Täglich laufen

Übers Laufen und was sonst so draußen passiert.

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3:00:33. oder: knapp vorbei ist auch daneben

11.473 Läu­fer im Nacken – da muss man sich schon ein biss­chen beei­len. Lei­der habe ich mich wohl am Anfang zu sehr beeilt. Am Ende fehl­te jeden­falls die Kraft für die Traum­zeit, die sub 3. Gewor­den ist es eine – ganz unbe­schei­den gesagt – trotz­dem sehr gute 3:00:33. Aber mal von Anfang an.
Am Sams­tag in Ruhe die Start­un­ter­la­gen geholt, etwas über die Mara­thon­mes­se spa­ziert (und doch mal wie­der ein Paar Schu­he gekauft: Eigent­lich hat­te ich extra wenig Geld mit­ge­nom­men, um gar nicht in Ver­su­chung zu kom­men … Das Sau­c­o­ny-Ange­bot fand ich dann aber zu ver­lo­cken – da muss­te halt die EC-Kar­te her­hal­ten), mei­ne obli­ga­to­ri­sche Por­ti­on Nudeln ver­drückt (in der dröh­nend beschall­ten Fest­hal­le, wo man schon mal den Ziel­ein­lauf besich­ti­gen konn­te). Schon bei dem gan­zen Kram zeig­te sich: Der Frank­fur­ter Mara­thon ist gut orga­ni­siert. Alles war leicht zu fin­den, gut aus­ge­schil­dert. Und trotz der Mas­sen – 12.046 Mara­thon­star­ter, mit den ande­ren Wett­be­wer­ben (Staf­fel und Mini-Mara­thon) ins­ge­samt über 20.000 Läu­fer – ging alles ange­nehm zügig und unkom­pli­ziert über die Büh­ne. Danach noch ein kur­zes, net­tes Tref­fen mit den ande­ren Streak­run­nern – auch mit denen, die gar nicht mit­lie­fen. Lars und Elke fehl­ten lei­der. Aber die traf ich dann dafür am Sonn­tag mor­gen auf dem Main­zer Bahn­hof. Zusam­men sind wir, mit einer Men­ge ande­rer Läu­fer, also nach Frank­furt gepil­gert. Die Bahn und U‑Bahn brach­ten uns auch zuver­läs­sig zur Mes­se. Nach der Klei­der­beu­tel­ab­ga­be dann die etwas lang­wie­ri­ge­re Sache mit den Toi­let­ten – so direkt vor dem Mara­thon kann es wohl ein­fach nicht gut davon geben … Um 9.45 Uhr war ich dann auch schon in mei­nem Start­block. Zum ers­ten Mal in mei­ner (kur­zen) Läu­fer­kar­rie­re durf­te ich aus dem ers­ten Block – also qua­si direkt hin­ter den Kenia­ner, die ich aber trotz­dem nicht gese­hen habe, weil ich mich natür­lich brav schön hin­ten ein­ge­ord­net habe. Viel gebracht hat das nicht. Denn trotz des anfangs sehr unru­hi­gen und für mei­ne Emp­fin­dung sehr rau­en Starts (zwei Läu­fer prü­gel­ten sich auf dem ers­ten Kilo­me­ter fast, auch sonst wur­de mäch­tig viel gerem­pelt und so knapp wie irgend mög­lich über­holt) war ich irgend­wie dau­ernd zu schnell. Viel­leicht lag’s an den Tem­pe­ra­tu­ren: Auf den ers­ten Kilo­me­tern, so bis km 4 oder 5, fand ich es – trotz der Arm­lin­ge – sakrisch kalt. Aber es lief bes­tens: Locker saus­te ich mit den ande­ren Läu­fe­ren – Frau­en waren eher sel­ten zu sehen – über den Asphalt, kreuz und quer durch die Frank­fur­ter City. Die Ori­en­tie­rung hat­te ich schnell ver­lo­ren. Aber dafür gibt es ja die grü­ne Linie (in Frank­furt nicht blau, weil der Haupt­spon­sor „Dresd­ner Klein­wort“ heißt und das sei­ne Fir­men­far­be ist). Das Tem­po blieb wei­ter­hin hoch. Etwas arg hoch, wie sich spä­ter her­aus­stel­len soll­te. Noch aber ging es erstaun­lich locker und ohne grö­ße­re Anstren­gung vor­an. Die Kilo­me­ter pur­zel­ten fröh­lich vor sich hin, das Feld zog sich all­mäh­lich doch immer mehr aus­ein­an­der. Kurz nach Kilo­me­ter 12 ging es zum ers­ten mal über den Main, dann auf lan­gen Gera­den durch Sach­sen­hau­sen und Nie­der­rad bis nach Schwan­heim. Wirk­lich erstaun­lich, wie viel selbst hier an der Stre­cke los ist. So rich­tig leer wur­de es ganz sel­ten – und über­all war eine Mords­gau­di. Das lag höchst­warhschein­lich auch dar­an, dass ich immer noch im nähe­ren Umfeld von Diet­mar Mücke unter­wegs war, der mal wie­der bar­fuss und im Pumuckel-Kos­tüm unter drei Stun­den lief. Über die Schwan­hei­mer Brü­cke bei Kilo­me­ter 23 ging es dann wie­der nach Nied hin­über, eine kur­ze Schlei­fe durch den Rand von Höchst