das (täg­li­che) lau­fen wie­der herr­lich und loh­nend macht:
der schnee fällt und fällt seit dem mor­gen­grau­en (der weg zum got­tesi­denst war kein gro­ßes ver­gnü­gen). aber sofort nach der rück­kehr vom dienst in die lauf­kl­am­tot­ten geschlüpft, den forerun­ner gestar­tet und die salo­mon-schu­he (für den schnee) geschnürt: raus geht es, in den schnee und den win­ter­li­chen wald. was schö­ne­res gibt es für einen läu­fer kaum. gut, rekor­de bricht man bei die­sem wet­ter nicht .… vor allem, da ich die gut 32 km von ges­tern noch etwas in den bei­nen merk­te. aber das ist bei so schö­nem wet­ter auch egal. ja, ich fin­de das wirk­li­ich aus­ge­spro­chen schö­nes lauf­wet­ter. auch wenn die son­ne nicht scheint. und auch, wenn es unun­ter­bro­chen schneit. gut, der wind hät­te jetzt nicht sein müs­sen – dann hät­te ich nicht so viel schnee im gesicht gehabt. aber das konn­te mei­ne freu­de nicht trü­ben.

unter­wegs war ich auf einer „standard“-runde: über den buch­wald­s­kopf und son­nen­weg zum zir­kel­berg, dann ein stück den kut­schen weg hin­auf, ober­halb von erbuch durch den wald in einem gro­ßen bogen bis unge­fähr zum almen­hof und dann über den schachert ins drei­see­tal und zurück nach hau­se. das ist eine sehr schö­ne, weil sehr lee­re run­de. nach dem ers­ten kilo­me­ter (mit schö­nen anstie­gen) ver­schwin­det man beim buch­wald­s­kopf im wald und lässt mensch und ort hin­ter sich. am zir­kel­berg muss man noch ein­mal kurz die stra­ße über­que­ren, aber sonst ist man nur auf wald­we­gen unter­wegs. und bis zur rück­kehr ins drei­see­tal bei kilo­me­ter 13 auch meist ganz allein. nur der schluss hat dann noch ein klei­nes biss­chen stra­ße – aber das ist mini­mal.

so kann man oder ich zumin­dest auf die­ser run­de ganz viel genie­ßen. den schö­nen wald. die ab und an davon­stie­ben­den rehe. die zwit­schern­den vögel. vor allem aber die sanf­te stil­le, die gedämpf­te ruhe, die heu­te im schnee alles umgibt.

und dann nach 80 minu­ten die har­te rück­kehr in die zivi­li­sa­ti­on: die autos brau­sen, die men­schen schip­pen schnee mit mög­lichst viel getö­se, der sonn­tags­bra­ten duf­tet bis auf die stra­ße. und man hat es eigent­lich gar nicht ver­misst. aber die war­me dusche genießt man dann schon.

2009 gelaufen

das war es also schon wie­der, das jahr 2009. die läu­fe­ri­sche bilanz ist ziem­lich durch­wach­sen. vor­ge­nom­men hat­te ich mir nicht viel: ein mara­thon­dou­ble aus­pro­bie­ren, um zu sehen, ob etap­pen­läu­fe etwas für mich sein könn­ten. und, vor allem, die letz­ten sekun­den trai­nie­ren und den mara­thon unter drei stun­den lau­fen. das ers­te hat geklappt, das zwei­te nicht.

dabei fing es ganz ordent­lich an: bis mai hat­te ich bereits 1800 kilo­me­ter in den bei­den. und tat­säch­lich klapp­te der dop­pel­schlag dann ziem­lich gut: sams­tags abend in mann­heim, sonn­tags mor­gen in mainz jeweils ein mara­thon in deut­li­che unter vier stun­den (sie­he den bericht hier). danach war’s dann nicht mehr so lus­tig. die moti­va­ti­on ging etwas berg­ab. zunächst stand natür­lich aus­gie­bi­ge rege­ne­ra­ti­on auf dem plan. den sprung zurück ins trai­ning habe ich dann aber nur noch halb­her­zig geschafft. die kilo­me­ter­leis­tung blieb im juni sogar etwas unter der vom mai, im juli fiel sie noch mehr ab. da, vor allem nach dem rhein­steig-extrem­lauf (mit mei­ner aller­ers­ten alters­klas­sen-plat­zie­rung!) fing das übel näm­lich an: in mei­nem lin­ken fuß tat sich etwas. ich brauch­te eine gan­ze wei­le, bis mir klar, was das war: ein fer­sen­sporn. und wie ich damit umzu­ge­hen habe. der ver­such, trotz­dem den bären­fels-trail mit­zu­lau­fen, ging dann auch ordent­lich in die hose. und im august erwei­ter­te sich das dann zur stra­fe für den über­mut noch um eine reizung/entzündung der plant­ar-seh­ne. des­halb bin ich ab ende august und vor allem im sep­tem­ber fast gar nicht mehr gelau­fen.