und wie­der in Nied auf die lan­ge Main­zer Land­stra­ße. Inzwi­schen wur­de mir das hohe Tem­po immer schwe­rer. Immer öfter geschah es, dass ich leicht über dem anvi­sier­ten 4:15er Schnitt blieb. Hart wur­de es dann vor allem ab den Kilo­me­tern 33 und 34. Jetzt waren es offen­bar an der Zeit, die Reser­ven anzu­grei­fen. Viel war da aber nicht mehr zu holen … Mit viel Bei­ßen und Selbst­quä­le­rei gelang mir noch der eine oder ande­re Kilo­me­ter im rich­ti­gen Tem­po. Ab Kilo­me­ter 35 und 36, wo es wie­der in die City – mit ziem­lich vie­len Schlen­kern – ging, wur­de es zur ech­ten Qual. Auf ein­mal zogen sich die Kilo­me­ter immer län­ger und län­ger. An Auf­ge­ben war aber noch nicht zu den­ken. Denn eines war mir klar: Wenn ich jetzt auch nur zwei Schrit­te gehe oder bewusst lang­sam wer­de, dann kom­me ich nie wie­der auf ein ordent­li­ches Tem­po – so gut ken­ne ich mich inzwi­schen. Also wei­ter brav die Zäh­ne zusam­men­ge­bis­sen. Und wie so oft half es auch, ein biss­chen zumin­dest. Ab Kilo­me­ter 38 wur­de ich zwar nicht mehr wesent­lich schnel­ler, aber immer­hin auch nicht lang­sa­mer. Und es mach­te fast wie­der Spaß. Dass die sub 3 kaum noch hin­hau­en wür­den, dafür brauch­te es wenig Rechen­küns­te. Aber das es mit mei­nem Traum­ziel wenn über­haupt sowie­so ver­dammt knapp klap­pen wür­de, war mir eh‘ von vorn­her­ein klar. Immer­hin reich­te es noch für eine klit­ze­klei­ne Tem­po­stei­ge­rung ab Kilo­me­ter 41. Die letz­ten 1200 Meter zogen sich dann erwar­tungs­ge­mäß wie­der ordent­lich und schie­nen gar nicht zu enden. Da half auch das lär­men­de Publi­kum nicht mehr viel. Eher noch die Aus­sicht, noch ein oder zwei oder drei Läu­fer zu kas­sie­ren. Das klapp­te dann auch noch. Und irgend­wann erbarm­te sich die grü­ne Linie dann doch und ver­ließ hin­ter dem Mes­se­turm die Stra­ße, um zur Fest­hal­le abzu­bie­gen. Die Uhr zeig­te dum­mer­wei­se schon mehr als 2:59 an – unter drei Stun­den wür­de ich nicht blei­ben kön­nen. Dann also aber wenigs­tens nicht mehr als 3:01 – alles ande­re wäre jetzt ech­tes Ver­sa­gen. Und dafür reich­te es dann auch tat­säch­lich noch: 3:00:34 hat­te ich selbst­ge­stoppt auf der Uhr, die off­zi­el­le Zeit schenk­te mir noch eine Sekun­de. Nach dem Ziel­strich fing das Lei­den dann aber erst rich­tig an: So etwas habe ich noch nie erlebt. Gehen ging erst­mal über­haupt nicht mehr … Und dann waren da auch noch drei klit­ze­klei­ne Stu­fen, die man her­ab­stei­gen muss­te, um sei­ne Medail­le und eine wär­men­de Folie zu bekom­men – das war wohl das größ­te Hin­der­nis, das ich an die­sem Tag über­wun­den habe. Danach ging es dann erst mal wie­der an die fri­sche, d.h. herbst­lich-küh­le Luft, um Ver­pfle­gung zu fas­sen. Essen moch­te ich nach so einem Lauf natür­lich kaum etwas, ein paar Trau­ben und eine Bana­ne for­der­te die Ver­nunft aber. Dann noch ein­mal quer durch das reich­hal­ti­ge Geträn­ke­sor­ti­ment getrun­ken – ok, das Bier ließ ich aus – und ab zur Klei­der­beu­tel­aus­ga­be. Hier kam man glück­li­cher­wei­se über Roll­trep­pen hin … Und noch war hier wenig los, auch bei den Duschen – mit wirk­lich wun­der­bar hei­ßem Was­ser, dafür aber in der herr­li­chen Atmo­sphä­re der Tief­ga­ra­ge – gab es kei­ne Schlan­gen. Da ich noch vor dem gro­ßen Andrang unter­wegs schien und mei­ne Ober­schen­kel mich wirk­lich nerv­ten, gönn­te ich mir noch eine Mas­sa­ge. Ob’s viel gehol­fen hat, weiß ich zwar nicht – ange­nehm war es trotz­dem … Die Waden waren ja wirk­lich bis zum Schluss über­haupt kein Pro­blem. So erholt haben sie sich jeden­falls nach einem Mara­thon noch nie gefühlt – die CEP-Strümp­fe schei­nen also doch etwas zu brin­gen. So, das war jetzt für heu­te genug geschafft – den Rest des Sonn­ta­ges wer­de ich erst mal „rege­ne­rie­ren“ …
Ach so, die offi­zi­el­len Ergeb­nis­se: Ziel­zeit war 3:00:33, das ist in mei­ner Alters­klas­se (MH) der 74. Platz, ins­ge­samt Rang 573.