aber eben nur fast. denn der streak soll­te hal­ten. und er tat es auch – auch wenn es höchst­wahr­schein­lich etwas unver­nünf­tig war und die hei­lung ohne das täg­li­che (weiter-)laufen etwas schnel­ler gesche­hen wäre. aber ein biss­chen ver­rückt muss man ja sein … 558 tage des täg­li­chen lau­fens gezählt – im herbst war die­se wach­sen­de zahl, die inzwi­schen auch mei­nen ers­ten ver­such über­holt hat, oft die ein­zi­ge moti­va­ti­on, über­haupt noch die schu­he zu schnü­ren.

auch nach­dem die ent­zün­dung abge­heilt und der fuß so halb­wegs wie­der her­ge­stellt war, schnell­ten die kilo­me­ter nicht gera­de in die höhe. zum einen woll­te ich nur lang­sam stei­gern, um kei­nen rück­fall zu pro­vo­zie­ren. zum ande­ren fiel es mir im spät­herbst und win­ter zuneh­mend schwer, mich für län­ge­re ein­hei­ten zu moti­vie­ren: ein biss­chen etwas ging immer, aber jen­seits der 10 kilo­me­ter fehl­te oft sehr die lust. erst kurz vor weih­nach­ten kam die zurück – aber da war es schon zu spät, sozu­sa­gen ;-). so ste­hen jetzt halt „nur“ 4387 kilo­me­ter im trai­nings­ta­ge­buch – das ist aber durch­aus in ord­nung so. ich hof­fe, nächs­tes jahr wer­den es wie­der mehr. und bin zuver­sicht­lich, dass das auch klappt. auch wenn ich im wort­sin­ne immer noch nicht trai­nie­re, son­dern nur lau­fe – viel­leicht brau­che ich im moment den stress des tem­po­trai­nings nicht so sehr. zumal ich sehr am über­le­gen bin, ob ich mich wirk­lich noch mal auf die drei-stun­den-gren­ze hoch­trai­nie­ren soll. das ist für mich unta­len­tier­ten läu­fer (und extrem undis­zi­pli­nier­ten esser) näm­lich mit viel arbeit und fleiß ver­bun­den. wahr­schein­lich ver­le­ge ich mich doch eher auf die län­ge­ren stre­cken ohne tem­po­druck. das macht mir eigent­lich am meis­ten spaß. auch ohne wett­kampf und ver­an­stal­tung: die lan­gen läu­fe am wochen­en­de sind eigent­lich das schöns­te am lau­fen über­haupt. auch (oder weil?) man danach so schön fer­tig ist …

und abschlie­ßend mein lauf­jahr 2009 in eini­gen zah­len:

gelau­fe­ne kilo­me­ter 2009: 4387,41 km
benö­tig­te gesamt­zeit: 378:00:29 (wahn­sinn!)
durch­schnitts­tem­po: 5:11 min/km
höhen­me­ter: +/- 59.000 m (wahr­schein­lich etwas mehr als real, das ist der per sport­tracks & ele­va­ti­on cor­rec­tion plug­in ermit­tel­te wert)
kür­zes­te ein­heit: 2,1 km
längs­te ein­heit: 53,1 km
mara­thon oder mehr:  8 mal (ergibt: 353,5 km @ 5:20)