und noch die fotos:

trainingsschluss

der letz­te „offi­zi­el­le“ trai­nings­lauf vor dem frank­furt-mara­thon: ein kur­zer long-jog am sams­tag: 24,4 km in 1:53:57 mit +/- 400 höhen­me­tern. wun­der­bar war das.

dabei hat der mor­gen so zäh und grau ange­fan­gen: müh­sam hab‘ ich mich in mainz aus dem bett gequält. der dich­te herbst­ne­bel lag noch über­all auf dem land. stel­len­wei­se kaum hun­dert meter zu sehen – da wäre ich am liebs­ten wie­der ins bett zurück­ge­kro­chen. aber je län­ger ich im zug saß, des­to mehr lös­te sich der nebel auf. und ein strah­lend son­ni­ger, wun­der­ba­rer herbst­tag ent­fal­te­te sich in voll­kom­me­ner pracht. die luft blieb zwar herbst­lich kühl und leicht bewegt, aber der him­mel ver­wöhn­te auge und gemüt mit strah­len­der bläue. und der wald erst: kaum in erbach ange­kom­men, schnü­re ich gleich schon wie­der die schu­he, um das voll aus­zu­kos­ten. gleich ging’s auch hoch in den wald: zunächst lang berg­auf, nach bull­au, dann wie­der hin­über nach würz­berg und über erns­bach zurück nach hau­se. eine bekann­te run­de also. aber so schön wie sel­ten. der wald schim­mert und glänzt in allen far­ben – grün, hell­gelb, gol­den, rot und auch schon braun – ein­fach herr­lich ist das zu die­ser zeit. zumal auch kaum jemand unter­wegs ist. (die sind wohl alle beim bau­ern­markt in erbach ste­cken­ge­blie­ben. umso bes­ser für mich.)

und zugleich war das ein ers­ter pro­be-lauf der cep-kom­pres­si­ons-strümp­fe, die ich jetzt tes­ten soll … sie schei­nen auch wirk­lich gleich zu wir­ken: die befürch­tun­gen, nach der recht schnel­len woche und vor allem den vom frei­tag noch etwas ermü­de­ten waden könn­ten das zu einer müh­sa­men sache wer­den las­sen, ver­flo­gen zuneh­mend. zwar dau­er­te es eine wei­le, bis ich mit dem unge­wohn­ten gefühl an den waden (und auch in den mus­keln) rich­tig warm wur­de, aber dann ging es immer bes­ser. und das heißt: es blieb erstaun­lich locker bis zum schluss – trotz des hohen tem­pos (am ende hat­te ich immer­hin einen 4:40er-schnitt auf der uhr). zumin­dest die waden wer­den geschont. die ober­schen­kel stöh­nen dann doch etwas, vor allem beim rasan­ten berg­ab­lau­fen von würz­berg nach erns­bach – das geht immer ordent­lich in die kno­chen, die­ses stück. aber was macht das schon, wenn man in so einer kulis­se lau­fen kann und darf. scha­de nur, dass ich kei­nen pho­to­ap­pa­rat dabei hat­te …

september-rückblick

das trai­ning läuft auf hoch­tou­ren: im sep­tem­ber waren es genau 560 kilo­me­ter, die ich abge­spult habe. mit eini­gen sehr schö­nen läu­fen. den mara­thon in darm­stadt etwa. oder die neue trai­nings-halb­ma­ra­thon-best­zeit in der woche danach. auch sonst waren es vor allem die lan­gen läu­fe, die immer wie­der beson­ders viel freu­de mach­ten. auch wenn sie erschöp­fend sind. aber es ist eben immer wie­der auch ein erhe­ben­des gefühl, drei stun­den durch den oden­wald, über lan­des­gren­zen und hügel und täler hin­weg zu tra­ben. jede woche wie­der: ein­fach los­zie­hen, unge­fähr wis­send, was vor mir liegt. aber auch spon­tan ent­schei­den, doch noch eine schlei­fe anders zu lau­fen, hier ein­mal einen ande­ren weg zu pro­bie­ren oder dort lie­ber ein kur­zes stück stra­ße in kauf zu neh­men, um dafür den letz­ten hügel noch mit schwung hoch zu kom­men. und inzwi­schen rückt auch die wunsch­zeit beim frank­furt-mara­thon (wie­der) in der bereich des mög­li­chen …

schöner spätsommerlicher septemberlauf

bei herr­lichs­tem lauf­wet­ter – pure son­ne, blau­er him­mel, ange­nehm küh­le spät­som­mer­tem­pe­ra­tu­ren – bin ich am sams­tag eine wun­der­schö­ne gro­ße run­de durch die oden­wäl­der hügel gelau­fen: von erbach nach bull­au, über bullau­er bild und jäger­tor nach würz­berg, wei­ter nach man­gels­bach und von dort über den loch­brun­nen ins bay­ri­sche box­brunn. von da aus dann ein stück stra­ße nach eul­bach, wo ich wie­der auf die wald­we­ge abbog und über das haber­manns­kreuz nach erbach zurück­kehr­te: etwas mehr als 35 kilo­me­ter mit ca. +/- 640 höhen­me­tern in genau 3 stun­den (die stre­cke bei gpsies.com: klick) – sehr schön war das. nicht nur weil das lau­fen super viel spaß gemacht hat (obwohl die bei­ne nicht ganz frisch waren …) und das wet­ter wun­der­bar war, son­dern auch weil es ein­fach wun­der­schön ist im oden­wald, wenn die bäu­me anfan­gen sich zu fär­ben, wenn man über wei­te, wei­te stre­cken allein durch den wald bret­tert, ohne von blö­den autos oder sons­ti­gem krach gestört zu wer­den. sehr zu emp­feh­len, so eine sams­tags­be­schäf­ti­gung 😉

und schon wieder …

gera­de ein­mal vier wochen ist mei­ne letz­te halb­ma­ra­thon-trai­nings-best­zeit alt. und schon wie­der geschich­te. denn ges­tern muss­te es sein. auf der sel­ben stre­cke (klick bei gpsies.com) war ich schon nach den ers­ten anstie­gen nach bull­au so gut unter­wegs (ein 5:06er-schnitt), dass ich es ein­fach pro­bie­ren muss­te. und was soll ich sagen – es war hart, aber es ging: die halb­ma­ra­thon­mar­ke pas­sier­te ich bei gera­de ein­mal 1:33:25. aber es erfor­der­te schon eini­ges an wil­len, nach den ers­ten 8 kilo­me­tern anstieg das tem­po noch wei­ter zu for­cie­ren. und nach würz­berg (ca. km 15) wur­de es rich­tig hart – viel ging da nicht mehr. aber es hat ja gereicht … und beei­len muss­te ich mich sowie­so, es war viel zu feucht, neb­lig und kalt um lan­ge drau­ßen her­um­zu­trö­deln …