wunderbar einfach

lau­fen im win­ter – ein gran­dio­ser genuss. vor allem, wenn es so ist wie heu­te: zwar ver­dammt kalt – ‑15°C beim start, auf der höhe bestimmt noch käl­ter – aber ein­fach wun­der­schön. der schnee der ver­gan­ge­nen nacht ver­zau­bert die welt. durch odins wäl­der in der ein­sam­keit des sams­tag­vor­mit­tags zu lau­fen – es gibt kaum schö­ne­res. ich woll­te gar nicht auf­hö­ren. nach gut zwei stun­den (knapp 24 km) hat es dann aber doch gereicht. es wur­de mitt­ler­wei­le näm­lich immer noch nicht warm. mei­ne ober­schen­kel sind auch jetzt noch nicht ganz auf­ge­taut … nach drei­ßig minu­ten und den ers­ten anstie­gen wächst auf den hand­schu­hen am hand­rü­cken eine schnee-/eis­schicht, die nicht mehr ver­schwin­det. und noch eine stun­de spä­ter hän­gen mir klei­ne eis­zap­fen im gesicht – das hat­te ich noch nie. das schild der müt­ze (auch die inzwi­schen recht weiß) sorgt wohl dafür, dass ich immer in mei­nen eige­nen atem­dampf rein­lau­fe und der dann an mei­nem gesicht friert – ohne das ich das noch spü­re …
aber trotz­dem: der wald, die unbe­rühr­ten wege – klas­se ein­fach. der ers­te war ich aber nir­gends: ich bin kei­nen meter gelau­fen, auf dem nicht min­des­tens ein wild vor mir war. oft genug lei­der auch auto, offen­bar jäger, die ihr kost­ba­res wild unbe­dingt füt­tern muss­te. einen habe ich dabei noch gese­hen. leu­te waren aber nur ganz, ganz wenig unter­wegs – natür­lich an den übli­chen stel­len: am mini-rodel­hang, im drei­se­en­tal, bei würz­berg auch ein paar.
auch wenn es heu­te nicht sehr schnell war – für sol­che läu­fe ren­tiert sich so man­che quä­le­rei das jahr über. ein­fach wun­der­bar.

der drang der herde zur fütterung

heu­te war arque-lauf. und es war wie­der sehr schön. das ist wirk­lich ein kom­plett emp­feh­lens­wer­ter lauf, des­we­gen war ich ja auch schon zum zwei­ten mal dabei. vor allem, weil man eigent­lich gar kei­ne chan­ce hat, sich beson­ders unter druck zu set­zen. durch das lau­fen in grup­pen je nach tem­po (muss man aller­dings spä­tes­tens am start wis­sen …) kann man selbst ent­schei­den, wie sport­lich es sein soll. und dabei bleibt es dann auch … ich bin, auf­grund des feh­len­den trai­nings, in der 5:30 min/km-grup­pe gelau­fen – seit die­sem jahr ist das die zweit­schnells­te, die ehe­ma­li­ge 4:30er gibt es man­gels nach­fra­ge nicht mehr, dafür geht es jetzt her­un­ter bis zu 7min/km (für mich wäre das ziem­lich schwer, in dem tem­po zu lau­fen …) der start hat sich lei­der etwas arg ver­zö­gert, weil die anmel­dung und aus­ga­be der start­num­mern (die es zwar gibt, für die man aber eigent­lich gar kei­ne ver­wen­dung hat …) etwas zäh lief und lan­ge dau­er­te. das wäre ja eigent­lich über­haupt kein pro­blem, aber ers­tens war es noch ziem­lich kalt – und wenn man sich fürs lau­fen anzieht, friert man beim her­um­ste­hen ziem­lich stark (die kla­mot­ten waren aber schon im trans­fer für den ziel­be­reich gelan­det …) und zwei­tens hat­te ich danach eigent­lich noch etwas vor. aber so geht das halt …

irgend­wann ging es dann tat­säch­lich los, zunächst durf­ten die fahr­rad­fah­rer (auch das eine neue­rung, ver­schie­den lan­ge stre­cken wur­den ange­bo­ten) los, dann zwei minu­ten spä­ter grup­pe b und nach wei­te­ren zwei minu­ten wir als grup­pe c – erstaun­li­cher­wei­se mit ledig­lich zwei pace­ma­kern. das tem­po lief gleich wun­der­bar locker, die bei­den tra­fen den ers­ten kilo­me­ter fast punkt­ge­nau … im ort kam dann noch die klei­ne­re grup­pe vom par­al­lel­start hin­zu, so dass wir wenigs­tens vier pace­ma­ker hat­ten – nicht unbe­dingt zu viel für die­se auf­ga­be. denn die vor­de­ren bei­den hat­ten durch­weg ziem­lich viel zu tun, das tem­po mög­lichst wenig schnel­ler wer­den zu las­sen – immer mit einer meu­te hung­ri­ger läu­fer direkt im nacken, die ordent­lich druck mach­ten. und nach fünf, sechs kilo­me­tern pen­del­ten wir uns dann auch tat­säch­lich bald bei 5:23 ein – also doch ein gan­zes stück zu schnell eigent­lich. ent­spre­chend hat­ten die hin­te­ren pace­ma­ker eher pro­ble­me, die grup­pe bei­sam­men­zu­hal­ten. für mich war das aber ein sehr ange­neh­mes tem­po.

es soll­te ja auch ein biss­chen warm wer­den dabei. denn das wet­ter war zwar nicht schlecht, aber auch nicht berau­schend: so um die 6 °C dürf­ten es gewe­sen sein. aber halt sehr feucht, vor allem vor dem start – da fror ich doch etwas und behielt des­halb mein lang­ärm­li­ges shirt an – aller­dings nur bis zu kilo­me­ter 4,5 – dann wur­de es damit zu warm: mit kur­zer hose und streak­run­ner­shirt waren die rest­li­chen 30 kilo­me­ter gut zu bewäl­ti­gen. und es reg­ne­te wenigs­tens nicht. erst in mainz, als mei­ne sup­pe (das gehört auch unbe­dingt zum arque-lauf, die fünf-minu­ten-ter­ri­ne danach) fast leer war, fing es etwas an zu nie­seln.

die wol­ken hin­gen aber sehr tief überm tau­nus und dem rhein­gau, es blieb den vor­mit­tag über feucht – in mainz war es um 7 uhr (der abfahrts­zeit der shut­tle­bus­se zum start – übri­gens ein tol­ler ser­vice!) noch wesent­lich freund­li­cher gewe­sen. dar­an änder­te sich unter­wegs aber nicht. etwas scha­de, denn von der (schö­nen!) land­schaft haben wir so nur wenig gese­hen. aber wir waren ja auch zum lau­fen gekom­men, nicht zum gucken. und das ging wun­der­bar – mit poli­zei­be­glei­tung und sani­tä­tern hin­ten­ach konn­te ja nix pas­sie­ren. und rote ampeln waren heu­te ganz legal kein hin­der­nis. das ist gera­de das schö­ne am arque-lauf: das er ein mit­tel­ding zwi­schen trai­ning und wett­kampf ist: zwar orga­ni­siert – und durch­aus soli­de, immer­hin ver­kraf­ten sie die zwi­schen 600 und 700 teil­neh­mer sehr gut, mit ver­pfle­gungs­stel­len etc. -, aber ohne wett­kampf, ohne zeit­mes­sung halt. und das gan­ze noch für einen guten zweck, denn die Erlö­se kom­men der Arbeits­ge­mein­schaft für Quer­schnitt­ge­lähm­te mit Spi­na bifi­da / Rhein-Main-Nahe e.V., eben der ARQUE, zugu­te. und die stre­cke führt sehr schön durch wald und wein­ber­ge, über fel­der und main ent­lang, sehr ange­neh­me zu lau­fen von kelk­heim nach mainz. auch die sim­mung im läu­fer­feld ist immer wie­der sehr ange­nehm. gut, es gibt natür­lich immer in jeder grup­pe ein paar, die wirk­lich 34 kilo­me­ter durch­quat­schen müs­sen. aber neben denen muss man ja nicht lau­fen, wenn man eher die ruhe mag. und das geklat­sche der den boden tref­fen­den lauf­schuh­soh­len macht ja auch schon genug lärm. also, wer nächs­tes jahr anfang novem­ber noche einen schö­nen lauf sucht: ich kann die 23. aus­ga­be des arque-laufs nur wärms­tens emp­feh­len.