marathon als training: 1. darmstadt-marathon 2008

nach dem mus­kel­fa­ser­riss am renn­steig war mir ziem­lich bald klar, dass ich für den darm­stadt-mara­thon nicht mehr recht­zei­tig und genug trai­nie­ren wür­de kön­nen. da ich aber nun mal schon ange­mel­det war und das start­geld schon ein­ge­zo­gen war, plan­te ich den von der spar­kas­se orga­ni­sier­ten mara­thon ein­fach als lan­gen lauf in mein trai­ning ein. das war aber ein­fa­cher gesagt als gelau­fen ;-). denn das heißt, dass ich kei­nen meter geta­pert habe, son­dern auch die letz­te woche voll im trai­ning geblie­ben bin. und um dem gan­zen noch die kro­ne auf­zu­set­zen, hat­te ich mir in den kopf gesetzt, am frei­tag nach­mit­tag mit dem lie­ge­ra­de von erbach nach darm­stadt zu fah­ren – auch noch ein­mal ca. 50 km mit eini­gen gif­ti­gen anstie­gen (aber auch einer wun­der­schö­nen abfahrt, von böll­stein nach brens­bach). beson­ders erholt war ich also nicht, als ich mich heu­te mor­gen um 7 uhr in darm­stadt (mein bru­der hat mir freund­li­cher­wei­se ein bett zur ver­fü­gung gestellt, so dass zumin­dest die anrei­se kurz blieb) aus dem bett quäl­te, ein paar schei­ben brot aß und schon ein­mal was­ser tank­te. mit bus und stra­ßen­bahn ging es dann – zusam­men mit einer meu­te ande­rer lauf­wü­ti­ger – zum hoch­schul­sta­di­on am böl­len­fall­tor. dort reih­te ich mich noch ein­mal in die toi­let­ten­schlan­ge ein (kein schnel­les unter­neh­men, wie immer bei sol­chen ver­an­stal­tun­gen) und ver­such­te mei­nen klei­der­beu­tel abzu­ge­ben. die hel­fer dort waren frei­lich etwas über­las­tet – nicht das letz­te mal, das mir das an die­sem tag auf­fiel. freund­lich und hilfs­be­reit waren sie trotz­dem alle. so ließ ich mei­nen sack also ein­fach auf dem gro­ßen hau­fen vor der sport­hal­le – im ver­trau­en dar­auf, dass er tat­säch­lich noch rich­tig ein­sor­tier wer­den wür­de (das hat auch pri­ma geklappt). und dann war es auch schon nicht mehr lan­ge bis 8.30 uhr – also auf zur start­auf­stel­lung. die hielt gleich die nächs­te über­ra­schung bereit: dort war näm­lich nicht ein­mal dicht gedrängt platz für alle läu­fer. beson­ders schlimm ist das ja nicht, die zeit wird ja eh‘ erst bei über­que­rung der start­li­nie gemes­sen. ner­ven tut so etwas aber schon ein biss­chen. genau wie der umstand, dass der juni­or­cup sich kurz vor dem start durch die gesam­ten läu­fer­mas­se durch­quet­schen muss­te – das war ein­fach falsch geplant …

über­haupt die läu­fer­mas­sen. schnell stell­te sich näm­lich nach dem pünkt­lich erfolg­tem start­schuss (den ich natür­lich nicht hör­te, dazu war ich zu weit hin­ten) her­aus, dass doch arg vie­le läu­fer mit­mach­ten. denn die stre­cke wur­de schon nach weni­gen kilo­me­tern immer schma­ler, bis sie irgend wann (ich glau­be, so ca. bei km 5) ein nor­ma­ler feld­weg war. und das war arg eng, denn es dau­er­te gefühl­te ewig­kei­ten, bis sich das feld halb­wegs sor­tiert hat­te. und die stän­di­ge über­ho­le­rei und lücken­sprin­ge­rei ist halt auf dau­er nicht nur anstren­gend, son­dern auch ner­vend. ein pas­sa­ge fand ich – ange­sichts von über 6000 teil­neh­mern in allen wett­be­wer­ben – arg eng: hier war näm­lich nur eine fahr­bahn­spur der stra­ße für die läu­fer abge­sperrt. und aus­ge­rech­net die­ser teil wur­de in bei­de rich­tun­gen belau­fen, so dass wirk­lich kaum noch platz war … aber sei’s drum, ich war ja nicht da, um eine rekord­zeit zu lau­fen. dem hät­te auch das wel­li­ge höhen­pro­fil nicht so sehr gedient, das vor allem in der zwei­ten run­de (die mit leich­ten abwand­lun­gen dier ers­ten 21 km vari­ier­te) doch ordent­lich kraft for­der­te. merk­bar war die vol­le stre­cke aller­dings auch an den labe­sta­tio­nen: in der ers­ten run­de war im mit­tel­feld (in dem ich mich wähn­te, viel­leicht irre ich mich dabei aber auch) kaum noch was­ser zu krie­gen – weil die hel­fer ein­fach nicht nach­ka­men mit dem ein­fül­len. das ist so etwas, das ich eher ärger­lich fin­de bei so einem orga­ni­sier­ten wett­kampf. bei der reich­hal­ti­gen ver­pfle­gung (obst, müs­li­rie­gel) war dage­gen immer viel platz vor den tischen …

aber da woll­te ich ja nicht hin: im trai­ning gibt’s wäh­rend des lau­fens nur was­ser. na gut, ab km 30 habe ich auch ein­mal power­ra­de pro­biert (viel zu süß, löscht den durst über­haupt nicht gut) und eini­ge kilo­me­ter vor schluss mir dann doch auch noch den cola-boost gegönnt. denn zwi­schen­zeit­lich hat­te ich zu kämp­fen. dass es anstren­gend wer­den wür­de, merk­te ich schon am beginn der zwei­ten run­den, die den eigent­lich eher leich­ten anstieg der bun­des­stra­ße am böl­len­fall­tor hin­auf­ging. so unge­fähr ab kilo­me­ter 30 wur­de es dann rich­tig schwer – zumin­dest men­tal. so arg viel an geschwin­dig­keit habe ich da nicht ein­ge­büßt. aber dafür so eini­ge ver­wün­schun­gen aus­ge­sto­ßen und mich über mei­ne blöd­heit, im trai­ning einen mara­thon lau­fen zu wol­len, auf­ge­regt. zum glück habe ich aber durch­ge­hal­ten – auch wenn ich mehr­mals kurz davor war, abzu­bre­chen (aber was macht man dann mit­ten im wald?) -, denn so unge­fähr ab kilo­me­ter 36 lief es wie­der ziem­lich gut. viel­leicht lag es ja auch dar­an, dass ich schon mit­ten in den zwan­zi­gern ange­fan­gen hat­te, rück­wärts zu zäh­len – das ist nicht sehr hilf­reich, glau­be ich. so ab 32,33 kilo­me­tern ist das ok, dann wird der rest über­schau­bar, aber bei km 24 war­tet doch noch eine gan­ze men­ge an weg auf einen …

jeden­falls schaff­te ich es doch ziem­lich gut, mein tem­po zu hal­ten. auch wenn ich eigent­lich nicht im plan war – viel zu früh war ich (nach den sehr gemüt­li­chen ers­ten drei kilo­me­tern) zu schnell gewor­den. doch ganz falsch lag ich nicht, denn auf der zwei­ten run­de (also nach dem halb­ma­ra­thon) wur­de ich nur von einem läu­fer über­holt – ich selbst sam­mel­te dage­gen dut­zen­de ein (hun­dert waren es ganz bestimmt …) ins­ge­samt habe ich auch einen ordent­lich negat­ti­ven split hin­be­kom­men: der ers­te halb­ma­ra­thon mit unge­fähr 1:52 stun­den, der zwei­te dage­gen mit 1:45 doch eini­ge minu­ten schnel­ler. für’s trai­ning ok war auch der schnitt von 5:07. eigent­lich woll­te ich näm­lich jen­seits der 5:10 blei­ben. aber dafür fehl­te mir eben wie­der ein­mal die dis­zi­plin – das kon­trol­lier­te lang­sam­lau­fen habe ich immer noch nicht so ganz im griff. nun ja, bei einer gesamt­zeit von 3:38:23 soll­te ich nicht zuviel meckern, das ist immer­hin eine neue per­sön­li­che best­zeit auf der mara­thon­di­stanz.  und ein wahn­sinn­ger platz 9 mei­ner alters­klas­se – kann ich kaum ver­ste­hen …

nun ja, damit wäre die­ses expe­ri­ment also auch erle­digt. zur nach­ah­mung emp­feh­len kann ich es nur bedingt – ein mara­thon bleibt halt immer ein mara­thon. auch im trai­ning. und der tag ist damit doch wei­tes­ge­hend gelau­fen …

zum schluss noch die fotos von spor­ton­line-foto:

keine gute idee ist es …

… am tag nach dem wöchent­li­chen lan­gen lauf ein inter­vall­trai­ning zu absol­vie­ren. ich habe das ges­tern gemacht – und es war kein beson­ders gro­ßer spaß. weil ich am sams­tag arg ver­schla­fen hat­te und auch sehr lust­los war und über­haupt dann kei­ne rich­ti­ge zeit mehr war (so ein tag halt …) ver­schob ich den lan­gen lauf mal aus­nahms­wei­se auf den sonn­tag. der lief dann auch eigent­lich gar nicht schlecht – 32,5 km in 2:46 stun­den. höchs­tens die tem­pe­ra­tu­ren (so um die drei­ßig grad) und die knal­len­de son­ne – schat­ten hat­te ich auf dem weg nach nier­stein und zurück näm­lich fast kei­nen – mach­ten mich etwas fer­tig. wie fer­tig, das merk­te ich aber erst so rich­tig am mon­tag. dann stan­den näm­lich 3 x 4000m in 4:24 min/km auf dem pro­gramm. das ist nie ein beson­de­res zucker­schle­cken, so lan­ge inter­val­le. schon gar nicht, wenn man das auch noch im wald lau­fen will, wo es nicht topf­eben ist. mit den müden bei­nen vom sonn­tag war es aber ein ziem­li­cher kampf. ein kampf, den ich noch vor einem jahr sicher­lich ver­lo­ren hät­te. jetzt aber sieg­te ich über inne­ren schwei­ne­hund und müde bei­ne. so beson­ders sinn­voll war das trai­nings­tech­nisch wahr­schein­lich nicht gera­de. aber men­tal hilft es schon, auch an so schlech­ten tagen das pro­gramm durch­zu­zie­hen – das macht sich dann beim nächs­ten mara­thon auf den letz­ten kilo­me­tern, wenn es so rich­tig anstren­gend wird, wie­der posi­tiv bemerk­bar …