feld‑, wald- & wiesenlauf

nach­dem ich ges­tern noch eini­ge kilo­me­ter geschrubbt habe (mit dem ergeb­nis, mir einen bösen, bösen wolf gelau­fen zu haben – war­um auch immer …) und der wochen­ki­lo­me­ter­zäh­ler sich schon wie­der der 80er-mar­ke näher­te, beschloss ich heu­te mor­gen kur­zer­hand, das typi­sche herbst­wet­ter dazu zu nut­zen, mei­ne neu­es­ten schu­he mal aus­zu­pro­bie­ren und gleich auf herz und nie­ren zu tes­ten: die f‑lite 300 von inov‑8, ein trail­schuh der eng­li­schen spe­zia­lis­ten.

die bedin­gun­gen für so einen test waren nahe­zu ide­al: in den letz­ten tagen hat­te es im oden­wald öfters ein wenig gereg­net, auch die nacht zum sonn­tag blieb nicht tro­cken. die fel­der sind abge­ern­te und auch der wald ist jetzt im herbst ein herr­li­ches spiel­feld – viel rut­schi­ges laub, wei­che erde, mas­sen­wei­se äste, aber durch das teil­wei­se schon gefal­le­ne laub nicht mehr ganz so dun­kel. denn son­ne gab es nur in sehr klei­nen dosen – ein paar schö­ne aus­bli­cke ermög­lich­te sie mir über das ver­bau­te müm­ling­tal, mit erstaun­lich wei­ter sicht in rich­tung berg­stra­ße. die konn­te ich vor allem des­halb so genie­ßen, weil mei­ne ober­schen­kel mit dem schuh­test kreuz und quer über die fel­der, wie­sen und vor allem in den wäl­dern zwi­schen rol­le und buch­wald­s­kopf nicht so ganz ein­ver­stan­den waren: nach den kna­cki­gen anstie­gen – ich muss­te natür­lich alles lau­fen, gehen kam nicht in fra­ge 😉 – waren mehr­mals kur­ze ver­schnauf­pau­sen drin­gend not­wen­dig. zumal der unter­grund im wald ja auch eine men­ge kon­zen­tra­ti­on ver­langt. und zwar nicht nur berg­auf, son­dern gera­de auch berg­ab (ebe­ne gab’s heu­te fast gar nicht …). denn schnell bleibt man da mal hän­gen oder stol­pert. und dann kann man nicht ein­mal den schu­hen die schuld geben. denn die f‑lite sind wirk­lich gro­ße klas­se. schon nach den ers­ten schrit­ten auf dem weg zur wie­se mach­ten sie klar, wo sie hin­ge­hö­ren: nicht auf den asphalt … ins­be­son­de­re wenn die bei­ne und füße am schluss des lau­fes dann müde sind, machen sol­che schu­he auf pflas­ter und asphalt nur sehr, sehr wenig spaß. aber dafür kön­nen sie im gelän­de eben so rich­tig auf­trump­fen: nas­ses gras, nas­ses laub, matsch, holz – alles kein pro­blem. der grip ist ein­fach immer da. dabei sieht die soh­le gar nicht so beson­ders aus und eigent­lich ist der f‑lite auch noch gar nicht ein beson­de­rer spe­zia­list. aber für mei­ne zweck­eist er wun­der­bar geeig­net: der schuh sitzt fest, wie ange­gos­sen passt er, stützt auch seit­lich ein wenig, vor allem aber ist er abso­lut ver­läss­lich auf viel­fäl­ti­gem unter­grund. und gibt eine guten, akti­ven abdruck, so dass man auch ordent­lich speed geben kann. wenn die ober­schen­kel das mit­ma­chen …

und damit man auch mal sieht, wie so trail­schlap­pen im ver­gleich zu „nor­ma­len“ tre­tern (hier: mizu­nos wave nexus 2, den ich ger­ne auf mitt­le­ren & län­ge­ren stre­cken tra­ge) dar­stel­len, noch ein paar fotos – nach dem lauf (die f‑lite sind so sau­ber, weil mich der rück­weg wie­der durch die „schuh­wasch­ma­schi­ne“, die sehr nas­sen wei­den, geführt hat): schuhvergleichf-lite

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