wovon haruki murakami schreibt, wenn er vom laufen schreibt

ein schö­nes klei­nes buch, in dem so ziem­lich alles rund ums lau­fen steht. und noch ganz nett geschrie­ben, klar und prä­zi­se, flüs­sig zu lesen.

das inter­es­san­te sind hier aber natür­lich die inhal­te, die rei­chen erfah­run­gen, die mura­ka­mi als lang­jäh­ri­ger läu­fer gemacht. dabei geht es gar nicht so sehr um tech­ni­sche details – das buch wen­det sich schließ­lich an ein all­ge­mei­nes publi­kum, nicht nur an läu­fer. son­dern vor allem um per­sön­li­ches, um ver­än­de­run­gen der eigen- und fremd­erfah­rung. natür­lich spie­len auch ver­meint­li­che klei­nig­kei­ten immer wie­der hin­ein. etwa die aus­wahl pas­sen­der schu­he, wenn mura­ka­mi vom „psy­cho­lo­gi­schen vor­teil“ guter schu­he berich­tet (übri­gens ist er, wie ich auch, offen­bar ein mizu­no-fan).

mura­ka­mi ist zwar kein streak­läu­fer, prak­ti­ziert aber trotz­dem das täg­li­che lau­fen – mit unter­bre­chun­gen – als ziel und metho­de. auch wie­der ein sym­pa­thi­scher zug an ihm. vor allem aber die offen­heit, mit der er nicht nur von den schmer­zen des vor­be­rei­ten­den trai­nings berich­tet, son­dern auch die erfah­rung und ver­ar­bei­tung von nie­der­la­gen erläu­tert, sind gute pas­sa­gen. gera­de das letz­te­re, die aus­dau­ern­de und tie­fe ref­k­lek­ti­on der nie­der­la­ge – die ja beim lau­fen weni­ger mit dem „ver­lie­ren“ im wett­kampf  als mit dem nicht­er­rei­chen eines per­sön­li­chen zie­les zusam­men­hängt – ist wohl etwas wirk­lich läu­fer­ty­pi­sches: läu­fer schei­nen sich viel inten­si­ver mit die­sen erfah­run­gen aus­ein­an­der­zu­set­zen als ande­re hob­by­sport­ler. wohl ein­fach des­halb, weil lang­stre­cken­läu­fer – wenn sie nicht außer­or­dent­li­che bega­bun­gen sind – nie da her­um­kom­men, irgend­wann eine oder die ande­re zu erfah­ren. und im gegen­satz zu wett­kampf- und/oder mann­schafts­sport­ar­ten ist man halt immer wirk­lich selbst schuld – es gibt sozu­sa­gen kei­ne aus­re­den. aber genau die­ses moment ist es auch wie­der, dass das lau­fen so wert­voll macht: man lernt, mit sol­chen rück­schlä­gen umzu­ge­hen – man muss es ler­nen. man lernt sozu­sa­gen so etwas wie „demut“: auch wenn man auf der einen sei­te die erfah­rung der enor­men leis­tungs­fä­hig­keit eines mensch­li­chen kör­pers (und ihrer stei­ge­rungs­fä­hig­keit) macht, so lernt man eben auch die gren­zen die­ses kör­pers immer wie­der ganz unmit­tel­bar ken­nen. das ist eine wesent­li­che erfah­rung, die jeder halb­wegs ambi­tio­nier­te läu­fer macht. und die beschreibt mura­ka­mi sehr gut – ich glau­be, anhand sei­nes tex­tes kön­nen das auch nicht­läu­fer nach­voll­zie­hen …

auch die viel­fäl­ti­gen ver­än­de­run­gen durch und im lau­fen kom­men bei ihm nicht zu kurz: die ver­än­de­run­gen der wahr­neh­mung etwas, von sich selbst und der umge­bung, die man anders – inten­si­ver gar nicht unbe­dingt, aber direk­ter, näher – erfährt – z.b. den wan­del der zeit, der jah­res­zei­ten, der jah­re … natür­lich auch die ver­än­de­run­gen des eige­nen kör­pers. aber auch die ver­än­de­run­gen des „geis­tes“ – die (konzentrations-)stärke (die hm die par­al­le­le zum schrei­ben zie­hen lässt) zum bei­spielt, das durch­hal­te­ver­mö­gen, die for­de­rung der eige­nen fähig­kei­ten, die aus­lo­tung von gren­zen und der ver­such, die­se gren­zen im rah­men der mög­lich­kei­ten zu ver­schie­ben. all das steht in die­sem klei­nen, sym­pa­thi­schen büch­lein auf ganz unauf­dring­li­che, per­sön­lich gefärb­te wei­se geschrie­ben.

haru­ki mura­ka­mi: wovon ich rede, wenn ich vom lau­fen rede. köln: dumont 2008.

langer lauf als tempotraining

das habe ich heu­te mal aus­pro­biert ;-). vor­ge­se­hen waren 22 km @ 5:08 min/km. also bin ich los­ge­zo­gen: den buch­wald­s­kopf in rich­tung bull­au – die stan­dard­stre­cke eben. und weil’s ja schnell wer­den soll­te, habe ich schon am buch­wald­s­kopf gas gege­ben. und dann den weg hin­auf nach bull­au immer mehr. oben ange­kom­men hat­te ich schon einen schnitt von 5:10 min/km – so schnell war ich noch nie den hügel hin­auf gekom­men. und das for­der­te natür­lich kon­se­quen­zen: jetzt muss­te das tem­po hoch­blei­ben – eigent­lich ja sogar kon­ti­nu­ier­lich schnel­ler wer­den. und das wur­de es dann auch tat­säch­lich. bis zur halb­ma­ra­thon-mar­ke, die ich bei 1:38:25 pas­sier­te – das ist abso­lu­te best­zeit, und im trai­ning erst recht. danach bin ich einen tick lang­sa­mer gewor­den (wie man an der tem­po-kur­ve gut sieht, bei km 23 ist der stei­le abschnitt des kreuz­we­ges in erbach auch gut zu erken­nen). ins­ge­samt war ich dann nach 23,90 km wie­der zu hau­se. dafür habe ich gera­de ein­mal 1:50:38 gebraucht – also ein schnitt von schlap­pen 4:38. und das ent­spricht ziem­lich genau dem, was mein trai­nings­plan mir gera­de als wett­kampf­spe­zi­fi­sches tem­po ver­ord­net. das ich so eine geschwin­dig­keit über knapp 24 kilo­me­ter inklu­si­ve +/- 400 höhen­me­ter durch­hal­te, hät­te ich nicht gedacht. jetzt kann der nächs­te mara­thon eigent­lich kom­men …

tempokurve trainingslauf 16.8.2008

tem­po­kur­ve trai­nings­lauf 16.8.2008

neues laufrevier: ober-olmer-wald

ich habe es end­lich mal wie­der geschafft, mich mit lars zum lau­fen zu ver­ab­re­den. die­ses mal waren wir in „sei­nem“ revier, dem ober-olmer-wald. los ging’s – nach einer früh­mor­gend­li­chen fahr­rad­tour durch mainz für mich – am orts­rand von mainz-drais. von dort ziem­lich ziel­stre­big in das klei­ne wäld­chen. dort sind wir dann gefühlt kreuz und quer über ange­neh­me, meist schö­ne schma­le fuß­we­ge gelau­fen. auf der kar­te zeigt sich frei­lich, dass wir gar nicht so durch­ein­an­der waren, son­dern schön brav eine run­de am wald­rand gezo­gen haben. eine schö­ne ecke ist das – kaum läu­fer bzw. leu­te über­haupt unter­wegs, schö­ne natur (oder was davon in einem deut­schen wald halt übrig ist), ange­neh­me wege. und zusam­men mit lars hat­te ich auch ein recht ordent­li­ches tem­po. eigent­lich viel zu ordent­lich, denn der geplan­te nor­ma­le dau­er­lauf wur­de dann eher zügig: 14,4 km @ 5:25 min/km, also 1:18:03 lauf­zeit – ein guter tages­be­ginn. die stre­cke kann man hier sehen: klick

abends habe ich das frei­lich dann doch etwas gemerkt. obwohl ich wie­der einen enor­men tem­po­drang hat­te, waren die bei­ne doch nicht mehr so ganz frisch – welch wun­der …

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